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Konsumkreditgesetz: Das Wichtigste im Überblick

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Bild: iStock / SimonLukas

Das Konsumkreditgesetz schützt Konsumenten vor Überschuldung. Es verlangt etwa eine ausführliche Kreditfähigkeitsprüfung. 

Rechte für Kreditnehmer – Pflichten für Kreditgeber: Das Konsumkreditgesetz (KKG) regelt die gewerbsmässige Vergabe von Konsumkrediten an Privatpersonen.

Geltungsbereich des Gesetzes

Neben Konsumkrediten fallen Leasingverträge, Kredit- und Kundenkarten sowie Überziehungskredite (mit Kreditoption) unter das Gesetz. Für die letzten drei gelten nur Teile des KKG.  

Ein Konsumkredit erfüllt nach dem Gesetz folgende Voraussetzungen:

  • privater Verwendungszweck
  • Kreditbetrag ab CHF 500 bis maximum CHF 80'000 
  • Kredit läuft länger als drei Monate
  • Keine hinterlegten Sicherheiten

Fällt Ihr Kredit nicht unter das Konsumkreditgesetz? Dann kommt die Gesetzgebung über den Darlehensvertrag zur Anwendung. Dabei fällt beispielsweise das Widerrufsrecht weg – die Auszahlung geschieht direkt. Ansonsten wenden die meisten Institute die KKG-Grundlagen trotzdem an. Sie möchten damit Risiken und Ausfälle möglichst tief halten.

Ziel des Konsumkreditgesetzes

Das Konsumkreditgesetz schützt Kreditnehmende vor Überschuldung durch Konsumkredite. Zentrale Elemente des Gesetzes sind:

  • Werbeverbot für aggressive Konsumkredite
  • Obligatorische Kreditfähigkeitsprüfung durch Kreditinstitute
  • Einhaltung des Höchstzinssatzes
  • Widerrufsrecht der Kreditnehmer
  • Meldepflicht der Kreditgeber für gewährte Kredite
  • Vorzeitige Rückzahlung

Werbeverbot für aggressive Konsumkredite

Aggressive Werbung für Konsumkredite ist verboten. Die Kreditbranche hat in einer Konvention definiert, was darunter zu verstehen ist. 

Prüfung der Kreditfähigkeit durch Kreditinstitute

Vor Vertragsabschluss nimmt jeder Kreditgeber eine Kreditfähigkeitsprüfung vor. Ein Konsument gilt unter den folgenden Kriterien als kreditfähig:

  • Der Kredit kann innert 36 Monaten zurückgezahlt werden.
  • Der notwendige minimale Lebensbedarf kann gedeckt werden.

Die Kreditinstitute berücksichtigen bei der Prüfung bestehende Verpflichtungen (laufende Kredite und Leasings) des Kreditnehmers. Die Daten werden durch die Informationsstelle für Konsumkredit (IKO) verwaltet. Die IKO steht unter Aufsicht des Bundes und dem Datenschutzgesetz.

Sie haben bei der IKO ein Selbstauskunftsrecht. Senden Sie dafür einen handschriftlich unterzeichneten Antrag zur Auskunftserteilung mit Ausweiskopie (ID, Pass, Führerschein) an das IKO. Ausser Ihnen haben ausschliesslich Kreditgeber Zugang zu Ihren Daten.

Bei anschliessend positiver Bonitätsprüfung entscheidet der Kreditgeber über die Vertragsvergabe und -konditionen (z.B. effektiver Jahreszins)

Unterschied ZEK und IKO

Neben der IKO existiert mit der Zentralstelle für Kreditinformationen (ZEK) eine weitere Datenbank. Das ZEK ist die schweizerische Evidenzzentrale für Bonitätsinformationen aus Kreditgeschäften natürlicher und juristischer Personen.

Die ZEK und die IKO sind zwei Vereine mit gleichem Ziel: Überschuldung verhindern. Im Bereich der Administration arbeiten sie zusammen – Vorstände und Datenbanken sind separat. Dabei deckt die IKO die Vorgaben des KKG ab. Die Daten des ZEK sind umfangreicher. Es umfasst etwa nicht dem KKG unterstelle Verpflichtungen. Das ZEK registriert:

  • Positive Meldungen über Kredit-, Leasing- und Kreditkarteninteressenten
  • Verpflichtungen und Bonität von Kredit-, Leasing- und Karteninhabern

Höchstzinssatz für Kredite bei 10 Prozent

Der Kreditgeber definiert den Kreditsatz im Rahmen des Gesetzes. Dafür legt der Bundesrat jährlich den höchstens zulässigen effektiven Jahreszins fest. Aktuell liegt dieser bei 10 Prozent für Barkredite. Der Maximalzins für Kredit- und Kundenkarten mit Überziehungsmöglichkeit liegt bei 12 Prozent.

Wie hoch ist Ihr maximaler Kreditbetrag? Berechnen Sie jetzt Ihre Kreditlimite.

Widerrufsrecht innert 14 Tagen

Haben Sie sich umentschieden? Sie dürfen einen Konsumkreditvertrag innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Vertragskopie schriftlich widerrufen. Aus diesem Grund erfolgt die Auszahlung des Kredits am 15. Tag.

Kredite sind meldepflichtig

Die Kreditinstitute müssen der IKO die gewährten Konsumkredite melden. Für jeden Kredit sind die folgenden Daten hinterlegt: 

  • Name, Vorname, Adresse, Geburtsdatum des Kreditnehmers
  • Kreditart
  • Vertragsbeginn
  • Anzahl Raten
  • Bruttobetrag des Kredits (inkl. vertraglich vereinbarter Zinsen und Kosten)
  • Vertragsende (soweit vereinbart)
  • Höhe der Tilgungsraten (soweit vereinbart) Zahlungsverzüge sind der IKO ebenfalls zu melden.

Möglichkeit zur vorzeitigen Rückzahlung

Sie dürfen Ihren Konsumkredit bereits vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit zurückzahlen. Die Zinsen für die nicht beanspruchte Kreditdauer entfallen.  

Haben sich während der Kreditlaufzeit Ihre persönlichen- oder die Marktgegebenheiten geändert? Prüfen Sie, ob sich eine Kreditablösung lohnt. 

 

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