8,6 Prozent haben ihre Krankenkasse gewechselt


Per Anfang 2016 haben 700‘000 Schweizer ihre Krankenkasse gewechselt. Die Westschweizer waren dieses Jahr mit 12 Prozent wechselfreudiger als die Deutschschweizer und die Tessiner mit je 8 Prozent. 64 Prozent der Befragten lehnt die vom Bundesrat vorgeschlagenen Rabattkürzungen auf Wahlfranchisen ab. 

Zürich, 2. Februar 2016 – Mit einem Wechsel der Krankenkasse oder einer Anpassung der Franchise können Versicherte mehrere hundert Franken pro Jahr sparen. Im Herbst 2015 haben sich 700‘000 Versicherte oder 8,6 Prozent zu einem Wechsel entschieden. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage, die das Marktforschungsinstitut GfK im Auftrag von comparis.ch Ende Dezember 2015 bei 4‘000 Schweizern im Alter von 18 bis 75 Jahren aus allen Sprachregionen durchgeführt hat. Die Krankenkassen-Wechselquote ist seit 2012 stetig angestiegen.

Am häufigsten wechselten die Westschweizer
Mit einer Wechselquote von 12 Prozent waren die Westschweizer dieses Jahr im Vergleich zu den Deutschschweizern und Tessinern mit jeweils 8 Prozent am wechselfreudigsten. «Die Kantone Neuenburg (10,3 Prozent) und Jura (10,1 Prozent) waren laut unserer Analyse am stärksten von der diesjährigen Prämienerhöhung betroffen. Vor allem die Assura mit ihren hohen Marktanteilen in der Westschweiz hat ihre Prämien im Vergleich zu den Vorjahren stark erhöht, was bei vielen Westschweizern einen Wechsel nach sich gezogen hat. Trotzdem gehört die Assura schweizweit nach wie vor zu den günstigsten Krankenkassen», sagt Krankenkassen-Experte Felix Schneuwly. 

Wie schon in den Vorjahren zeigen die Zahlen deutlich, dass Personen mit einer hohen Franchise eher bereit sind, die Krankenkasse zu wechseln, als solche mit einer tiefen Franchise. Auch bezüglich Alter bleiben die markanten Unterschiede bestehen: Nach wie vor wechseln ältere Versicherte kaum ihre Krankenkasse. Bei den 61- bis 75-Jährigen haben sich nur 3 Prozent zu einem Wechsel entschieden, bei den 18- bis 30-Jährigen beträgt die Wechselquote 15 Prozent. Analog zur Entwicklung im Vorjahr lässt sich feststellen, dass sich alternative Versicherungs-modelle wie Telmed, Hausarzt und HMO für Versicherte bewähren. Nur 4 Prozent der Befragten wählten beim Wechsel ein Standardmodell, wobei hingegen 41 Prozent von einem Standard-modell zu einem Alternativmodell gewechselt haben. Rund die Hälfte der Befragten hat sich im Internet vorab über den Krankenkassenwechsel informiert.

Geplante Aufhebung von Franchisenstufen greift Wahlfreiheit an
Im Kontext der vom Bundesrat geplanten Aufhebung der Franchisenstufen von 1‘000 und 2‘000 Franken und der Kürzung der Maximalrabatte auf den verbleibenden Franchisen, hat comparis.ch im Rahmen dieser Umfrage bei den Versicherten nachgehakt. Es zeigt sich, dass die Betroffenen mit den Franchisenstufen von 1‘000 und 2‘000 Franken im Falle einer Aufhebung jeweils zu gleichen Teilen (je 45 Prozent) auf die nächsttiefere oder nächsthöhere Franchise ausweichen würden. Die Mehrheit der Befragten fände es zudem nicht in Ordnung, wenn der Bundesrat die Prämienrabatte bei den hohen Franchisen um über 300 Franken kürzen würde. Nur rund 19 Prozent wären mit einer Kürzung einverstanden. 

«Eine Streichung von zwei Wahlfranchisenstufen und eine Kürzung der Maximalrabatte bedeuten einen Eingriff in die Wahlfreiheit der Versicherten und haben eine Zuspitzung der Risikoselektion zur Folge», kommentiert Felix Schneuwly. «Dies pervertiert das Solidarprinzip der obligatorischen Krankenversicherung, denn wer nie oder selten medizinische Leistungen in Anspruch nimmt, leistet selbst mit einem Prämienrabatt einen grossen Solidaritätsbeitrag an Kranke. Wer bei Wahlfranchisen mit mangelnder Solidarität argumentiert, will weitere Franchisenstufen aufheben und weiter Rabatte kürzen. Mit einer solchen Salami-Taktik wird die Wahlfreiheit nach und nach weiter reduziert und die Einheitskasse via Einheitsprämie durch die Hintertür eingeführt, obwohl das Volk die Einheitskasse an der Urne schon drei Mal abgelehnt hat.»
 
 

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