Krankenkassen

«Wie wichtig ist den Parlamentskandidaten das Gesundheitswesen?»

INFO
| von Felix Schneuwly |
Bild: iStock / Markus Thoenen

Wie wichtig ist den Kandidierenden fürs eidgenössische Parlament das Gesundheitswesen? Was ist ihre Haltung zu den aktuell brennenden Themen wie Mehrjahresfranchisen, elektronisches Patientendossier oder Ärztestopp? Die Kalaidos Fachhochschule Schweiz  und Comparis haben gemeinsam die künftigen Parlamentarier befragt.

Krankenkassenprämien bereiten Herrn und Frau Schweizer die grössten Sorgen. Auch für die Kandidierenden des eidgenössischen Parlamentes steht über alle Parteien hinweg «Soziales und Gesundheitswesen» weit oben auf der Prioritätenliste. Im Gesamtranking über alle grossen Parteien und Themen hinweg steht dieser Aspekt sogar an vorderster Stelle; knapp vor «Energie und Umwelt» sowie vor dem Bildungswesen.

Gute Chancen für Mehrjahresverträge bei Wahlfranchisen

Laut den Antworten der 241 Umfrageteilnehmenden wird in der nächsten Legislaturperiode die Selbstverantwortung der Versicherten einen höheren Stellenwert geniessen als der Fokus auf staatliche Kostensenkungsprogramme. So befürworten die Parlamentsanwärterinnen und –anwärter die Einführung von Mehrjahresverträgen auf freiwilliger Basis in der Grundversicherung als Alternative zu den in der auslaufenden Legislatur gescheiterten mehrjährigen Knebelverträgen.

Von den Kandidierenden der grossen Parteien in der Schweiz lehnen einzig jene der SP und der Grünen Mehrjahresverträge ab. Am höchsten ist die Zustimmung («ja» und «eher ja») bei der BDP (81 Prozent), den Grün-Liberalen (78 Prozent) und der CVP (76 Prozent). Besonders stark befürworten die unter 25-jährigen Kandidierenden (72 Prozent) freiwillige Mehrjahres- als Ergänzung zu den Einjahresverträgen.

«10-Prozent-Initiative» könnte durchkommen

Auch die 10-Prozent-Initiative hätte gemäss den Kandidierenden Chancen auf Realisierung. Sie will die Krankenkassenprämie für die Grundversicherung auf maximal 10 Prozent des Einkommens eines Haushaltes begrenzen. Bei Überschreitung dieser Grenze soll der Staat mit einer Prämienverbilligung eingreifen.

Einzig die Kandierenden der FDP lehnen die Initiative geschlossen ab. Geschlossen befürwortet wird sie demgegenüber von den Vertretern der SP, Grünen und der EVP. Doch auch im bürgerlichen Lager erhält die Initiative Unterstützung. Bei der BDP befürworten immerhin 46 Prozent der Befragten die Initiative, bei den Grünliberalen 41 Prozent. Für den Comparis-Experten nimmt die 10 Prozent-Initiative ein Unbehagen auf, «das die Kantone mit der KVG-konformen Umsetzung der Prämienverbilligungen rasch beseitigen können und müssen».

Die Antworten im Detail

Fast 200 Kandidierende haben ihre Antworten auf alle Fragen zur Publikation freigegeben. Sie finden diese in der folgenden Datei (im Excel-Format) zum Download.

Vollständige Antworten der Befragten