Massiver Prämienrückgang bei Autoversicherungen

Comparis-Analyse zur Entwicklung des Autoversicherungsmarktes


Die Autoversicherungsprämien sind auch 2018 gesunken und markieren einen neuen Tiefststand. Im Schnitt zahlten Autohalter bei einem Neuabschluss 11 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Das zeigt die Analyse des Online-Vergleichsportals comparis.ch. «Neue Player haben den Druck auf die etablierten Anbieter erhöht. In der Folge hat die Angebotsvielfalt in der Schweiz deutlich zugenommen und die Preise ins Rollen gebracht», beobachtet Comparis-Mobilitätsexpertin Andrea Auer.

Zürich, 22. August 2019 – Die Autoversicherungsprämien befinden sich im Sinkflug. 2018 sind die Prämien gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent gesunken. Die Medianprämie für eine Vollkaskoversicherung liegt nun mit 832 Franken so tief wie noch nie. Das zeigt eine Analyse des Online-Vergleichsportals comparis.ch.

Comparis hat in seinem Vergleich die Entwicklung der Vollkasko-Prämien für 30- bis 40-jährige Lenker bei den elf grössten Autoversicherern basierend auf bestellten Offertenanfragen über comparis.ch analysiert. Die berechneten Prämien beziehen sich auf vier verschiedene Fahrzeugmodelle.

Neue Wettbewerber mischen den Markt auf

Der Preisrutsch bei den Autoversicherungsprodukten im Allgemeinen hat hierzulande im Unterschied etwa zu Deutschland oder Grossbritannien erst in den letzten fünf Jahren an Dynamik gewonnen. Seit 2014 sind die Prämien um gut 25 Prozent gesunken.

Comparis-Mobilitätsexpertin Andrea Auer verortet den Grund für den Preiszerfall unter anderem im Markteintritt neuer Anbieter – allen voran den Online-Direktversicherungen mit tiefen Vertriebskosten. «Neue Player haben den Druck auf die etablierten Anbieter erhöht. In der Folge hat die Angebotsvielfalt in der Schweiz deutlich zugenommen und die Preise ins Rollen gebracht», beobachtet sie.

Alleine in den letzten zwei Jahren sind die Online-Versicherer Dextra und Postfinance mit insgesamt sechs Produktvarianten neu in den Schweizer Markt vorgedrungen. Der frische Wind veranlasste auch die etablierten Anbieter, ihre Produktpalette auszubauen. So hat sich das Angebot an Autoversicherungsprodukten auf der Plattform comparis.ch* in den letzten Jahren von 19 auf 33 Produkte erhöht.

Prämienzerfall wird sich fortsetzen

Ein Stück weit lasse sich der Prämienrückgang mit einer zunehmenden Digitalisierung der Produktionsprozesse erklären. Versicherer könnten so Preissenkungen vornehmen, ohne dabei gravierende Margenverluste zu erleiden. «Diese Entwicklung wird weiterhin anhalten und auch künftig für sinkende Prämien sorgen», so die Comparis-Expertin.

Allerdings profitieren nur Autohalter, die den Anbieter wechseln oder auf bessere Konditionen des bestehenden Versicherungsvertrags pochen. Eine Kündigung ist in beiden Fällen zwingend. «Policen verlängern sich ohne Kündigung automatisch – und zwar zum alten Preis», warnt die Comparis-Mobilitätsexpertin. Viele Verträge sind per Ende Jahr mit einer dreimonatigen Frist kündbar. «Der Monat September ist daher für viele Autobesitzer der letzte Zeitpunkt, Angebote zu vergleichen und allenfalls die bestehende Versicherung zu kündigen», so Auer.

Methodik

Comparis hat die Prämienentwicklung der Offertenanfragen von Vollkaskoversicherungen von elf Versicherern (Allianz Suisse, Axa, Basler Versicherung, Dextra, Elvia, Generali, Helvetia, Die Mobiliar, Smile.direct, Vaudoise und Zurich) analysiert. Die Auswertung beschränkte sich auf das folgende Fahrerprofil: Nationalität Schweiz; 30- bis 40-jährig. Gefahrene Kilometer: 7’000 – 14'000 km/Jahr; Fahrzeugalter 30 – 42 Monate und vier verschiedene Fahrzeugmodelle (VW Polo 1.2 und 1.4, Skoda Octavia Combi 2.0 l und Audi A4 Avant 2.0).

* Die Produkte auf Comparis decken rund 80 Prozent des Schweizer Autoversicherungsmarktes ab.

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Andrea Auer
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