Strom & Wasser & Heizung

So sparen Sie Geld beim Heizölkauf

TIPPS
| von Frédéric Papp |
Bild: iStock.com/deepblue4you

Ölheizungen sind nach wie vor das meist verbreitete Heizsystem in der Schweiz. Im Gegensatz zu anderen Systemen sind die jährlichen Kosten einer Ölheizung aber mitunter starken Schwankungen unterworfen. Grund dafür ist der Heizölpreis. Von welchen Faktoren hängt dieser ab und wann ist das schwarze Gold am günstigsten? Comparis erklärt, wie der Heizölpreis zustande kommt und wie Sie sowohl beim Einkauf als auch beim Verbrauch von Heizöl Geld sparen können.

Ölheizungen – nach wie vor Nummer 1 in der Schweiz

Obwohl Heizöl als Energieträger in der Schweiz konstant zurückgeht, verfügen immer noch 40 Prozent der Schweizer Wohngebäude über eine Ölheizung (Stand 2017). Betrachtet man die jährlichen Kosten verschiedener Heizsysteme, so gehören Ölheizungen zu den teuersten Lösungen: Das Heizen mit dem fossilen Brennstoff kostet rund das Doppelte der Nutzung einer Wärmepumpe.

Heizöl im Sommer günstiger?

Eine Faustregel besagt: Im Frühjahr und im Sommer ist der Preis aufgrund der geringeren Nachfrage niedriger als im Herbst und im Winter. Allerdings passiert es ab und an, dass das schwarze Gold in der Winterzeit günstiger ist als in den Sommermonaten. Diverse Faktoren beeinflussen den Heizölpreis:

Heizölpreis – Einflussfaktoren 

  • Basispreis des Rohöls
  • Wechselkurs des US-Dollars
  • Produktions- und Handelskosten
  • CO2-Abgabe und Mehrwertsteuer 

Den grössten Einfluss auf den Heizölpreis hat der aktuelle Erdölpreis. Dieser wiederum ist unter anderem von Angebot und Nachfrage, politischen Ereignissen, Naturkatastrophen und konjunkturellen Zyklen abhängig. Hinzu kommt: Erdöl wird in US-Dollar gehandelt. Verteuert sich der US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken, kostet die Füllung eines Öltanks in einem Schweizer Haushalt mehr. Im Gegenzug wird Heizöl günstiger, wenn sich der US-Dollar im Vergleich zum Schweizer Franken abschwächt. Ein weiterer variabler Preisfaktor sind Handels- und Frachtkosten. 

Die Schweiz soll ab dem Jahr 2050 keine Treibhausgasemissionen mehr ausstossen. Ein Mittel dieses Ziel zu erreichen, ist die schrittweise Erhöhung der CO2-Abgabe. 2018 wurde die Lenkungsabgabe auf 96 Franken pro Tonne CO2 erhöht. Das verteuerte den Heizölpreis um 3 Rappen pro Liter. 

Spartipps beim Heizölkauf

Wer sein Heizöl zu möglichst tiefen Preisen kaufen möchte, sollte die aktuelle Kursentwicklung beobachten und dabei alle obengenannten Einflussfaktoren berücksichtigen. Unabhängig von der Marktentwicklung können Sie zudem mit folgenden Tipps Geld sparen:

  • Angebote vergleichen: Die Preise variieren von Anbieter zu Anbieter. Vergleichen lohnt sich.
  • Online einkaufen: Heizöl ist günstiger, wenn Sie es über das Internet beziehen. 
  • Einkaufsgemeinschaft bilden: Je grösser die bestellte Menge, desto niedriger der Preis. Hauseigentümer schliessen sich daher mit Vorteil mit anderen Hauseigentümern in der Nachbarschaft zusammen und bilden eine Einkaufsgemeinschaft. Eine Alternative dazu findet sich im Internet. Sogenannte Pooling-Dienste sammeln Heizölbestellungen von Einzelpersonen und liefern diese zusammen aus. 
  • Tank nicht vollständig leeren: Der Ölstand sollte nicht unter den Minimalstand sinken. Ist der Ölstand zu tief, saugt die Heizung den abgelagerten Ölschlamm an und droht zu verstopfen.
  • Flexibilität wahren: Warten Sie nicht bis zum letzten Moment, um Heizöl zu bestellen. Womöglich müssen Sie dann kaufen, wenn die Preise am höchsten sind. Holen Sie vorzeitig Angebote ein.
  • Teilmengen bestellen: Benötigen Sie trotzdem dringend Heizöl, bestellen Sie mit Vorteil vorerst eine Teilmenge. Die restliche Menge können Sie später zu günstigeren Konditionen erwerben. Beachten Sie dabei die Kleinmengenzuschläge.

So sparen Sie Heizöl

Das grösste Sparpotenzial liegt im geringeren Heizölverbrauch. Gleichzeitig reduzieren Sie damit die Umweltbelastung.

  • Raumtemperatur anpassen: Für Aufenthaltsräume wie Wohn-, Ess-, und Arbeitszimmer sowie für das Bad empfehlen Fachstellen eine Temperatur von 21 bis 23 Grad. Küche, Schlafzimmer und Flur sollten etwas kühler sein. 17 bis 19 Grad gelten hier als angemessen. 
  • Richtig lüften: Über längere Zeit gekippte Fenster führen zu einem hohen Wärmeverlust. Öffnen Sie stattdessen ein- bis zweimal pro Tag alle Fenster für etwa 5 Minuten. 
  • Bei Abwesenheit Temperatur senken: Drehen Sie die Temperatur um ein paar Grad zurück, wenn Sie in die Ferien verreisen.
  • Heizkörper brauchen Freiraum: Unverstellte Heizkörper verteilen die Wärme optimal im Raum. Platzieren Sie daher Möbel nicht direkt vor Heizkörpern.
  • Vorhänge ziehen: Über die Fenster geht viel Wärme verloren. Insbesondere bei alten und schlecht isolierten Fenstern lohnt es sich, nachts die Vorhänge zuzuziehen und die Läden zu schliessen. 
  • Energetische Sanierungen prüfen: Ein gut isoliertes Haus reduziert den Heizölverbrauch erheblich. Prüfen Sie daher den Einbau neuer Fenster und Türen sowie die Installation von Isolationsmaterialien. Energiesparende Investitionen können in der Regel von der Steuer abgezogen werden.