Kredit

Der gläserne Kunde ist Realität

ANALYSE
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Bild: iStock / filadendron

Das Ergebnis unserer Analyse zur Sammlung von Bonitätsdaten ist eindeutig. Fast 90 Prozent der Schweizer wissen nicht: Der gläserne Kunde ist längst real. Wussten Sie, dass Banken, Kreditkartengesellschaften, Versicherungen, Onlineshops und andere Firmen Einblick in Ihre Zahlungswürdigkeit besitzen? Bei Comparis können Sie neu Einsicht in Ihre Daten erhalten.

Firmen können einsehen, ob Sie eine Betreibung oder ein Inkassoverfahren am Hals hatten, ob Verlustscheine ausgestellt wurden, oder ob es zum Konkurs kam. Für einen Einblick in diese Daten braucht es eine vertragliche Verpflichtung zur Einhaltung des Datenschutzes und einen Interessensnachweis. 

«Ein berechtigtes Interesse ist beispielsweise dann gegeben, wenn ein Unternehmen eine Online-Bestellung, eine Vertragsofferte oder ein Anmeldeformular für eine Mietwohnung vorweisen kann», erklärt Dominik Weber, Banken-Experte bei comparis.ch. Allein der Comparis-Bonitätspartner CRIF verzeichnet über 30 Millionen Abfragen pro Jahr.

Schweizer unterschätzen den Kreis der Zugriffsberechtigten

Fast 90 Prozent der Befragten wissen nicht, dass alle Unternehmen mit gültigem Interessennachweis Zugriff auf ihre Daten zur Zahlungswürdigkeit haben.

Am besten informiert sind Personen mit einem Bruttoeinkommen von weniger als 4’000 Franken monatlich: Rund jeder Fünfte weiss, dass grundsätzlich alle Firmen Zugriff auf Bonitätsdaten haben. Demgegenüber kennen sich Personen mit einem Einkommen von über 8’000 Franken weniger gut im Thema aus. «Personen mit tiefem Einkommen müssen sich eher mit dem Thema auseinandersetzen», erklärt Banken-Experte Weber. Dieser Befund zeigt auch die Tatsache, dass Personen mit tiefem Einkommen viel häufiger betrieben werden als Personen mit hohen Einkommen.

Regelmässige Kontrolle ist sinnvoll

Tatsächlich sammeln Wirtschaftsauskunfteien Daten zum Zahlungsverhalten und zur Identifikation. Als Quelle werden einerseits öffentlich zugängliche Daten (z.B. Handelsregister, SHAB-Publikationen), andererseits Zahlungserfahrungsdaten von tausenden Firmen herangezogen: Betreibungen, Zahlungsverhalten, Verlustscheine und Konkurse. Aus diesen Daten errechnen die Wirtschaftsauskunfteien einen sogenannten Kredit Score. Auch positive Zahlungserfahrungen fliessen in diesen Score ein.

«Wie hoch der Score ist, kann unser Leben stark beeinflussen. Denn er entscheidet darüber mit, ob wir auf Rechnung bezahlen können, eine Wohnung oder einen Kredit erhalten», erklärt Weber.

Comparis Tipp: Überprüfen Sie regelmässig Ihre Bonitätsdaten – vor allem nach beglichenen Zahlungsrückständen oder bei Betreibungen. Zwar werden die Daten regelmässig aktualisiert. Dennoch kann es zu unvollständigen oder nicht aktualisierten Einträgen kommen. Bei Verdacht auf eine Falscheinstufung können Sie eine Einsicht in ihre Daten sowie eine Korrektur verlangen.

Bonitätsauskunft auf comparis.ch einsehbar

Die Bewertung ihrer Zahlungswürdigkeit können Sie unter anderem auf der Comparis-Bonitätsauskunft abrufen. Die Bonitätsauskunft zeigt Ihnen Ihre persönliche Bonität und eine Einstufung im Vergleich zur Schweizer Bevölkerung. Benötigt werden lediglich einige persönliche Angaben sowie Ihr Ausweis zur eindeutigen Identifikation.

Methodik: Die repräsentative Online-Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut innofact im Auftrag von comparis.ch im Oktober 2018 unter 1’047 Personen in allen Regionen der Schweiz durchgeführt.