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Airbnb: Tipps für Mieter und Vermieter

TIPPS
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Airbnb wird immer beliebter – doch als Gast und Gastgeber sollte man einiges beachten. Bild: iStock.com/Sidekick

Ob spontaner Kurztrip oder wochenlange Backpacking-Tour: Kann man auf Reisen gut und gerne auf überfüllte All-Inclusive-Hotels mit lautstarker Touristenanimation verzichten, kommen Plattformen zum Mieten und Vermieten privater Unterkünfte ins Spiel – wie beispielsweise Airbnb. Wir erklären, worauf Sie als Mieter und Vermieter achten sollten.

Tipps für Mieter

Achten Sie auf Details

Bevor Sie eine Wohnung mieten, sollten Sie sich das Angebot genau anschauen. Lesen Sie die Beschreibung des Wohnraums, der Ausstattung und Hausregeln gewissenhaft durch, anstatt sie nur zu überfliegen. Ist die Grösse für Sie ausreichend? Müssen Sie die Wohnung gegebenenfalls mit Ihrem Gastgeber teilen? Es empfiehlt sich, vor der Suche die Filterfunktion zu verwenden, um einige Kriterien schon vorab festzulegen.

Lesen Sie die Bewertungen

Bietet der Gastgeber seinen Wohnraum schon länger auf der Plattform an, lohnt es sich auf Bewertungen anderer Gäste zu achten. Dabei sollten Sie nicht nur die Anzahl der Sterne im Blick behalten, sondern zumindest auch die neuesten Bewertungen genau lesen. Vor allem wenn Wohnräume nicht sauber waren oder der Gastgeber nicht durch Sympathie geglänzt hat, erfahren Sie dies meist in den Kommentaren.

Zahlen Sie nur über Airbnb

Die Plattform selbst weist deutlich darauf hin: „Kommuniziere immer über Airbnb. Um deine Zahlung zu schützen, solltest du niemals ausserhalb der Airbnb-Website oder -App kommunizieren oder Geld überweisen.“ Wer per Überweisung oder bar zahlt, könnte Opfer von Betrug werden und den verlorenen Betrag unter Umständen nie mehr wiedersehen. Wickeln Sie deshalb Zahlungen zu Ihrer eigenen Sicherheit immer direkt über die Plattform ab. 

Niemals private Deals abwickeln

Wollen Anbieter die Airbnb-Provision bei der Vermietung umgehen, bevorzugen sie die private Abwicklung. Schlagen Sie bei diesem Angebot niemals ein – Sie laufen die Gefahr, nach der Zahlung ohne Unterkunft im Ferienort dazustehen. Von einer Rückerstattung können Sie natürlich nur träumen…

Achten Sie auf Stornierungsbedingungen

Der Gastgeber kann selbst entscheiden, wie die Stornierungsbedingungen seiner Unterkunft aussehen. Prüfen Sie diese deshalb genau und entscheiden Sie, ob diese für Sie in Frage kommen. Müssen Sie Ihre Reise kurzfristig stornieren, können Sie beim Gastgeber eine höhere Rückerstattung anfragen – die Höhe liegt jedoch im Ermessen des Vermieters. 

Handelt es sich beim Stornierungsgrund um einen Notfall oder besondere Umstände, kann Airbnb diese in seltenen Fällen feststellen und die Bedingungen des Gastgebers ausser Kraft setzen. Besondere Umstände sind unter anderem ein Todesfall, eine schwere Verletzung oder akute Reisewarnungen. Mehr dazu finden Sie direkt bei Airbnb.

Nehmen Sie die Unterkunft genau unter die Lupe

Sie sind in Ihrer Wunschunterkunft angekommen und fühlen sich direkt wie Zuhause? Wunderbar. Doch trotzdem sollten Sie es nicht versäumen, einen kleinen Rundum-Check durchzuführen: Funktionieren alle technischen Geräte, sind alle versprochenen Objekte vorhanden, ist der Zustand der Wohnung so, wie beschrieben? Sollten Sie Mängel finden, halten Sie diese schriftlich fest und machen Sie idealerweise Fotos, um sich nach Abreise zu schützen. So haben Sie gegebenenfalls nach Aufenthalt die Chance auf eine Rückerstattung.

Checken Sie Ihre Haftpflichtversicherung

Gehen Sie nicht blind davon aus, dass Ihre private Haftpflichtversicherung Schäden in den Ferien übernimmt. Checken Sie vor Abreise genau die Versicherungspolice. So müssen Sie keine Sorge haben, wenn doch mal etwas zu Bruch geht. Melden Sie Schäden allenfalls direkt dem Gastgeber.

 

Tipps für Vermieter

Fragen Sie den Vermieter um Erlaubnis

Wenn Sie Ihre privat gemietete Wohnung oder einzelne Zimmer davon als Gastgeber auf Airbnb anbieten möchten, dann müssen Sie Ihren Vermieter um Erlaubnis fragen. Für eine Vermietung über Airbnb gelten die gleichen Regeln wie bei einer Untervermietung der Wohnung. Sie müssen dem Vermieter die genauen Bedingungen über die Untervermietung via Airbnb offenlegen. Theoretisch müssen Sie bei jeder einzelnen Vermietung über Airbnb um Erlaubnis fragen. Einige Vermieter stellen aber auch eine zeitlich befristete Erlaubnis für eine Vermietung der Wohnung oder des Zimmers über Airbnb aus, damit nicht jedes Mal gefragt werden muss. Der Vermieter kann dann entscheiden, ob er die Untermiete erlaubt oder nicht. Grundsätzlich darf der Vermieter Ihr Gebrauchsrecht an der Wohnung nicht unbegründet einschränken. Dennoch darf er die Untermiete verweigern, wenn für ihn daraus Nachteile entstehen können. Gründe dafür können zum Beispiel übermässige Untermieterwechsel, Überbelegung, Umnutzung, Lärmbelästigung oder Belästigung der anderen Mieter sein.

Verlangen Sie keine überrissenen Preise

Wenn Sie Ihre Wohnung über Airbnb anbieten, dürfen Sie keine übertriebenen Preise verlangen. Sie dürfen aber für die Reinigung und die Möblierung einen angemessenen Aufpreis einfordern.

Beachten Sie Zweckentfremdungsverbote

In einigen Städten muss nicht nur der Vermieter, sondern auch die zuständige Behörde um Erlaubnis gefragt werden, ob Sie Ihren Wohnraum untervermieten dürfen. Informieren Sie sich genau – sollte Ihre Untervermietung nicht genehmigt sein, müssen Sie unter Umständen mit einem saftigen Bussgeld rechnen. 

Vereinbaren Sie eine Kaution

Haben Sie Gäste, kann es jederzeit zum Schadensfall in der Wohnung kommen. Als Vermieter sind Sie nicht dazu verpflichtet, eine Kaution anzugeben. Möchten Sie jedoch auf Nummer sicher gehen, können Sie diese zur Begleichung von Forderungen nutzen und vorab im Inserat einbinden. Hier lesen Sie, wie die Kaution über Airbnb funktioniert.

Denken Sie an Versteuerung

Haben Sie durch die Vermietung Ihres Wohnraumes Einkommen erzielt, muss dieses versteuert werden und unterliegt dem Mehrwertsteuergesetz – zumindest dann, wenn die Untermiete die Hauptmiete übersteigt. Sicherheit kann Ihnen hier das zuständige Finanzamt geben.

Beachten Sie regionale Bestimmungen

In manchen Städten oder Gemeinden werden Kurtaxen und andere Abgaben erhoben. Achten Sie zusätzlich auf regionale Brandschutzrichtlinien. 

Melden Sie ausländische Gäste

Wer ausländische Gäste bei sich beherbergt, ist gemäss Ausländergesetz meldepflichtig.

Es ist grundsätzlich empfehlenswert, sich vor der Vermietung bei der zuständigen Gemeinde und Kantonspolizei über Ihre Pflichten zu erkundigen. So gehen Sie auf Nummer sicher und vermeiden eine Bussgeld-Strafe. Hier finden Sie weitere Infos über Ihre Verantwortung als Gastgeber.

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