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Android 9 Pie: 6 Features, die das Handy smarter machen

ANALYSE
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Mittels künstlicher Intelligenz weiss das Smartphone schon vor seinem Besitzer, was dieser sucht oder machen möchte. Bild: ©Google

Seit dem 6. August ist das neue Betriebssystem-Update Android 9.0, genannt Pie, da. Im Mittelpunkt der neuen Android-Version steht die künstliche Intelligenz: Sie soll vom Nutzer lernen, um besser für ihn arbeiten zu können. Ziel: Arbeitsprozesse werden schneller und einfacher, weil Android 9.0 bestimmte Schritte vorhersehen kann. Comparis hat das System getestet und zeigt sechs interessante Features.

Der Oreo-Nachfolger verspricht viele Neuerungen – angefangen von einer intuitiveren Gestensteuerung bis hin zum zeitgleichen Zugriff auf zwei Kameras. Zusätzlich soll natürlich die Sicherheit und die Performance der Geräte verbessert werden. Doch am interessantesten ist mit Sicherheit die neue künstliche Intelligenz, die sich der Verhaltensweise des Nutzers anpassen soll, damit sich das Smartphone noch besser in dessen Alltag integriert.

Die interessantesten Neuerungen im Überblick

1. Künstliche Intelligenz

Das System soll von seinem Benutzer lernen, so sagt es beispielsweise voraus, was der Nutzer als Nächstes machen möchte und springt sogleich zu dieser Anwendung oder Aktion. Es kann die Akkunutzung für die Apps priorisieren, die am häufigsten verwendet werden oder es schlägt vor, die oft gehörte Musikplaylist anzuschmeissen, wenn gejoggt wird. Je öfter das Handy genutzt wird, desto mehr lernt der kleine Alleskönner und wird so zu einem besseren Smartphone.   

2. Intuitivere Systemnavigation und Gestensteuerung

Neu funktioniert die Navigation über eine einzige Home-Taste und auf Basis der Gestensteuerung. Am rechten Bildschirmrand erscheint zum Beispiel die Lautstärkeregelung und kann dort einfach bedient werden. Wer nach oben wischt, erhält nun eine Übersicht, die anzeigt, welche Apps zuletzt verwendet wurden. Noch einen Wisch mehr nach oben und es öffnet sich der App Drawer. 

3. App Drawer mit persönlichem und geschäftlichem Profil

Im App Drawer, eine Übersicht über alle auf dem Android-Smartphone installierten Apps, kann jetzt zwischen einem persönlichen und geschäftlichen Profil unterschieden werden. Dabei lassen sich die Apps in privat oder beruflich unterteilen. So wird tagsüber schneller und einfacher in arbeitsrelevanten Anwendungen nach etwas gesucht oder gearbeitet. Wenn dann abends der Arbeitsort verlassen wird, kann auf das private Profil gewechselt werden. Damit werden die geschäftlichen Apps und Benachrichtigungen deaktiviert. So werden auch keine peinlichen Party-Bilder versehentlich mittels Geschäftsemailadresse verschickt.     

4. «Digital Wellbeing» hilft abzuschalten

Damit die Tech-Life-Balance nicht komplett aus den Fugen gerät, hält das Update ein «Digital Wellbeing» parat: Ein Dashboard zeigt die Nutzungsdauer der einzelnen Apps an. Der dazugehörige App-Timer wird gestellt, damit die Nutzung einer Anwendung eingeschränkt und danach das App-Symbol ausgegraut wird: So kann stundenlanges Spielen oder Surfen auf dem Handy unterbunden werden. Auch der Nicht-Stören-Modus wurde überarbeitet: Nicht nur Anrufe und desgleichen werden ausgeblendet, sondern auch das Display ausgegraut. Dies soll es dem Nutzer erleichtern, sich von seinem Handy zu trennen und anderen Dingen im Leben zu zuwenden, wie etwa Schlaf oder Essen.  

5. Unterstützung für Dual-Kameras

Zukünftig wird der simultane Zugriff auf mehrere Kameras unterstützt. Apps nutzen gleichzeitig die Front- und Rückkamera. So kann sich zum Beispiel der Fotograf bei Gruppenfotos ins Bild projizieren lassen – Selfie schiessen auf neuem Niveau.  

6. Intelligenter Akku

Mit dem neuen System sollen Performance, Stabilität und Energieeffizienz in den Fokus rücken: So wird der Akku geschont und hält länger durch. Auch hier arbeitet im Hintergrund die KI, die künstliche Intelligenz, und passt zum Beispiel automatisch die Bildschirmhelligkeit an das Verhalten des Nutzers an. Auch blendet sie die Musiksteuerung ein, wenn die Kopfhörer angeschlossen werden. Dazu wird der Akku für die Lieblings-Apps freigehalten bzw. priorisiert und spart so in allem Laufzeit.    

Noch nicht auf allen Smartphones

Aber auch weitere Funktionen und Spielereien, wie etwa neue Emojis, Unterstützung von HEIF (High Efficiency Image File), neue Bluetooth-Funktionen, neue Hardware-Sicherheitsfunktionen, Anpassungen für Notch und noch vieles mehr bringt das Update. Aber nur wer schon ein Pixel-Smartphone von Google besitzt, kann davon profitieren. Die anderen müssen sich noch gedulden: Bei Huawei dauert es im Schnitt 4 bis 6 Monate und Samsung lässt sich mindestens 7 Monate Zeit bis Android 9.0 auf seine Modelle kommt. Mal schauen, ob sie sich an die Termine halten oder sogar mal schneller sind!

 

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