Mit dem Motorrad in die Schweiz umziehen

Von der Einfuhr bis zum Schweizer Nummernschild


Sie nehmen Ihren Feuerstuhl mit? Dann gewöhnen Sie sich am besten an, ihn ab sofort als «Töff» zu bezeichnen. Das ist nämlich das gängige schweizerdeutsche Wort für «Motorrad». Beachten Sie zudem, welche Bestimmungen für die Einfuhr, die Zulassung und die Fahrzeugprüfung gelten.

Das Motorrad in die Schweiz einführen


 

Sie müssen Ihr Fahrzeug bei der Zollabfertigung an der Schweizer Grenze unaufgefordert selbst deklarieren. Ist das Motorrad – oder «der Töff» wie der Schweizer sagt – schon länger als 6 Monate in Ihrem Besitz, gilt es als Übersiedlungsgut und es fallen keine Abgabegebühren an. Sie müssen folgendes zum Zoll mitbringen:
  • Amtlicher Ausweis
  • Fahrzeugausweis
  • Erklärung/Veranlagungsantrag für Übersiedlungsgut Form 18.44 (siehe unten)
  • Nachweis der Wohnsitzverlegung (am besten Mietvertrag). Eine Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung ist für EU-und EFTA-Bürger nicht nötig (gilt allerdings nicht für Bulgarien, Rumänien und Kroatien).

 

Weitere Informationen und Hinweise zum Vorgehen, falls Sie einen Neuwagen einführen möchten finden Sie auf dem Merkblatt der Eidgenössischen Zollverwaltung EZV:

Zulassung des Motorrads


 

Innerhalb eines Jahres müssen Sie Ihre Maschine anmelden – für neu gekaufte Fahrzeuge gilt allerdings eine Frist von nur einem Monat. Das heisst, Sie können ein Jahr lang mit ausländischem Kennzeichen fahren. Vor Ablauf der Frist gilt folgendes Vorgehen:

  • Stellen Sie einen Antrag auf Zulassung beim Strassenverkehrsamt Ihres Kantons.
  • Machen Sie einen Prämienvergleich und wählen Sie die passende Motorradversicherung.
  • Nehmen Sie mit der Versicherungsgesellschaft wegen der Versicherungsdeckung Kontakt auf.
  • Sie müssen Ihr Fahrzeug auf technische Mängel prüfen lassen. Das Strassenverkehrsamt Ihres Kantons nimmt die Inspektion vor. Es bittet Sie zu einem Termin, sobald das Amt im Besitz Ihrer Unterlagen ist.

 

Für die Zulassung und den Erhalt eines Schweizer Nummernschildes muss ein Fahrzeug den Bestimmungen über Bau und Ausrüstung entsprechen. Dafür müssen Sie das Motorrad bei der sogenannten Motorfahrzeugkontrolle (MFK) vorführen und prüfen lassen. Auskünfte über die genauen Zulassungsvorschriften und die vorzulegenden Dokumente erteilt das jeweilige Strassenverkehrsamt.

 

In der Regel benötigen Sie folgende Dokumente:

  • Prüfungsbericht (Formular 13.20 A bei neuen und 13.20 B bei gebrauchten Fahrzeugen, wird vom Zoll oder der Garage ausgestellt)
  • Bestätigung Haftpflichtversicherung
  • Abgasheft (erhältlich bei der Garage, die Ihre Marke betreut)
  • Nachweis der ausländischen Zulassung (z.B. Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein)
  • Bestätigung der Verzollung
  • Technische Gegebenheiten des Fahrzeugs (z.B. Service-Heft)
  • Aufenthaltsbewilligung im Original
  • Bescheinigung der Einhaltung der europäischen Normen. Wenn nicht vorhanden, müssen vorgelegt werden: Bestätigung über Abgas- und Lärm-Ausstoss
  • Bestätigung, dass erste Rechnung des Strassenverkehrsamts bezahlt wurde (Postempfangsschein, Einzahlungsschein)

 

Gut zu wissen:

Bis man einen Termin bei der Motorfahrzeugkontrolle (MFK) bekommt kann es mehrere Monate dauern. Es empfiehlt sich daher unbedingt, sich früh genug und nicht erst kurz vor Ablauf der Frist um die Zulassung zu kümmern.

 

Wenn Sie schliesslich ein Schweizer Kennzeichen haben, müssen Sie dieses nicht so schnell wieder hergeben. Kontrollschilder sind in der Schweiz nämlich nicht einem bestimmten Fahrzeug, sondern der Person zugeteilt. Das heisst, wenn Sie Ihr Motorrad verkaufen, behalten Sie die Nummer.

Das Motorrad vorführen


 

Damit ein Motorrad in der Schweiz zugelassen wird und Sie Ihr Schweizer Nummernschild bekommen, muss es zuerst beim kantonalen Strassenverkehrsamt einer technischen Prüfung unterzogen werden.

 

An einem regelmässig gewarteten Fahrzeug sind in der Regel nur wenige Bereitstellungsarbeiten notwendig für diesen Vorführtermin. Diese können Sie Ihrer jeweiligen Garage in Auftrag geben. Der TCS (Touring Club Schweiz) empfiehlt, die Funktion der überprüften Komponenten sicherzustellen, also:

  • Fahrzeug reinigen
  • Lichter und Scheinwerfer-Einstellungen prüfen
  • Gleichmässige Wirkung der Bremsen kontrollieren
  • Lenkung, Achsen, Räder, Reifen und Aufhängung kontrollieren

 

Vergleichen Sie bei älteren Maschinen den Fahrzeugwert mit den Kosten für die Bereitstellung zur Prüfung. Der Aufwand lohnt sich nicht, wenn die Kosten der Garage den Restwert des Motorrads übersteigen.

 

Gut zu wissen:

Ein Fahrzeug in der Schweiz muss regelmässig zur Nachprüfung (MFK) gebracht werden, bei der beurteilt wird, ob es nach wie vor die gesetzlichen Vorschriften der Betriebssicherheit erfüllt. Weitere Informationen dazu gibt es beim TCS.

Autobahnvignette


 
Wenn Sie mit Ihrem Motorfahrzeug in der Schweiz auf Autobahnen und Autostrassen unterwegs sind, dann ist die Autobahnvignette für Sie Pflicht – ansonsten riskieren Sie eine saftige Geldbusse.

Beachten sollten Sie dabei Folgendes:

  • Alle Motorfahrzeuge, also Autos, Motorräder, Lieferwagen und Anhänger wie etwa Wohn- oder Transportanhänger, fallen unter die Vignetten-Pflicht.

  • Bis spätestens 1. Februar müssen Sie die Vignette des laufenden Jahres aufgeklebt haben. (Gültigkeit ab dem 1. Dezember des Vorjahres bis zum 31. Januar des nächsten Jahres).
  • Erhältlich ist sie ab Dezember an Tank- und Poststellen, an Raststätten und beim Zoll.
  • Preis: 40 Franken
  • Die Vignette muss bei Motorrädern an einer gut zugänglichen Stelle angebracht werden
  • Wird man ohne gültige Vignette oder mit einer falsch angeklebten Vignette von der Polizei erwischt, zahlt man eine Geldstrafe von 200 Franken.

Pro Fahrzeug muss eine Vignette korrekt angebracht werden. Es ist verboten, diese mit Klebeband oder Folie zu befestigen, dies kann zu einer Geldbusse von mehreren hundert Franken führen. 

 

Gut zu wissen: 

Sie können Autobahnvignetten auch im Ausland kaufen, in Deutschland zum Beispiel beim ADAC. Weitere Verkaufsstellen im Ausland finden Sie auf der Seite der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV).

 

 

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