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Time Well Spent: Weniger Handy, mehr Leben

TIPPS
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Die Balance zwischen dem digitalen und dem «echten Leben» zu finden, ist nicht immer einfach. Bild: iStock / pixelfit

Ob in der Freizeit oder im Beruf: Die Zeit, die wir online verbringen, wird immer mehr. Unsere Konzentration hingegen immer weniger. Nun läuten die Alarmglocken auch in der Technologie-Branche: Organisationen werden ins Leben gerufen und innovative Apps entwickelt. Auch Google schlägt erste Wege ein, um die «Digitale Balance» der User erneut herzustellen. 

Aktuelle Studien zeigen: Es besteht ein Zusammenhang zwischen der täglichen Zeit vor dem Bildschirm und depressiven Symptomen – vor allem bei Jugendlichen. Eine alarmierende Erkenntnis. Vielen ist die Dauer, die sie online verbringen, nicht bewusst. Der Blick auf das Smartphone wiederholt sich instinktiv im Minutentakt: Mails werden gecheckt, Push-Nachrichten geöffnet, WhatsApp-Nachrichten beantwortet.  

Time Well Spent schafft digitale Auszeiten

Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde Time Well Spent ins Leben gerufen – eine Non-Profit-Organisation, gegründet vom ehemaligen Google Mitarbeiter Tristan Harris. Der Hintergrund: Handys, Apps und Internet sind in der heutigen Zeit unverzichtbar geworden – im Beruf, aber auch in der Freizeit. Soziale Netzwerke wie Facebook, Snapchat, Instagram und YouTube schreien buchstäblich nach Aufmerksamkeit des Users, seine Konzentration wird permanent unterbrochen. Statt die Zeit sinnvoll zu nutzen, wird er durch Klingeltöne und Push-Nachrichten abgelenkt. Der eigene Drang, alle paar Minuten Nachrichten zu checken, wird immer stärker. Die Folge: Unsere Gesellschaft wird von der Technologie gekapert. 

Time Well Spent hat sich zur Aufgabe gemacht, ein Bewusstsein für Zeit und Nutzung in der digitalen Welt zu schaffen. Das Ziel: Weg vom Handy, zurück ins Leben! Der User soll lernen, mit digitalen Auszeiten umzugehen und sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren. Dafür konzipieren Technologie-Unternehmen ihre Dienste im Wohle der Nutzer und schaffen eine Welt, die durch sinnvoll genutzte Zeit regiert wird. Dabei hilft heute das Center for Humane Technology mit Tristan Harris als Co-Founder und Executive Director. Unterstützung findet er bei seinem Team aus «Weltklasse-Technologie-Experten». 

Erste Apps und Dashboards erhältlich

Umgesetzt werden unter anderem Apps und Dashboards, die dem User mehr Achtsamkeit in Bezug zu ihrem digitalen Verhalten schenken sollen. Je nach App wird ausserdem aufgezeigt, wie viele Benachrichtigungen der User von den einzelnen Apps empfangen hat. Um aktiv zu warnen, können Zeitlimits aktiviert werden. Nennenswerte Apps sind unter anderem MomentForest und ( OFFTIME ).

Googles Ansatz: Digital Wellbeing

Auch Google ist bereits mit der Initiative Digital Wellbeing auf den Zug aufgesprungen: Diese soll Usern ebenfalls helfen, ein Gleichgewicht zwischen dem «echten» und dem digitalen Leben zu finden. Die Nachfrage ist laut Google gross: Rund 70 Prozent streben an, in diese Balance zurückzufinden. Der erste Ansatz: Ein Google Dashboard, das einen aktuellen Überblick über die Dauer gibt, in welcher der User sein Smartphone und einzelne Apps nutzt.  

Hier finden Sie weitere Informationen zum Center for Humane Technology und Googles Digital Wellbeing.

Facebook Feature: «Your Time On Facebook»

Demnächst möchte auch Facebook seinen Usern helfen, den Überblick über ihre verbrachte Zeit im sozialen Netzwerk zu behalten. Mit dem Feature «Your Time On Facebook»werden Sie daran erinnert, öfter mal eine Pause von der App zu machen. Wann genau das Feature eingeführt wird, steht noch nicht fest. Comparis hält Sie auf dem Laufenden.

 

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