«Ohne Kostenbeteiligung ist die Hemmschwelle tief»

Comparis-Kommentar zum Ständeratsentscheid zur Franchisenanpassung


Der Ständerat hat heute einer Änderung des Krankenversicherungsgesetzes zugestimmt. Die Franchisen sollen regelmässig an die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen angepasst werden. Der Online-Vergleichsdienst comparis.ch begrüsst den Entscheid.

Zürich, 5. März 2018 – Wie der Nationalrat möchte auch der Ständerat die Franchisen den stetig wachsenden Kosten für medizinische Leistungen zu Lasten der Grundversicherung anpassen. Er hat heute beschlossen, dass die ordentliche Franchise und die Wahlfranchisen regelmässig an die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen anzupassen sind.

«Franchisen sinken bei sinkenden Kosten»

Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly begrüsst den Entscheid: «Ohne Kostenbeteiligung ist die Hemmschwelle für überflüssige Untersuchungen und Operationen sehr tief. Werden die Franchisen nicht den steigenden Kosten angepasst, sinken diese Hemmschwellen».

Den Einwand, hohe Kostenbeteiligungen könnten die Leute davon abhalten, rechtzeitig zum Arzt zu gehen, hält er für verfehlt. «Zu spät behandelte Krankheiten sind zwar teuer. Aber Komplikationen bei überflüssigen Operationen verursachen ebenso viel Leid.»

Für ihn ist zudem klar, dass die Patienten letztlich profitieren können: «Sollten die Kosten einmal sinken, würden auch die Franchisen sinken. Dieser Automatismus ist wichtig, damit die Franchisen ihre Wirkung behalten.»

«Variable Kostenbeteiligung gehört zu jeder Versicherung»

Die SP droht vorsorglich mit dem Referendum. «Aber eine variable Kostenbeteiligung – in der Grundversicherung bestehend aus Franchise und Selbstbehalt – gehört zu jeder Versicherung», sagt Schneuwly.

«Statt mit dem Referendum zu drohen, sollte sich die SP Gedanken über einkommensabhängige Kostenbeteiligungen machen», fordert er. Ebenso sollte sich der Bundesrat überlegen, ob er nicht von seinem Recht Gebrauch machen wolle, die Kostenbeteiligung für chronisch Kranke zu senken, die nachweislich mit einem alternativen Versicherungsmodell Kosten sparen.

In der obligatorischen Krankenversicherung (Grundversicherung) besteht aktuell die Kostenbeteiligung aus der Franchise (beim Konsum medizinischer Leistungen müssen die ersten 300 bis 2'500 Franken selber bezahlt werden) und Selbstbehalt. Dieser beträgt 10 Prozent der Kosten über der Franchise bis zu max. 700 Franken pro Jahr.

 

Weitere Informationen:
Felix Schneuwly
Krankenkassen-Experte

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E-Mail: felix.schneuwly@comparis.ch

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