«Der Wechsel zur mittleren Prämienerhöhung ist ein längst fälliger Schritt»


Der Übergang von der Berechnung der Prämienerhöhung der Standardprämie zur mittleren Prämie ist nach Ansicht von Comparis-Krankenkassen-Experte Felix Schneuwly ein längst fälliger Schritt. Die tiefe Prämienerhöhung widerspiegle allerdings nicht den effektiven Anstieg der Gesundheitskosten, warnt er.

Heute hat der Bundesrat für 2019 einen durchschnittlichen Prämienanstieg bei der Grundversicherung von 1,2 Prozent angekündigt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat dabei erstmals bei der Berechnung das Modell gewechselt und nicht mehr den Prämienanstieg für das Standardmodell mit 300-Franken-Franchise kommuniziert, sondern die effektive durchschnittliche Prämienbelastung pro Person über alle Kantone, Altersgruppen, Kassen, Modelle und Franchisen hinweg.

Für den Comparis-Krankenkassen-Experten Felix Schneuwly ist das ein längst fälliger Schritt: «Der Online-Vergleichsdienst comparis.ch hat jahrelang eine Vorreiterrolle gespielt und im Gegensatz zum BAG die effektiven Prämienanstiege errechnet. Wir begrüssen sehr, dass sich der Bundesrat endlich entschieden hat, den Realitäten ins Auge zu blicken. Nur noch gut jeder fünfte Erwachsene ist heute im Standardmodell versichert.»

Grosse zu erwartende Zahlungsrückstände

Die im Vergleich zu den Vorjahren unterdurchschnittliche Prämienerhöhung widerspiegelt nach Ansicht des Comparis-Experten den effektiven Anstieg der Gesundheitskosten allerdings nur bedingt. «Tatsächlich steht zu erwarten, dass aufgrund des bundesrätlichen Tarmed-Eingriffes per 1. Januar 2018 grosse Zahlungsrückstände aus Arztpraxen und aus dem ambulanten Bereich der Spitäler die Prämienprognosen der Kassen und die Prämiengenehmigung des BAG erschwert haben», warnt Schneuwly.

Zudem fehlten auch Erfahrungswerte mit dem verfeinerten Risikoausgleich. Die ab 2019 vorgesehene Entlastung junger Erwachsener dürfte für die übrigen Versicherten noch nicht berücksichtigte Kostenfolgen nach sich ziehen. Schneuwly warnt deshalb: «Wenn der Kostenanstieg nicht nachhaltig gebremst werden kann, drohen 2020 und 2021 happige Prämienerhöhungen.» In der Vergangenheit habe jede unterdurchschnittliche Prämienerhöhung zu einem nachfolgenden Prämienschock geführt.

 

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