Junglenker

Pannenhilfe: Wer springt ein, wenn der Wagen nicht will?

TIPPS
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In der Schweiz existieren drei verschiedene Verkehrsclubs, welche Ihren Mitgliedern einen Pannendienst anbieten. Bild: Thinkstock

Die Karre macht schlapp, nun muss der Pannendienst her. Doch einfach mal eben den nächstbesten anzufordern, das kann ins Geld gehen.

Fast jeder Autofahrer macht irgendwann diese unangenehme Erfahrung: Die Batterie ist leer, der Motor streikt oder im Tank ist kein Tropfen Benzin mehr. Kurz: Das liebe Auto gibt den Geist auf, die Pannenhilfe muss anrücken. Auch als Junglenker solltest Du Dir über den Fall der Fälle Gedanken machen – bevor er passiert. Die Panne kannst Du vielleicht nicht verhindern, aber unnötige Zusatzkosten. Denn unterwegs einen x-beliebigen Dienst anzufordern, kann Dich viel Geld kosten. Vorbeugen macht also Sinn – unsere drei Pannenhilfe-Tipps helfen dabei.

Tipp 1: Der Verkehrsclub übernimmt
In der Schweiz stehen Dir drei Verkehrsclubs zur Wahl, die ihren Mitgliedern Pannenhilfe anbieten: Der Touring Club Schweiz (TCS), der Automobil Club der Schweiz (ACS) und der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS). Bist Du in einem dieser Clubs Mitglied, kannst du dessen Pannenhilfe im Notfall in Anspruch nehmen: 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Dieser Service hat aber seinen Preis – nämlich die Mitgliedschaft.

Wenn Du unter 25 Jahre alt bist, kostet die Mitgliedschaft im TCS inklusive Pannenhilfe 66 Franken pro Jahr. Beim VCS sind es sogar nur 60 Franken im Jahr. Der ACS ist auf den ersten Blick der teuerste der Clubs: Die Mitgliedschaft samt Pannenhilfe kostet 90 Franken für das erste Jahr, der Beitrag für die Folgejahre ist sektionsabhängig.

Klarer Fall, wo Du Mitglied wirst, oder? Mitnichten. TCS und VCS sind zwar günstiger, helfen aber mit ihrem Pannendienst nur in der Schweiz und in Liechtenstein. Der ACS springt dagegen europaweit eint. Bei TCS und VCS musst Du für diesen Schutz extra bezahlen. Alle drei Vereine setzen das Auto, soweit möglich, nicht nur vor Ort instand, sondern übernehmen gegebenenfalls auch die Abschlepp- und Bergungskosten, die Kosten für die Weiterreise ohne eigenes Auto und für eine Unterkunft.

Frag auf jeden Fall Deine Eltern: Sind sie bereits Mitglied in einem Mobilitätsclub, kannst Du unter Umständen als Familienmitglied bei Deinen Fahrten ebenfalls die Pannenhilfe in Anspruch nehmen.

Tipp 2: Die Kfz-Versicherung springt ein
Eine Mitgliedschaft in einem der Mobilitätsclubs kannst Du Dir vielleicht sparen – und dennoch im Ernstfall auf eine Pannenhilfe ohne weitere Kosten zugreifen. Denn in vielen Fällen ist die Pannenhilfe bereits in der Autohaftpflicht-, Kasko- oder Teilkaskoversicherung enthalten. Da heisst es also beim Versicherungsvergleich gleich doppelt aufpassen: Wenn Du Dir den Pannendienst nicht extra durch die Mitgliedschaft in TCS, VCS oder ACS sichern willst, solltest Du beim Abschluss einer Kfz-Versicherung darauf achten, ob die Pannenhilfe mit eingeschlossen ist.

Bei der Allianz Suisse und der Mobiliar ist die Pannenhilfe sogar in der Haftpflicht enthalten, bei vielen anderen Anbietern in der Voll- oder Teilkaskoversicherung. Gelegentlich kann die Pannenhilfe zur Kaskoversicherung dazu gebucht werden – gegen Aufpreis, versteht sich. Oft lohnt es sich aber nicht, für einen Gebrauchten eine Kaskoversicherung abzuschliessen. Dann brauchst Du für die Pannenhilfe die Unterstützung eines Verkehrsclubs.

Tipp 3: Der Autohersteller kümmert sich Fein raus bist Du, wenn Du einen Neuwagen fährst. Denn viele Hersteller werben mit einer mehrjährigen Mobilitätsgarantie, und das heisst: Sie kümmern sich im Pannenfall um die Reparatur vor Ort, das Abschleppen, ein Ersatzfahrzeug und die Werkstattkosten. Klingt gut, aber nützt den meisten wahrscheinlich nur wenig: Denn Neuwagen haben in der Regel eher selten eine Panne und sind für viele Junglenker schlichtweg zu teuer. Bei einer Schramme im Lack oder einer Delle im Kotflügel, die wiederum bei Junglenkern schon mal vorkommen, hilft der Pannendienst des Herstellers auch nicht weiter.