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Brustverkleinerung: Wann zahlt die Krankenkasse?

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Eine grosse Oberweite kann zu starken Rückenschmerzen führen. Bild: iStock / elenaleonova

Ein grosser Busen kann ebenfalls zur grossen Belastung werden: nicht nur psychisch und physisch, sondern auch finanziell. In welchem Fall die Krankenkasse Teile der Kosten übernimmt, zeigt Comparis.

Eine Brustoperation ist nicht einer Schönheitsoperation gleichzustellen. Viele Eingriffe sind medizinisch notwendig: Denn Frauen mit übergrossen Brüsten leiden.

Grosse Brüste beeinträchtigen

So gehen grosse Brüste oft mit körperlichen Beschwerden einher. Die Betroffenen haben oft Nacken- und Rückenschmerzen, die trotz Therapie immer wiederkehren oder gar zu bleibenden Haltungsschäden führen. Im Extremfall wiegen Brüste pro Seite zwei Kilogramm – eine erhebliche Belastung für die Wirbelsäule. Zum Leidensalltag gehören auch Ekzeme in der Unterbrustfalte und schmerzhaft einschneidende BH-Träger. Hinzu kommt bei vielen ein psychischer Leidensdruck.

Eine Brustverkleinerung schafft Abhilfe

Mit einer Brustverkleinerung – auch Brustreduktion oder Mammareduktion genannt – können die betroffenen Frauen von ihren Problemen erlöst werden. In einer Operation wird Haut-, Brustdrüsen- und Fettgewebe entfernt. Dadurch verringert sich das Volumen. Die Brustwarze wird an ihren ursprünglichen Platz gebracht. Mit dem verbleibenden Gewebe wird die Brust neu geformt und von einem strafferen Hautmantel umgeben.

Eine Brustverkleinerung kann prinzipiell in jedem Alter durchgeführt werden. Wichtige ist jedoch, dass das Körperwachstum abgeschlossen und die Brust vollständig entwickelt ist. Hier erfahren Sie mehr zur Operation.

Krankenkasse übernimmt nicht immer

Eine Operation ist teuer: Sie kostet oft mehr als 10‘000 Franken. Einen Teil dieser Kosten übernehmen Krankenkassen in gewissen Fällen, da sehr grosse Brüste zu gesundheitlichen Problemen führen. Grundsätzlich müssen folgende Kriterien erfüllt sein, damit die obligatorische Krankenversicherung eine Brustverkleinerung als Pflichtleistung anerkennt:

  • Die grossen Brüste verursachen regelmässige, körperliche oder psychische Beschwerden mit Krankheitswert.
  • Zwischen den Beschwerden und der grossen Brust besteht ein Kausalzusammenhang.
  • Der Eingriff zielt auf die Beseitigung dieser Beschwerden ab.
  • Es werden mindestens 500 Gramm Gewebe (pro Seite) entfernt..
  • Der Body Mass Index (BMI) darf 25 kg/m² nicht übersteigen.
  • Konservative Massnahmen (z.B. Medikamente, Physiotherapie oder Rückentraining) sind wirkungslos geblieben.

Erfüllen Sie diese Kriterien nicht, gilt die Brustreduktion als kosmetischer Eingriff. Letzte Hoffnung einer Kostenübernahme ist eine Zusatzversicherung: Diese übernimmt einen Teil der Behandlungskosten. Für kosmetische Eingriffe bieten einige Krankenkassen entsprechende Zusatzversicherungen an. Eine solche übernimmt in der Regel auch einen Kostenanteil einer Brustvergrösserung.

So oder so empfiehlt sich: Konsultieren Sie einen Chirurgen und fragen Sie bei der Krankenkasse nach, ob und in welchem Umfang sie die Kosten einer Brustreduktion übernimmt. Verlangen sie in jedem Fall eine Kostengutsprache. In Streitfällen wenden sie sich online an die Ombudsstelle der Krankenversicherungen.

Aufgepasst: Wer vor der Kassen-Zusage beim Arzt eine Vorauszahlung macht, akzeptiert den Preis.

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