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Benzin- und Dieselpreise in der Schweiz: Wovon sie abhängen und wie sie sich entwickeln

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| von Andrea Auer |
Bild: iStock / CasarsaGuru

Die Treibstoffpreise an Schweizer Tankstellen ändern sich laufend. Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben den schwankenden Rohölpreisen an den Finanzmärkten beeinflussen zahlreiche weitere Faktoren die Benzin- und Dieselpreise. Comparis gibt einen Überblick.

Rund 75 Prozent der im Schweizer Strassenverkehr gebrauchten Diesel- und Benzin-Treibstoffe werden importiert. Der internationale Erdölmarkt hat somit grossen Einfluss auf die Preise an den Zapfsäulen. Doch nicht nur: Für die Preissetzung spielen zahlreiche weitere Faktoren eine Rolle. Comparis zeigt die aktuelle Entwicklung der Treibstoffpreise in der Schweiz und erklärt die Zusammensetzung der hiesigen Benzin- und Dieselpreise.

Die Entwicklung des Benzinpreises in der Schweiz

Die Info-Grafik zeigt: Die Spritpreise sind seit dem letzten Jahr nach und nach gesunken. Die Preise lagen Ende Juni 2020 bei 1.32 Franken für Benzin und bei 1.40 Franken für Diesel. Der Preisrückgang lässt sich unter anderem mit dem niedrigen Erdölpreis erklären.

Welche Faktoren beeinflussen den Diesel- und Benzinpreis?

Die Treibstoffpreise werden von verschiedenen Parametern beeinflusst. Diese lassen sich in Kategorien unterteilen, und zwar: Kosten für Ware und Beschaffung, staatliche Abgaben und Vertriebskosten.

1. Kosten für Ware und Beschaffung

Die Beschaffungskosten des Treibstoffs hängen von drei verschiedenenen Parametern ab, welche die Treibstoffpreise einerseits in die Höhe treiben, sich andererseits aber auch gegenseitig egalisieren können.

  • Einkaufspreis für Treibstoff: Der Treibstoffpreis wird vor allem vom Erdölpreis bestimmt, der wiederum stark von der allgemeinen Wirtschaftslage abhängig ist. Läuft die Wirtschaft gut, wird mehr Öl nachgefragt und die Preise für Rohöl steigen. Daneben haben aber auch die politische Lage oder mögliche Kriege und Krisen der ölexportierenden Länder einen Einfluss auf den Rohölpreis.
  • Wechselkurs Schweizer Franken – US-Dollar: Erdölprodukte werden generell in US-Dollar gehandelt. Eine Änderung des Wechselkurses kann sich auf den Rohölpreis und somit auf den Preis an der Zapfsäule auswirken.
  • Kosten für Rheinfracht: Die Kosten für den Transport über den Rhein variieren je nach Wasserstand des Rheins. Bei tiefem Pegelstand erhöhen sich die Frachtpreise, da die Tanker nicht voll laden können, während sie bei einem höheren Stand wieder sinken.

2. Staatliche Abgaben

Die staatlichen Abgaben lassen sich in fixe und variable Abgaben aufteilen. Zu den fixen Abgaben gehören Mineralölsteuer, Mineralölsteuerzuschlag sowie Einfuhrsteuer. Zusammen summieren sich diese auf über 70 Rappen pro Liter, was einem Anteil von über 50 Prozent des gesamten Treibstoffpreises an der Zapfsäule entspricht. Die variable Abgabe wird in Form der Mehrwertsteuer von 7,7 Prozent erhoben.

3. Vertriebskosten in der Schweiz

Im Treibstoffpreis enthalten sind neben dem Warenwert sowie den staatlichen Abgaben auch die Kosten für den Betrieb der Tankstelle. Diese umfassen zum Beispiel die Kosten für die Treibstofflagerung, den Transport oder das Marketing.