Zusatzversicherung

Zusatzversicherung: Überflüssig oder doch nötig?

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Zahnbehandlungen – übernimmt die Grund- oder Zusatzversicherung Kosten? Bild: iStock / filadendron

Eigentlich gewährleistet bereits die obligatorische Kranken-Grundversicherung in der Schweiz eine sehr gute medizinische Versorgung. Eigentlich. Denn unvorhergesehene Kosten drohen: ob durch teure Zahnbehandlungen bis hin zur langwierigen Psychotherapie. Bei solchen Leistungslücken hilft eine Zusatzversicherung. Doch wie findet man sich im Tarifdschungel zurecht? Wir sagen es Ihnen.

Die Heilungskosten aus Krankheit bezahlt ihre Krankenkasse, bei Unfällen die Unfallversicherung. Was genau übernommen wird, legt dabei der Leistungskatalog fest. Alles, was nun über diese Leistungen hinausragt, bricht auf den Patienten herein. Vom Einzelzimmer im Spital oder einer Therapie zur Raucherentwöhnung – solche Kosten können schnell die Haushaltskasse in Schieflage bringen. Es sei denn, man hat eine Zusatzversicherung in der Hinterhand. Und die gibt es sowohl für Spitalaufenthalte, ambulante Behandlungen oder auch für die Folgen aus einem Unfall.

Spitalzusatzversicherung

Die obligatorische Krankenpflegeversicherung deckt nur den Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung. Bei ausserkantonalen Spitalbehandlungen übernimmt sie höchstens den Tarif, der am Wohnort gilt. Mit einer Spitalzusatzversicherung hat der Patient freie Hand bei der Wahl, den Leistungen und dem Komfort des Spitalaufenthalts. Die Versicherung übernimmt die Mehrkosten. Wer beispielsweise einen medizinisch nicht zwingend nötigen Spitalaufenthalt in der ganzen Schweiz versichern möchte (die Versicherung übernimmt dann eine allfällige Preisdifferenz zwischen dem Spital im Heimatkanton und dem ausserkantonalen), der bekommt diese Deckung bereits ab CHF 2.40 im Monat. Die Versicherung für einen Aufenthalt in der privaten oder halbprivaten Abteilung eines Spitals ist dagegen teurer.

Ambulante Zusatzversicherung

Ambulante Zusatzversicherungen decken persönliche Gesundheitsbedürfnisse, die über die obligatorische Grundversicherung hinausgehen. Das können alternative Behandlungsmethoden sein, die von Nicht-Schulmedizinern durchgeführt werden, nichtkassenpflichtige Medikamente oder sogar zahnärztliche Behandlungen.

Finden Sie hier eine detaillierte Übersicht zu ambulanten Zusatzversicherungen und Spitalzusatzversicherungen.

Unfallzusatz

Weil die gesetzlichen Leistungen (Unfalldeckung in der Grundversicherung) nicht alle unfallbedingten Heilungskosten decken, kann es klug sein, sich für eine Unfallzusatzversicherung zu entscheiden. Meist übernehmen diese Versicherungen Kosten, die sonst nicht komplett gedeckt sind. Wer also auf Hauspflege, Haushaltshilfe und Kuren nicht verzichten und sich nicht an Transport- und Rettungskosten beteiligen möchte, der sollte einen Unfallzusatz in Betracht ziehen.

Trennung von Grund- und Zusatzversicherung

Die Grundversicherung bei der einen Versicherung, die Zusatzversicherung bei der anderen – das ist problemlos möglich. Weil die Leistungen in der Grundversicherung gesetzlich geregelt sind und dadurch bei allen Kassen mehr oder weniger gleich sind, fährt man auch mit einer günstigen Police sehr gut. Vorausgesetzt, die Servicequalität der Versicherung stimmt.

Die Zusatzversicherung hingegen sollte man nach den persönlichen Deckungsbedürfnissen sowie dem Leistungsumfang auswählen und sich dann für den besten Anbieter entscheiden. Aber wie nun die passende auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Zusatzversicherung finden? Hier hilft der Comparis-Vergleichsrechner:


Kündigungsfristen und Vertragswechsel

Wer Zusatzversicherung gefunden hat, sollte auch einen Blick auf die Vertragsdauer werfen. Denn Vorsicht: Einige Versicherungen weisen Laufzeiten von bis zu fünf Jahren auf. Und wird diese dann nicht fristgerecht gekündigt, verlängern sie sich automatisch um weitere fünf Jahre.

Die meisten Anbieter haben aber eine Laufzeit von einem Jahr, wobei drei Monate vor Laufzeitende gekündigt werden muss. Das heisst: Läuft eine Zusatzversicherung bis Ende Dezember, muss die Kündigung bis zum 30. September bei der Kasse eingetroffen sein. Informieren Sie sich über diesen Link zu den Kündigungsfristen.

Wichtig: Kündigen Sie Ihre alte Zusatzversicherung erst, wenn von der neuen Kasse eine vorbehaltlose Aufnahmebestätigung vorliegt.

 

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