Krankheiten & Symptome

Heuschnupfen: Die 6 wichtigsten Fragen zur Pollenallergie

TIPPS
|
Bild: iStock / Kontrec

Tränende Augen, laufende Nase: Für Allergiker beginnt in jedem Frühling aufs Neue die Leidenszeit. Comparis beantwortet für Sie die sechs wichtigsten Fragen zur Pollenallergie.

1. Was geschieht im Körper bei Heuschnupfen?

Heuschnupfen ist die Folge einer Überreaktion des Körpers auf Blütenstaub. Bei einer Pollenallergie spielt das menschliche Immunsystem verrückt. Es bildet Antikörper gegen bestimmte Eiweisse in Bäumen und Gräsern. Bei erneutem Kontakt werden Histamine ausgeschüttet. Sie weiten die Blutgefässe, wodurch Nasenschleimhaut und Augenbindehaut anschwellen. Die Bronchien dagegen verengen sich. Gleichzeitig fördern sie Entzündungsprozesse. Kurzum: Histamine verursachen die lästigen Symptome, die Allergiker den Winter herbeiwünschen lassen.

Kurzfristig geht von einer Pollenallergie meist keine Gefahr für die Gesundheit aus. Trotzdem ist es wichtig, mit einem Arzt darüber zu sprechen. Langfristig können die unbehandelten Beschwerden nämlich zu chronischem Asthma führen.

2. Wo liegt die Ursache für Pollenallergie?

Die Zahl der Heuschnupfen-Erkrankten hat sich über die letzten 100 Jahre verzwanzigfacht. Warum genau immer mehr Menschen auf Blütenstaub reagieren, ist bisher nicht hundertprozentig klar. Vererbung spielt sicherlich eine Rolle. Aber auch Umweltbedingungen scheinen ihren Teil dazu beizutragen, dass es immer mehr Pollenallergiker gibt. So vermuten Fachleute, dass auch Luftverschmutzung und Klimaveränderungen für die Zunahme von Allergien verantwortlich sind. Je länger und trockener die warmen Jahreszeiten sind, desto besser gedeihen z.B. hochallergene Pflanzen wie Ambrosia. Auch zu viel Hygiene und zu wenig Kontakt zu Tieren können das menschliche Immunsystem negativ beeinflussen.

3. Ab wann beginnt die Heuschnupfen-Saison?

Das grosse Niesen und Schnupfen beginnt meist schon im Februar mit Hasel- und Erlepollen, den sogenannten Frühblühern, und geht bis in den September. Hochsaison ist der Frühling, wenn alles zu blühen und zu spriessen beginnt. Besonders Birkenpollen und Gräser rufen allergische Reaktionen hervor. Von den rund 3’500 Pflanzen in der Schweiz sind etwa 20 für Pollenallergien verantwortlich. Das mag harmlos klingen, reicht aber aus, dass sich rund 1,2 Millionen Menschen in der Schweiz mit Heuschnupfen plagen.

Möchten Sie genau wissen, was wann blüht, empfiehlt sich die App «Pollen-News» vom aha! Allergiezentrum Schweiz. So müssen Sie nur einen kurzen Blick aufs Smartphone werfen, um zu erfahren, wo wie viele Pollen fliegen.

Alternativ finden Sie hier einen Pollenkalender der Schweiz zum Download

4. Welche Medikamente helfen gegen Heuschnupfen?

Wer unter Heuschnupfen leidet, hat mehrere Möglichkeiten, um das Leiden zu lindern. Hier finden Sie eine – nicht vollständige – Liste von Möglichkeiten:

Wichtig: Wer zu Antihistaminika greift, sollte sich bewusst sein, dass diese erst dann richtig wirken, wenn sie bereits einige Tage eingenommen wurden. Sie sollten also nicht nur dann eine Tablette nehmen, wenn Sie allergische Reaktionen spüren. Es lohnt sich, schon kurz vor der Saison mit der Einnahme zu beginnen und diese auch nicht auszulassen, wenn es beispielsweise einmal einen Tag regnet. Eine längerfristige Einnahme von Antihistaminika ist vor allem für Personen relevant, die eine starke Pollenallergie haben. Damit erreichen Sie eine optimale Wirkung. Sind Sie nur wenig allergisch, können Sie die Medikamente auch nur punktuell einnehmen.

Trotz Rezeptfreiheit sollten Sie sich über mögliche Nebenwirkungen informieren. Bei Antihistaminika der 1. Generation kommt es beispielsweise häufig zu starker Müdigkeit, weshalb besonders im Verkehr oder beim Bedienen von Maschinen Vorsicht geboten ist. Diese Nebenwirkungen sind bei der 2. Generation zwar viel weniger häufig, dafür können Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle auftreten.

Bei langjährigen oder starken Beschwerden lohnt sich ein Arztbesuch. Diverse Antihistaminika und kortisonhaltige Nasensprays sind nur auf ärztliches Rezept erhältlich

Auf Dauer können die Medikamente ganz schön ins Geld gehen. Die Grundversicherung bezuschusst nur Präparate, die in der offiziellen Spezialitätenliste des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) aufgeführt sind und vom Arzt verschrieben wurden. Wer also sicher gehen will, dass die Medikamente von der Grundversicherung übernommen werden, lässt sich am besten von seinem Arzt beraten. Ohne eine spezielle Zusatzversicherung bedeutet das auch: Medikamente, die Sie auf eigene Faust und ohne Rezept kaufen, zahlen Sie aus eigener Tasche.


5. Warum lohnt sich der Kauf von Generika?

Je nach Grad und Dauer der Beschwerden geben Pollenallergiker bis zu mehreren hundert Franken jährlich für Medikamente aus. Wer aufpasst, kann allerdings viel Geld sparen – und zwar mit sogenannten Nachahmerpräparaten oder auch Generika. Diese sind bezüglich Wirkstoff, Dosierung und Darreichungsform mit dem Original identisch. Sie kommen auf den Markt, wenn der Patentschutz eines Originalmedikaments abgelaufen ist – und kosten deutlich weniger als das Original, nämlich mindestens 20 Prozent. Dies kann sich gerade bei einer Einnahme über mehrere Monate lohnen.


6. Wie kann ich mich im Alltag vor Pollen schützen?

Wer zu Heuschnupfen neigt, der sollte gerade im Frühling immer genügend Medikamente im Haus haben. Mit einfachen Massnahmen lässt sich die Pollenbelastung für Betroffene auch im Alltag im Zaum halten – und die allergische Reaktion reduzieren. Wir haben einige nützliche Tipps für Sie aufgelistet.

  • Zum richtigen Zeitpunkt lüften: In der Stadt am Morgen, auf dem Land besser am Abend. Sonst Fenster und Türen geschlossen halten
  • Wohnung mit einem feuchten Lappen reinigen
  • Taschentücher nur einmal verwenden
  • Nase mit Salzwasser spülen
  • Lüftung im Auto ausschalten (ausser es ist ein Pollenfilter eingebaut)
  • Staub vermeiden: Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln
  • Vor dem Schlafengehen Haare waschen und Bett neu beziehen
  • Ein Pollenschutz-Netz fürs Fenster installieren