Winter

Autopflege im Winter – so geht es richtig

TIPPS
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Besonders bei Kälte und Schnee braucht das Fahrzeug die richtige Pflege. Bild: iStock

Mit dem Winter kommen Kälte und Schnee. Als Fahrzeugbesitzer ist man den Gefahren der kalten Jahreszeit nicht nur auf der Strasse ausgesetzt. Frost, Schnee aber auch Streusalz setzen dem Fahrzeug merklich zu. Es gibt jedoch viele Möglichkeiten, sein Fahrzeug gegen die kalte Jahreszeit zu schützen. Damit auch Sie keine bösen Überraschungen erleben, hat comparis.ch für Sie die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Tipp 1: Mit dem richtigen Profil unterwegs

Wie in unserem Artikel zur O-O-Regel festgehalten, besteht in der Schweiz kein Obligatorium für Winterreifen. Im Hinblick auf allfällige Kürzungen seitens Versicherer und vor allem hinsichtlich der eigenen Sicherheit ist ab Oktober der Wechsel zu Winterreifen dennoch zu raten. 

Beachten Sie besonders die Profiltiefe Ihrer Winterreifen: Sofern die Profiltiefe unter 4 Millimeter ist, verfallen die Vorteile gegenüber der Sommerbereifung. Tauschen Sie in diesem Fall Ihren Winterreifensatz – dies gilt auch für solche, die schon älter als 10 Jahre sind.

Tipp 2: So vereinfachen Sie sich das Scheibenkratzen am Morgen

Besonders für Frost auf der Scheibe gilt: Vorsicht vor Nachsicht. Präventiv kann man sich am Morgen viel Zeit sparen. Wer sein Fahrzeug draussen stehen hat, sollte die Scheibe mit einem dafür vorgesehenen Schutz abdecken – alternativ bietet sich Karton an. Vergessen Sie Ihre Scheibenwischer nicht: Wer vorausschauend agiert, verhindert ein Festfrieren durch das Hochklappen seiner Scheibenwischer über Nacht oder durch Auflegen einer Isolationsfolie. 

Sollte die Scheibe dennoch vereisen, schaffen ein Scheibenenteisungsspray und zuletzt das altbekannte Scheibenkratzen Abhilfe. Achten Sie dabei darauf, immer in die gleiche Richtung zu kratzen, so sinkt das Risiko, die Scheibe durch abgeschabte Schmutzpartikel zu verkratzen.

Es kursiert der Irrglaube, man könne anstelle eines Sprays zu warmem Wasser greifen. Aber aufgepasst: Finger weg von warmem Wasser – denn der hohe Temperaturunterschied führt zu einer erhöhten Spannung der Scheibe, was Risse und Sprünge zur Folge haben kann.

Tipp 3: Beschlagene Scheiben: Nebel im Auto

Für eine schlechte Sicht ist im Winter nicht immer der Nebel verantwortlich – zumindest der Nebel ausserhalb des Fahrzeuges nicht. Wie beim üblichen Nebel ist auch hier warme, feuchte Luft dafür verantwortlich. Diese kondensiert an der kalten Autoscheibe und erschwert die Sicht.

Es bringt deshalb nichts, den Fahrzeuginnenraum aufzuheizen. Benutzen Sie stattdessen die Klimaanlage, um die Luft zu trocknen. Nach einem kurzen (vorteilsweise kalten) Lüftungsintervall zeichnet sich rasch eine Verbesserung ab. Halten Sie Ihr Fahrzeug stets trocken, sinkt auch das Risiko einer beschlagenen Scheibe – darum Schnee an den Füssen immer abklopfen, bevor man ins Auto steigt.

Tipp 4: Fahrzeug waschen bei Minusgraden

Ein weiterer Irrglaube ist es, dass man sein Fahrzeug aufgrund von Minustemperaturen und dem daraus resultierenden Frieren des Spülwassers nicht waschen sollte. Das Gegenteil ist der Fall. Das auf den Strassen verwendete Streusalz ist nicht nur eine Erleichterung für das Fahrerlebnis im Winter, sondern auch ein grosser Feind des Autolacks. Es frisst sich in den Lack ein und führt zu unschönen Korrosionen. 

Aus diesem Grund wird Vielfahrern im Winter zu einer wöchentlichen Autowäsche geraten. Dabei können Sie im Winter auf die Waschstrassen zurückgreifen. Sie müssen nicht das teuerste Programm wählen. Wichtig ist, das Fahrzeug regelmässig vom Salz zu befreien und das anschliessende Trocknen nicht zu vergessen!

Tipp 5: Geringere Batterieleistung: keine Kurzstrecken

Die Kälte setzt auch der Leistungsfähigkeit der Autobatterie beachtlich zu – mal ganz davon abgesehen, dass Heizung und Licht im Winter besonders an deren Leistung nagen. Damit sich eine Autobatterie selbstständig durch das Fahren auflädt, muss eine Distanz von mindestens 50 Kilometern zurückgelegt werden. 

Wer keine Panne aufgrund seiner Batterie möchte, sollte Kurzstrecken meiden und auf grosse Stromverbraucher wie zum Beispiel die Sitzheizung gänzlich verzichten.

Tipp 6: Geduld beim Anfahren – Ihr Getriebe wird dankbar sein

Noch eine halbe Wahrheit: Öl gefriert nicht! Man spricht beim Öl zwar nicht vom Gefrierpunkt, es kann jedoch stocken. Dieser Stockpunkt ist zudem einiges tiefer als beispielsweise bei Wasser. Dennoch hat die Kälte massive Auswirkungen auf das Motorenöl: Es wird dickflüssig und zäh. Dadurch benötigt das Öl mehr Zeit, alle notwendigen Teile zu schmieren. Vermeiden Sie daher hohe Drehzahlen auf den ersten Kilometern.

Achtung: Man sollte nun nicht auf die Idee kommen, sein Fahrzeug im Leerlauf warm laufen zu lassen, denn dieses wird mit Kondensaten belastet, was bei Nicht-Verdampfen zu einer gefährlichen Wasser-Öl-Emulsion führt, welche im Inneren rasch gefrieren kann. Zudem führt dies zu einer hohen, unnötigen Abgasbelastung. 

Tipp 7: Der Gummi und die Kälte

Bei Kälte werden unsere Lippen trocken. Dieser Tatsache wirken wir mit Pflegestift und Lippenbalsam entgegen. Nicht viel anders verhält sich dies mit den Gummidichtungen an Ihrem Fahrzeug: Extrem kalte Temperaturen führen zu sprödem – und somit unbrauchbarem – Gummi. Hier ist vor allem präventive Arbeit gefragt. Schmieren Sie Ihre Dichtungen mit Hirschtalg, Glycerin oder – wie auch bei den Lippen –mit Vaseline ein. 

Zur richtigen Autopflege gehört auch die passende Versicherung – ganz besonders bei den zahlreichen Unfallgefahren im Winter. Finden Sie die günstigste und passendste Versicherung für Ihr Fahrzeug und kommen Sie gut und sicher durch den Winter.