Gesundheit & Prävention

Welche Impfungen bezahlt die Grundversicherung?

INFO
|
Bild: iStock / Tero Vesalainen

Gewisse Impfungen deckt die Grundversicherung. Für andere benötigen Sie eine Zusatzversicherung. Ausschlaggebend für die Kostenübernahme ist der Schweizerische Impfplan.

Die Grundversicherung übernimmt die Kosten für die in der Schweiz empfohlenen Basisimpfungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Diese sind abschliessend aufgelistet im Schweizerischen Impfplan. Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) aktualisiert den Impfplan regelmässig in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und Swissmedic.

Welche Impfkategorien gibt es?

Es gibt verschiedene Kategorien von empfohlenen Impfungen:  

  • Empfohlene Basisimpfungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
  • Empfohlene ergänzende Impfungen
  • Für Risikogruppen/Risikosituationen empfohlene Impfungen  

Ergänzende Impfungen schützen Personen vor klar definierten Risiken wie etwa einer Meningokokken-Ansteckung. Sie bieten einen eher geringen Nutzen für die öffentliche Gesundheit. Doch können sie für das Individuum einen grossen Vorteil bedeuten.

Impfungen für Risikogruppen sollen besonders anfällige Bevölkerungsgruppen wie Frühgeborene oder Personen mit Immundefekt schützen. Zusätzlich sind sie für Personen vorgesehen, die mit kranken oder anfälligen Menschen in Kontakt kommen, wie Ärztinnen und Ärzte oder Pflegepersonal. Auch für Menschen mit Risikoverhalten wie intravenösem Drogenkonsum gibt es zusätzliche Impfungen.  

Welche Impfungen deckt die Grundversicherung?

Die Kosten für folgende Impfungen (Stand 2019) übernimmt die Grundversicherung abzüglich Selbstbehalt und Franchise:

  • Masern, Mumps und Röteln (MMR)
  • Windpocken (Varizellen)
  • Diphterie (alle zehn Jahre)
  • Tetanus (alle zehn Jahre)
  • Keuchhusten (Pertussis)
  • Haemophilus Influenzae Typ B
  • Pneumokokken
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis)
  • Hepatitis B
  • Hepatitis A bei speziellen Risikogruppen
  • Influenza: Jährliche Grippeimpfung für Personen ab 65 Jahren und Personen mit erhöhtem Komplikationsrisiko bei Grippeerkrankung.
  • Gebärmutterhalskrebs (Humane Papillomaviren, HPV): Bei Mädchen und jungen Frauen im Alter von 11 - 19 Jahren werden Impfkosten ohne Kostenfolge rückvergütet, sofern die Impfung im Rahmen eines kantonalen Programms durchgeführt wird.

Die Kosten für eine Tetanusimpfung nach einem Unfall übernimmt die SUVA, sofern gemäss Impfplan gleichzeitig eine Impfung gegen Keuchhusten empfohlen ist.

 

Kostenübernahme für empfohlene ergänzende Impfungen

Meningokokken-Impfung: Die Kosten trägt die Grundversicherung abzüglich Selbstbehalt und Franchise bei einer Impfung bei Kindern zwischen 2 und 5 sowie bei Jugendlichen zwischen 11 und 15 Jahren (Nachimpfungen bis zum 19. Lebensjahr).

Humane Papillomaviren (HPV): Die Kosten für Frauen im Alter von 20 - 26 Jahren und Jungen / Männern im Alter von 11 - 26 Jahren übernimmt die Grundversicherung von der Franchise befreit bei einer Impfung innerhalb von kantonalen Programmen. Zudem muss die erste Impfung des Impfschemas vor dem 27. Geburtstag erfolgen.

Herpes Zoster (Gürtelrose): Die Kosten werden von der Grundversicherung nicht vergütet.

Hier geht’s zum Grundversicherungs-Vergleich

Impfungen für Risikogruppen oder Risikosituationen

Die für Risikogruppen oder Risikosituationen empfohlenen Impfungen werden meist durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung oder den Arbeitgeber vergütet (ohne Selbstbehalt und Franchise). Die Kosten für eine FSME-Impfung für Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene in Gebieten mit FSME-Impfempfehlung bezahlt die Grundversicherung abzüglich Franchise und Selbstbehalt. Hält man sich aus beruflichen Gründen – wie zum Beispiel als Förster oder Landwirt – in Risikogebieten auf, muss der Arbeitgeber für die Impfung aufkommen. 

Keine Kostenübernahme von der Grundversicherung

Von der Grundversicherung nicht vergütet werden Impfungen, die für Ferienreisen empfohlen werden. Dazu gehören Impfungen gegen

  • Gelbfieber
  • Tollwut
  • Japanische Enzephalitis
  • Typhus abdominalis

Mit einer passenden Zusatzversicherung müssen Sie diese Kosten jedoch nicht komplett selbst tragen.

Hier geht’s zum Zusatzversicherungs-Vergleich