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Brille: Wann lohnt sich eine Zusatzversicherung?

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Da hat die Kleine gut lachen: Denn ihre schwarze Brille auf dem Näschen bezahlt noch die Grundversicherung.

200, 500 oder sogar 1000 Franken – Brillen sind eine teure Angelegenheit. Nur zu schön wäre es, wenn man von der Krankenkasse dafür einen Zuschuss bekäme. Doch seit 2011 kommt die Grundversicherung dafür nicht mehr auf – ausser für Kinder. Bleibt also eine Zusatzversicherung. Doch rechnet sich die überhaupt? 

Wer für Brillen und andere Sehhilfen nicht selber aufkommen möchte, der kann eine entsprechende Zusatzversicherung abschliessen. Diese gibt es bereits unter zehn Franken im Monat.

Allerdings gilt, dass es eine reine Brillen- und Kontaktlinsen-Zusatzversicherung gar nicht gibt. Die Versicherungsgesellschaften bieten diese Sonderdeckung nämlich ausschliesslich im Verbund mit anderen Leistungen an. Beispielsweise mit Zuschüssen für Psychotherapie, Mutterschaftskursen bis hin zu Vorsorgeuntersuchungen sowie Kostenübernahmen für Transport-und Rettungskosten. 

Sehhilfen ausschliesslich im Paket mit weiteren Leistungen

Wer ein solch umfassendes Paket ausschliesslich im Hinblick auf den Kostenbeitrag für Sehhilfen abschliesst, für den lohnt sich die Zusatzversicherung meist nicht. Zumal der jährliche Zuschuss meist auf 150 bis 200 Franken begrenzt ist.

Ein Beispiel: Die monatliche Prämie für die Zusatzversicherung beträgt 10 Franken, der Jahresbeitrag kommt folglich auf 120 Franken zu stehen. Für die Brille würde die Versicherung im Jahr 150 Franken zahlen (Achtung: Diese Beteiligung lässt sich nicht über die Jahre kumulieren.). Wer auf eine günstige Brille setzt, die um die 200 Franken kostet, der hätte 120 Franken an Prämien bezahlt, und so gerade mal 30 Franken (150-120=30) beim Kauf gespart.

Allerdings lässt sich die Rechnung auch anders aufstellen: Wer sich nämlich breit absichern möchte, der profitiert bei diesen Zusatzversicherungspaketen von einem gut ausgestatteten Strauss von Leistungen – und bekommt gleich noch etwas an die neue Brille bezahlt. 

Und bei Kindern?

Braucht ihr Kind eine Sehhilfe, springt nach wie vor die Grundversicherung ein. Sie beteiligt sich mit 180 Franken pro Kalenderjahr an den Kosten für die Brille. Und das bis zum vollendeten 18. Lebensjahr ihres Sprosses. Wem dieser Deckungsumfang nicht reicht, der kann für diesen Fall eine entsprechende Zusatzversicherung abschliessen.

4 Tipps für die Brillen-Zusatzversicherung

  1. Das Gesamtpaket, in welchem die Brillen-Zusatzversicherung angeboten wird, genau studieren. Frage: Ist das Paket die für mich ideale Kombination von unterschiedlichen Leistungen?
  2. An die Beteiligungsobergrenze denken. Frage: Reicht der von der Versicherung übernommene jährliche Beitrag für meine Bedürfnisse (meist rund CHF 150)?
  3. An die Versicherungslaufzeit denken, die bis zu fünf Jahre betragen kann. Frage: Will ich mich langfristig an die Zusatzversicherung binden oder möchte ich flexibel bleiben?
  4. Die Prämienhöhe und Leistungsdeckung unter den verschiedenen Versicherungsgesellschaften gut vergleichen. Frage: Bezahle ich für die Versicherung mehr als nötig?