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Keine Handy-Updates mehr nach drei bis fünf Jahren

ANALYSE
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Auch wer viel Geld für sein Handy ausgibt, kann es nicht so lange optimal nutzen: Schuld ist das fehlende Update. Bild: iStock.com / hocus-focus

Mal schnell mehr als 1’000 Franken für ein Handy ausgeben, ist heute keine Seltenheit mehr. Umso mehr soll das erworbene Luxusgerät auch funktionstüchtig und aktuell bleiben. Dass dem nicht immer so ist, zeigt unsere Analyse: Selbst bei Flaggschiff-Geräten ist nach drei bis fünf Jahren Schluss. Schlimmer noch – teils liegen wichtige Sicherheitsupdates fast ein Jahr zurück oder interessante Betriebssystem-Versionen werden übersprungen. 

Das Galaxy Note 9 von Samsung kostet 1’049 Franken. Das Apple iPhone X beginnt bei 1’077 Franken. Damit haben Handys endgültig den Status des alle zwei Jahre zu wechselnden «Wegwerfgeräts» verloren. Bei einem solchen stolzen Preis sollte das Gerät auch mindestens ein paar Jahre mithalten und regelmässige Software-Updates erhalten. Leider ist dem nicht so – nach wenigen Jahren ist meistens Schluss.

Zwischen drei bis fünf Jahren

In der Schweiz nutzen laut der Comparis-Smartphone-Studie 55 Prozent der Smartphonebesitzer Android-Geräte; davon 39 Prozent Samsung und 6 Prozent Huawei. Weitere 41 Prozent der Befragten haben iPhones. Samsung bietet, nach eigenen Angaben, monatlich bis quartalsweise Updates für die meisten Smartphone-Modelle an. Huawei versorgt seine Handys drei Jahre lang mit Updates, die je nach Gerätekategorie in der Wartungsdauer variieren können. Auf monatlicher Basis versorgt Google seine Handys drei Jahre lang mit den nötigen Patches. 

Nur Apple versorgt nach eigenen Angaben sämtliche Geräte fünf Jahre lang mit Updates. Diese umfassen Verbesserungen in der Sicherheit, sowie auch neue Funktionen. Das im Herbst erwartete iOS 12 soll sogar erstmals explizit ältere Geräte schneller machen.

 

Fehlende Updates

Nicht bei allen Herstellern sieht es bezüglich der Sicherheitsupdates so gut aus wie bei Google oder Apple. Das im Dezember 2017 gelaunchte Mate 10 Pro von Huawei erhielt den letzten Patch im März 2018. Das HTC U11 wartet sogar seit November 2017 auf ein Update. Dabei schützt eine lückenlose Aktualisierung beispielsweise vor Malware-Angriffen durch bösartige Apps. So sollte maximal eine Wartezeit von ein bis zwei Monaten zwischen den Updates liegen und alle Geräte müssten aktuell gehalten werden.  

Teilweise werden aber sogar ganze Updates einfach ausgelassen. Das Android 8.1, welches deutliche Verbesserungen bei der Akku-Laufzeit bringen soll, läuft noch nicht auf dem neueren Galaxy S8/9 oder dem Note 8. Diese Flaggschiff-Handys sind noch mit Android 8.0 unterwegs. Dasselbe mit dem Mate 10, dem LG G6 und dem HTC U11 – sie laufen alle noch mit Android 8.0. Einzig die Google-Geräte Pixel XL und Pixel 2 XL laufen heute schon auf dem soeben lancierten Android 9.

Generell müssen Besitzer von Nicht-Google-Handys lange auf neue Android-Versionen warten. Android 8 wurde von Google im August 2017 veröffentlicht. Auf dem Samsung Galaxy S8 kam es erst nach sieben Monaten an. Auch beim Vorgänger-Update, Android 6 auf 7, dauerte es sieben Monate.

Apple hingegen ermöglicht es selbst älteren Geräten wie dem iPhone 6 aus dem Jahr 2014, die aktuellste Betriebssystemversion iOS 11.4.1 zu nutzen. So dürfen sich auch die Nutzer der älteren Modelle auf das Update iOS 12 im kommenden Herbst freuen.

Es ist also heutzutage wichtiger als je zuvor, sich bei einem Neukauf auf die Update-Kadenz zu achten.

Aktueller Softwarestand

Nicht alle Handys erhalten das neueste Betriebssystem-Update.

Methodik: Der aktuelle Softwarestand und Google-Patch-Level wurde am 14. August 2018 auf 15 verschiedenen Smartphones von Apple, Google, Samsung, HTC und LG von Comparis untersucht.

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