Konsumentenpreisindex: Wie entwickeln sich die Preise in der Schweiz?
Der Konsumentenpreisindex von Comparis zeigt: Die Preise der gefühlten Inflation sinken – trotz Unsicherheiten.

26.08.2025

iStock / Robert vt Hoenderdaal
1. Konsumentenpreisindex: Wie haben sich die Preise verändert?
Der Comparis-Konsumentenpreisindex misst die gefühlte Inflation (siehe Infobox). Das sind die Entwicklungen im Juli 2025:
Seit Juni 2025
sind die Preise für Alltagsgüter in der Schweiz im Schnitt um 0,3 Prozent gestiegen.
Innerhalb eines Jahres
sind die Preise für Alltagsgüter im Schnitt um 0,2 Prozent gesunken.
Innerhalb von zwei Jahren
sind Alltagsgüter in der Schweiz im Schnitt um 1 Prozent teurer geworden.
Der Grund für die rückläufige Entwicklung seit März 2025 sind etwa die Preise für Energie zum Heizen (Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme). Diese sind um knapp 10 Prozent gefallen. Auch Nahrungsmittel haben sich um 0,9 Prozent verbilligt.
Die vollständigen Studienergebnisse lesen Sie im Comparis-Konsumentenpreisindex Juli 2025.
Der Comparis-Konsumentenpreisindex in Zusammenarbeit mit der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH misst monatlich die tatsächlich gefühlte Teuerung.
Der Index betrachtet ausschliesslich die Preisentwicklung von regelmässig konsumierten Gütern. Er berücksichtigt explizit einzelne Haushaltsgruppen, Einkommensklassen und Sprachregionen. Die Teuerungsrate wird um inflationsdämpfende Faktoren wie Mieten oder dauerhafte Güter bereinigt.
Die Datengrundlage bilden der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) und die Haushaltsbudgeterhebung (HABE).
2. Inflation: Preise im Schweizer Warenkorb im Überblick
So haben sich die Preise für unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen entwickelt (Grafik ist interaktiv):
3. Zwei-Jahres-Vergleich: Preise von Schokolade und Kaffee gestiegen
Über die letzten zwei Jahre stieg der Comparis-Konsumentenindex um lediglich 1 Prozent. Trotz dieser moderaten Inflation sind die Preise für verschiedene Produkte und Dienstleistungen seit Juli 2023 deutlich gestiegen.
Besonders gestiegen sind die Preise für Schokolade mit einem Anstieg von 17,7 Prozent*.
Auch Motorfahrzeugversicherungen sind mit einem Plus von 11,1 Prozent* erheblich teurer geworden.
Weiter sind Postdienste (plus 8,7 Prozent*) sowie Frucht- und Gemüsesäfte (plus 8,5 Prozent*) von erheblichen Preissteigerungen betroffen.
Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert schätzt ein:
Obwohl die allgemeine Teuerung in den letzten beiden Jahren sehr moderat war, haben sich die Preise für Schokolade und Kaffee deutlich erhöht. Grund sind die Missernten aufgrund von klimatischen Veränderungen und die erhöhten Energie- und Verpackungskosten. Ob sich die Situation bald wieder bessert, ist aktuell nicht absehbar.
In den letzten beiden Jahren ist jedoch nicht alles teurer geworden. Teilweise sind die Preise auch gesunken.
Besonders gesunken sind die Preise für Energie zum Heizen (Gas, Heizöl, Brennholz, Fernwärme) mit einer Abnahme von 9,7 Prozent*.
Auch kleine elektrische Haushaltsgeräte (minus 9,6 Prozent*) sowie elektrische Geräte für die Körperpflege (minus 7,0 Prozent*) wurden erheblich günstiger.
4. Deutlicher Preisanstieg in der Parahotellerie
Im vergangenen Monat haben sich verschiedene Produkte verteuert. Am stärksten sind die Preise für Parahotellerie gestiegen, nämlich um 18,1 Prozent*. Dazu zählen Ferienwohnungen, Kollektivunterkünfte und Campingplätze.
Auch für sonstige Dienstleistungen im Individualverkehr müssen Sie im Vergleich zum Vormonat tiefer in die Tasche greifen – die Preise sind um 16,6 Prozent* gestiegen.
Pünktlich zur Hauptreisesaison sind die Preise für Parahotellerie und für Mietwagen deutlich angestiegen – Mietwagen sind fast 44 Prozent teurer als noch im Juni. Dennoch liegen die Preise für Mietwagen rund 40 Prozent niedriger als noch vor 3 Jahren. Damals traf eine sehr hohe Nachfrage auf ein durch Corona sehr reduziertes Angebot und brachte die Preise förmlich zum Explodieren.
5. Wer spürt die Teuerung in der Schweiz am meisten?
Je nach Einteilung der Befragten ergibt sich bei der gefühlten Teuerung ein anderes Bild.
Unterscheidung nach Haushaltstypen
Rein rechnerisch spüren Paare unter 65 Jahren ohne Kinder in den letzten 12 Monaten die höchste Teuerung (plus 0,2 Prozent).
Paare über 65 Jahren ohne Kinder spüren am wenigsten von der Teuerung. In den letzten 12 Monaten hat die gefühlte Teuerung bei ihnen minus 0,3 Prozent betragen.
Unterscheidung nach Einkommen
Günstiger wurde das Leben besonders für die tiefste Einkommensklasse. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise um 0,4 Prozent gesunken.
Für die höchste Einkommensklasse hat sich das Leben im Vergleich zum Vorjahr hingegen am wenigsten vergünstigt (plus 0,3 Prozent).
Unterscheidung nach Sprachregionen
Die Deutsch- und rätoromanische Schweiz verzeichneten mit minus 0,2 Prozent einen Rückgang der Teuerung im Vergleich zum Vorjahr.
Einen noch stärkeren Rückgang der Teuerung gegenüber dem Vorjahr hatte die italienische Schweiz mit minus 0,3 Prozent.
6. LIK und Konsumentenpreisindex auf einen Blick
Die gefühlte Teuerung ist in den letzten Jahren höher gewesen als die Teuerung gemäss Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Hier sehen Sie die Index-Entwicklung im Vergleich.
Mit einem Stern (*) gekennzeichnete Zahlen wurden vom Bundesamt für Statistik (LIK/BFS) direkt berechnet respektive beruhen auf den Zahlen des LIK/BFS.
Dieser Artikel wurde erstmals produziert am 30.05.2022