Gesundheit & Prävention

Spitalwahl: Die Hälfte der Schweizer fürchtet sich vor Behandlungsfehlern

STUDIE
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Komplikationen sind nie ausgeschlossen.

Ins Spital geht niemand gerne. Manchmal lässt sich der Aufenthalt aber nicht vermeiden. Dann wünscht man sich nichts mehr, als in den bestmöglichen Händen zu sein. Nach welchen Kriterien die Schweizer Bevölkerung ihr Wunschspital aussuchen würde, das wollte comparis.ch in einer Umfrage wissen. Dabei zeigt sich unter anderem, dass sich Herr und Frau Schweizer kaum für die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) publizierten vermeidbaren Todesfälle interessieren.

Die gute Nachricht vorneweg: Das Vertrauen in die Schweizer Spitäler und ihre Ärzte ist bei den Patienten ungebrochen hoch. Allerdings holen sich Herr und Frau Schweizer trotzdem gerne noch eine Drittmeinung ein, bevor sie sich unters Messer legen. Das gab zumindest die grosse Mehrheit der Befragten an, die kürzlich an einer Umfrage von comparis.ch und dem Marktforschungsinstitut Innofact teilgenommen haben.

Trotz hohem Vertrauen ist es den Umfrageteilnehmer beim Gedanken an eine Operation verständlicherweise aber doch nicht ganz wohl. Denn obwohl sich die Schweizer Spitäler auf sehr hohem Qualitätsniveau bewegen, lassen sich Komplikationen oder Behandlungsfehler im Operationssaal nämlich nie völlig ausschliessen. Das zeigen auch die statistischen Auswertungen des BAG, das über Mortalitäts-, Infektions- und Fehlerraten Buch führt und die Erkenntnisse auch publiziert. Allerdings sind die Resultate für Laien kaum interpretierbar.

Risiko Behandlungsfehler

Mit den Spital-Risiken gehen die Befragten unterschiedlich um: Rund die Hälfte hat überhaupt keine Angst vor einem Behandlungsfehler und möchte lieber nicht an die Risiken denken, die andere Hälfte fürchtet sich davor. Die Umfrageteilnehmer holen Informationen und Auskünfte in erster Linie bei ihrem Haus- oder Spezialarzt ein und auf entsprechenden Internetplattformen wie dem Spitalvergleich auf comparis.ch.

Mortalitätsrate: Aus den Augen, aus dem Sinn

Wie oft es in dem entsprechenden Spital ganz generell zu Komplikationen kommt, das zeigen öffentlich zugängliche Statistiken. Und darüber möchten sich die Befragten grundsätzlich auch informieren. Interessant ist allerdings: Besonders wenn es um die Mortalitäts-, auch Todesrate genannt, geht, dann dreht sich das Bild um 180 Grad – darüber möchten die meisten dann doch nicht nachdenken.

Blendet man die doch eher selten auftretenden Komplikationen aus, dann kann man sich in einem Spital durchaus wohl fühlen. Was es dazu braucht, das wollte comparis.ch ebenfalls von den Befragten wissen. Dabei zeigt sich einmal mehr, wie wichtig zwischenmenschliche Faktoren für den Patienten sind: Fast alle Umfrageteilnehmer sagen, freundliches Ärzte- und Pflegepersonal habe einen starken Einfluss ihr Wohlbefinden im Spital.

Lokale Sprachkenntnisse sind ein Muss

Einig sind sich die Umfrageteilnehmer auch darüber, dass Ärzte und Pflegepersonal ausreichend lokale Sprachkenntnisse mitbringen müssen. Ausserdem sei das Betriebsklima ein starker Wohlfühlfaktor und das Essen spiele durchaus auch eine Rolle. Dabei bleiben die meisten befragten Personen realistisch: Luxushotellerie-Niveau verlangen sie von einem Spital dann aber doch nicht – sagen zumindest 60 Prozent.

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Spital-Zusatzversicherung?

Sie sind weit verbreitet: Spital-Zusatzversicherungen für den stationären Aufenthalt in der halbprivaten oder privaten Abteilung im Zwei- oder Einbettzimmer. Operiert wird man zum bevorzugten Zeitpunkt vom Oberarzt, Chefarzt oder Belegarzt. Eine Spitalzusatzversicherung für die allgemeine Abteilung ganze Schweiz deckt die Zusatzkosten, wenn die Behandlung im gewünschten Spital teurer ist als im Wohnkanton, aber im Wohnkanton ebenfalls angeboten wird.

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