Bezahlen

Landkantone sind von Kurzarbeit stark betroffen

STUDIE
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Bild: iStock/ Marco Ca

In den Kantonen Appenzell Innerrhoden und Uri beschäftigt das Thema Kurzarbeit deutlich stärker als in den städtischen Kantonen Zürich oder Basel-Stadt. Das zeigt eine Auswertung der Zugriffe auf den Comparis Kurzarbeitsrechner durch die Universität Basel.

Wegen der Corona-Krise hat Comparis Ende März einen Kurzarbeitsrechner lanciert. Bis zum 20. April haben 90'000 Nutzer darauf zugegriffen. Eine Auswertung der Abteilung für angewandte Ökonometrie der Universität Basel zeigt: In den einzelnen Kantonen variiert die Beschäftigung mit dem Thema stark. «Die grossen regionalen Unterschiede in der Nutzung des Kurzarbeitsrechners deuten darauf hin, dass die Kantone unterschiedlich schwer von Kurzarbeit betroffen sind», sagen die Autoren der Studie Marius Faber, Andrea Ghisletta und Kurt Schmidheiny.

Gemessen wurde dazu der Anteil der Nutzer des Kurzarbeitsrechners in Prozent aller Comparis-Nutzer des jeweiligen Kantons. Die höchste Zugriffsrate auf den Kurzarbeitsrechner weist mit über 7 Prozent der Kanton Uri auf. Auch Appenzell Innerrhoden und Nidwalden haben mit über 6 Prozent hohe Anteile. Zürich mit einer Abfragequote von 5,1, Bern und St. Gallen mit je 5,4 Prozent liegen im Mittelfeld. Den Kurzarbeitsrechner am wenigsten genutzt haben die Kantone Graubünden, Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Zug mit Ergebnissen unter 4,5 Prozent.

Betroffenheit Kurzarbeit Kantone

Je nach Berufshäufigkeit unterschiedlich starke Einschränkung

Die lokal unterschiedlichen Zugriffszahlen auf comparis.ch korrelieren stark mit dem Lockdown-Index der Universität Basel. Dieser misst, wie sehr ein Kanton auf Berufe angewiesen ist, die eine grosse physische Nähe erfordern und aktuell in der Tätigkeit eingeschränkt sind. Das deckt sich nur teilweise mit der Möglichkeit einer Homeoffice-Ausübung. So ist etwa die Tätigkeit für Lastwagenfahrer, Landwirte oder Reinigungskräfte nicht durch den Lockdown eingeschränkt. Ausserdem berücksichtigt der Index, dass einige Branchen explizit von den Corona-Massnahmen ausgenommen sind (z.B. das Gesundheitswesen).

«In Basel-Stadt sind wegen der grossen Bedeutung der Pharmabranche und des Gesundheitswesens wenig Berufe in ihrer aktuellen Tätigkeit eingeschränkt», erklärt Kurt Schmidheiny, Professor für Ökonomie und Angewandte Ökonometrie an der Universität Basel.

Fast jeder dritte Job vom Lockdown betroffen

Der Index zeigt auch: Im Durchschnitt sind schweizweit 31 Prozent aller Jobs direkt vom Lockdown betroffen. Am stärksten trifft es die Kantone Obwalden (39 Prozent), Appenzell Innerrhoden (38 Prozent), Uri (37 Prozent) sowie das Wallis (35 Prozent). Verhältnismässig wenig betroffen sind die Kantone Jura (27 Prozent), Zug (28 Prozent) und Genf (28 Prozent) sowie Zürich (29 Prozent) und Basel-Stadt (29 Prozent).

Methodik

Untersucht wurden 90’000 Zugriffszahlen zwischen Ende März und 20. April 2020 auf den Kurzarbeitsrechner von comparis.ch. Jeder Aufruf des Kurzarbeitsrechners kann einem Nutzer und über die IP-Adresse einem Kanton zugeordnet werden. Gemessen wurde der Anteil der Nutzer des Kurzarbeitsrechners in Prozent aller Comparis-Nutzer des jeweiligen Kantons. Ausgewiesen wurden nur die Werte für die deutschsprachigen Kantone, da der Kurzarbeitsrechner von Comparis nur in der Deutschschweiz aktiv durch den Medienpartner «20 Minuten» beworben wurde.