Wohnungssuche & Umzug

Nachmieter suchen – was dabei zu beachten ist

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Der Auszug aus der Mietwohnung ausserhalb der vertraglichen Kündigungsfrist ist heutzutage gang und gäbe. Dafür müssen Sie einen valablen Nachfolger präsentieren. Comparis erklärt, wie Sie dabei am besten vorgehen und worauf Sie sonst noch achten müssen.

Ausserterminlichen Auszug ankündigen

Kündigen Sie Ihrem Vermieter mit einem eingeschriebenen Brief Ihren ausserterminlichen Auszug an. Erwähnen Sie darin, dass Sie einen Nachmieter suchen. Kopieren Sie den Brief und bewahren Sie die Kopie und die Postquittung auf. Die frühzeitige Information lohnt sich: Wohnen Sie in einer beliebten Region, führt der Vermieter eventuell eine Warteliste von potenziellen Mietern. In diesem Fall sparen Sie sich die Suche nach einem Nachmieter und können direkt einen Aufhebungsvertrag mit dem Vermieter unterzeichnen.

Nachmieter suchen

Suchen Sie in einem ersten Schritt potenzielle Nachmieter in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis. Nutzen Sie bei der Nachmietersuche auch die sozialen Medien. Sie können Ihre Wohnung auch online auf Wohnungsportalen inserieren. In den meisten Fällen ist dies aber kostenpflichtig.

Laut Gesetz muss nur ein einziger Nachmieter vorgeschlagen werden. Er muss bereit sein, die Wohnung zu den bisherigen Konditionen zu übernehmen. Zieht sich der Interessent aber kurz vor Vertragsunterzeichnung zurück, geht die Suche wieder von vorne los. Präsentieren Sie daher Ihrem Vermieter mehrere valable Kandidaten. Der aktuelle Wohnungsmieter ist von seinen Pflichten als Mieter erst dann befreit, wenn der Nachmieter den Vertrag unterzeichnet hat.

Lassen Sie alle Interessenten das Formular zur Meldung von Nachmietern ausfüllen. Das Formular erhalten Sie beim Mieterinnen- und Mieterverband oder von der Verwaltung Ihrer Wohnung.

Melden Sie Nachmieter möglichst frühzeitig. Der Vermieter darf sich bis zu 30 Tage Zeit nehmen, um die vorgeschlagenen Nachmieter zu überprüfen. Lässt der Vermieter die Frist verstreichen, ist der Mieter aus dem Vertrag entlassen, und zwar auf das Datum, an dem ein Nachmieter die Wohnung übernommen hätte.

Welche Anforderungen muss der Nachmieter erfüllen?

Zahlungsfähigkeit: Vorgeschlagene Nachmieter müssen zahlungsfähig sein. Als Faustregel gilt: Der Mietzins sollte nicht mehr als ein Drittel des Einkommens des Nachmieters betragen und im Betreibungsregisterauszung sollten keine erheblichen Schulden, pendente Betreibungsverfahren oder Verlustscheine enthalten sein. Vermieter verlangen in der Regel den Betreibungsregisterauszug des Nachmieters. Legen Sie diesen dem Formular zur Meldung des Nachmieters bei und schicken Sie Ihrem Vermieter den Brief eingeschrieben. Bewahren Sie Kopien der Dokumente und die Postquittung auf.  Im Falle eines Rechtsstreites können Sie so die rechtzeitige Information und Dokumentation an den Vermieter beweisen. Teilen Sie Ihrem Vermieter auch den Zeitpunkt mit, zu dem die Nachmieter die Wohnung übernehmen möchten.

Zumutbarkeit: Potenzielle Nachmieter müssen zumutbar sein. Beispiele für Unzumutbarkeit sind: Einzelperson bei einer explizit als Familienwohnung vermieteten Wohnung, Grossfamilien bei einer dafür ungeeigneten Wohnung oder Personen ohne dauerhafte Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz.

Kann der Vermieter Nachmieter ablehnen?

Der Vermieter darf einen Nachmieter ablehnen. Akzeptiert er einen zahlungsfähigen und zumutbaren Nachmieter nicht, sind Sie trotzdem von Ihren vertraglichen Pflichten befreit. Das gilt ab dem Zeitpunkt, an dem der Nachmieter die Wohnung übernommen hätte. Dasselbe gilt, wenn der Vermieter die Wohnung sanieren will, einen höheren Mietzins verlangt oder die Wohnung selbst nutzen will.

Verlangen Sie in diesem Fall vom Vermieter nach rund zehn Tagen eine schriftliche Bestätigung, dass Sie aus dem Vertrag entlassen sind.

Wenn Sie keine Nachmieter finden oder diese zu Recht abgelehnt werden, müssen Sie den Mietzins bis zum nächsten ordentlichen Kündigungstermin oder bis zum vertraglich vereinbarten Termin bezahlen.

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