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Was kostet eine Scheidung in der Schweiz?

ANALYSE
| von Leo Hug |
Bild: iStock.com / Halfpoint

Eine Scheidung tut so schon weh, aber je nach Gerichtsort ist auch der finanzielle Schmerz gross. 1'800 Franken beträgt die Gebührendifferenz zwischen Zürich und Genf. Eine Analyse von Comparis zeigt, wo das Eheauflösen am günstigsten und wo es am teuersten ist.

Eine Scheidung ist eine emotionale Achterbahnfahrt, die ins Geld geht. Denn: Wer die Ehe auflösen will, muss beim Gericht ein Gesuch stellen und dieses verlangt Gerichtsgebühren. Am einfachsten lässt es sich scheiden, wenn beide Ehepartner einverstanden sind – also eine Scheidung auf gemeinsames Begehren – und wenn keine Kinder vorhanden sind. Comparis hat für diesen Fall die Gebühren in den verschiedenen Kantonshauptorten verglichen und dabei grosse Unterschiede festgestellt.

Eine Scheidung kostet im Durchschnitt zwischen 1'500 und 1'800 Franken

In Genf sind die Gerichtsgebühren mit 600 Franken am tiefsten und in Zürich mit 2'400 Franken am höchsten. In der Romandie und im Tessin sind Scheidungsgebühren generell tief. Der Grossteil der Gerichte erhebt minimale Scheidungsgebühren zwischen 1'500 und 1'800 Franken.

Sehr teuer – 2'000 Franken und mehr – wird eine Scheidung in Sissach, Bern, Schaffhausen und Zürich. Eine solche Differenz ist schwierig zu erklären. Möglicherweise sind die Scheidungsprozesse in der Romandie mit Steuergeldern subventioniert oder gewisse Deutschschweizer Gerichte setzen höhere Tarife an, als es das Kostendeckungsprinzip zulässt.

Zu arm für die Scheidung?

Wo die Mittel für die Scheidungs- oder Anwaltsgebühren fehlen, springt der Staat mit Sozialhilfegeldern ein: Scheidungswillige können eine unentgeltliche Rechtspflege beantragen. Die gänzlich unentgeltliche Rechtspflege deckt die Gerichts- und Anwaltskosten. Daneben existiert die teilweise unentgeltliche Rechtspflege. Sie deckt nur die Gerichtskosten, wenn die Hilfe eines Anwalts nicht erforderlich ist. Der Staat kann die Rückerstattung der Prozesskosten verlangen, wenn die betroffene Person innerhalb von zehn Jahren zu hinreichendem Vermögen gelangt.

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