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Schuldenland Schweiz

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Privatkredit: für kopflosen Konsum oder Retter in der Not?

Privatkredite haben ein schlechtes Image in der Schweiz. Dies überrascht, denn über 30 Prozent der Bevölkerung lebt in einem Haushalt mit mindestens einem Kredit (Hypotheken nicht mitgerechnet). Erfahren Sie hier, in welchen Fällen ein Kredit Sinn machen kann, und wann Sie besser die Finger davon lassen.


Niemand macht gerne Schulden. Und trotzdem sind Schulden stärker verbreitet, als man auf den ersten Blick meinen könnte.
Die Gründe für eine Kreditaufnahme sind vielfältig. Gemäss dem Bundesamt für Statistik gibt es vor allem drei Gründe, weshalb Kredite aufgenommen werden (ohne Hypotheken):

Erwerb eines Fahrzeugs (18% der Bevölkerung)
- Erwerb von Einrichtungsgegenständen (7% der Bevölkerung)
- Begleichung anderer Schulden oder Rechnungen (3% der Bevölkerung)

Besonders beim Autokauf lohnt es sich, die Finanzierung genau unter die Lupe zu nehmen. Wer sein Auto nicht aus der Portokasse bezahlen kann oder möchte, für den ist ein Privatkredit durchaus eine prüfenswerte Alternative zum Leasing.

Privatkredit meist günstiger und flexibler als Leasing

Beim Abschluss eines Leasingvertrages ist vielen nicht bewusst, wie teuer Leasing tatsächlich ist. «Schaut man sich die Leasing-Finanzierung genauer an, belaufen sich die Kosten auf weit mehr als die reinen Leasingraten. Daher sollte man sich von den verlockenden Leasing-Angeboten nicht täuschen lassen, warnt Comparis-Bankenexperte Marc Parmentier. Ein Privatkredit ist oftmals günstiger und hat den zusätzlichen Vorteil, dass das Auto von Anfang dem Kreditnehmer gehört.

Zudem bietet ein Privatkredit mehr Flexibilität als Leasing, vor allem wenn es darum geht, den Finanzierungsvertrag unkompliziert zu beenden. «Hat man das Auto über einen Privatkredit finanziert, kann man es bei Bedarf jederzeit verkaufen und den Kredit zurückzahlen. Aus einem Leasing-Vertrag kommt man nicht so einfach und schon gar nicht ohne Mehrkosten raus, so Parmentier.

 


Für die Schuldensanierung nicht geeignet

Kredite werden nicht nur aufgenommen, um sich schnell einen Konsumwunsch zu erfüllen, sondern auch, um vorübergehende finanzielle Engpässe zu überbrücken. Denn Ereignisse wie Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit oder auch die Geburt eines Kindes können die Finanzen schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Ein Privatkredit kann die finanzielle Situation vorübergehend entschärfen.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn die betroffene Person bereits verschuldet ist. Schwierig ist die Situation vor allem dann, wenn Personen ihre Schulden begleichen möchten, aber am Ende des Monats nichts auf die Seite legen können. Ein Privatkredit mag zwar kurzfristig die Schuldenlast etwas lindern, führt aber mittel- und langfristig zu einer Verschärfung der Schuldensituation. Die Aufnahme eines Privatkredits sollte nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn das Budget grundsätzlich im Gleichgewicht ist. Ist dies nicht der Fall, empfiehlt es sich, eine Beratungsstelle aufzusuchen.


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