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Bezahlen im Ausland – Debitkarte, Kreditkarte oder Bargeld?

TIPPS
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Beim Bargeldbezug mit der Kreditkarte ist gerade im Ausland mit hohen Gebühren zu rechnen. Bild: Thinkstock

Vor den Ferien stellen sich viele Schweizerinnen und Schweizer die gleiche Frage: Wie kann ich im Ausland am günstigsten bezahlen? Im Dschungel von Wechselkursen und Gebühren ist es nicht immer einfach, den Durchblick zu behalten. comparis.ch hat die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Das perfekte Zahlungsmittel auf Reisen gibt es nicht. In der Regel fährt man am besten mit einem Mix aus verschiedenen Zahlungsmitteln, d.h. zum Beispiel Bargeld, Debit- und Kreditkarte. So kann situativ die günstigste bzw. bequemste Form des Bezahlens gewählt werden. Empfehlenswert ist auf jeden Fall, eine kleine Menge Bargeld bereits vor der Abreise zu wechseln, um kleinere Ausgaben bei der Anreise zu decken – beispielsweise für die Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel.

Geld eher im Reiseland wechseln

Grundsätzlich sollte man grössere Mengen Bargeld allerdings erst nach Ankunft im Reiseland wechseln, da die Umtauschgebühren vor Ort im Normalfall niedriger sind als in der Schweiz. Wenn man in Länder der Euro-Zone reist, macht es sicher Sinn, sich bereits vor Reiseantritt bei seiner Hausbank mit Euros zu versorgen. Die Hausbank nimmt in der Regel keine Gebühren für den Wechsel. So spart man sich die Gebühren für einen Bargeldbezug im Ausland.

Wichtig ist vor allem, sich vor der Reise darüber zu informieren, wie viel Bargeld ins Zielland eingeführt werden darf und ob dies beim Zoll deklariert werden muss. Tut man das nicht, drohen hohe Bussen. Ebenfalls sollte man sich darüber bewusst sein, dass das Mitführen von viel Bargeld insofern riskant ist, als dass das Geld bei Verlust oder Diebstahl nicht ersetzt wird. Kredit- und Debitkarten hingegen kann man sperren lassen.

Geld beziehen am besten mit der Debitkarte

Möchte man im Ausland Bargeld beziehen, ist es in der Regel am günstigsten, dies mit der Debitkarte (Maestro / EC-Karte) zu tun. Ein Barbezug schlägt zwar mit rund 5 Franken zu Buche, ist aber vergleichsweise günstig. Von einem Barbezug mit der Kreditkarte ist abzusehen, da die Gebühren höher sind als bei Debitkarten. Die Kreditkartenanbieter verlangen meist mindestens 10 Franken pro Barbezug, manche gar bis 4 Prozent des bezogenen Betrags. Hinzu kommt je nach Anbieter ein Transaktionszuschlag von 0,9 bis 2,5 Prozent. Von einem Barbezug am Bankschalter sollte man ebenfalls absehen, da die Gebühren noch höher sind als beim Barbezug über den Automaten.

Bezahlen von kleinen Beträgen lohnt sich mit Kreditkarte

Neben der Kreditkarte eignet sich auch die Debitkarte fürs bargeldlose Bezahlen. Allerdings lohnt sich deren Einsatz erst ab einem Betrag von ungefähr 150 Franken. Grund dafür ist, dass beim Bezahlen mit der Maestro-Karte meistens ein fixer Spesenbetrag von 1.50 Franken gilt; bei der Kreditkarte sind die Spesen von der Höhe des Einkaufsbetrags abhängig. Das heisst, je höher der Betrag, desto eher lohnt sich das Bezahlen per Debitkarte.

Sowohl beim Bezahlen als auch beim Barbezug mit Karte stellt sich die Frage nach der günstigsten Währung. Denn mit dem Service „Dynamic Currency Conversion“ (DCC) kann der Karteninhaber auch direkt in der Währung des Kreditkartenkontos bezahlen bzw. Geld beziehen. Dies mag auf den ersten Blick eine interessante Option sein, da man sich mit Beträgen in der Heimwährung wohler fühlen mag. Hier empfiehlt sich jedoch, immer die Lokalwährung zu wählen. Denn einerseits sind Gebühren für Auslandzahlungen auch mit der Frankenwahl unausweichlich. Andererseits werden bei der DCC oft Umrechnungskurse verwendet, die für den Kunden nachteiliger sind als Kurse, die bei einer Umrechnung in der Schweiz eingesetzt werden.

Travel Cash Karte als Alternative

Eine weitere aber eher teure Möglichkeit für den Bargeldbezug und das Bezahlen im Ausland ist die Swiss Bankers Travel Cash Card. Es handelt sich dabei um eine Mastercard auf Guthaben-Basis. Der Vorteil dieser Karte ist, dass keine Verbindung zu einem Konto besteht. Der Barbezug kostet – abhängig von der Kartenwährung – 5 Franken, 5 Euro oder 5 US-Dollar. Für das Bezahlen in Geschäften beträgt die Gebühr 1 Franken bzw. 1 Euro oder 1 US-Dollar. Allerdings wird für das Laden der Karte eine Kommission – in der Regel von 1,5 Prozent des Ladebetrags – fällig.

Da es in der Schweiz keine Karte gibt, die sowohl für den Barbezug als auch für das Bezahlen im Ausland die günstigsten Gebühren bietet, empfiehlt sich, sowohl eine Debit- als auch eine Kreditkarte mitzunehmen. Zusätzlich erspart man sich viele Unannehmlichkeiten, sollte das Geldabheben oder Bezahlen mit der einen Karte mal nicht möglich sein.