Jeder zweite Nesthocker wohnt gratis im Hotel Mama

Geldsparen ist nicht der einzige Grund, warum Nesthocker noch lange daheim bleiben.

Wenn junge Erwachsene nach ihrer Ausbildung noch einige Jahre zuhause wohnen bleiben, hat das meist finanzielle Gründe. Denn fast die Hälfte muss im Hotel Mama nichts bezahlen – dies zeigt eine Comparis-Studie. Wie das reibungslose Miteinander erwachsener Kinder mit ihren Eltern klappen kann, lesen Sie in unseren Tipps.

Dass viele junge Erwachsene noch bei den Eltern wohnen, ist nicht verwunderlich, wenn man weiss, dass fast die Hälfte zuhause nichts abgeben muss. Für jeden dritten Mann liegt ein Hauptgrund auch darin, sich nicht um die Hausarbeit kümmern zu müssen.

Die Nesthocker – gekommen, um zu bleiben

Die repräsentative Umfrage von comparis.ch zeigt, dass rund ein Viertel der 20- bis 29-Jährigen noch bei den Eltern wohnen. Das hängt auch damit zusammen, dass es die Eltern nicht stört und es kaum Konflikte gibt, die die jungen Leuten dazu bringen würden, sich in die Eigenständigkeit zu verabschieden. Der Hauptgrund, der für das Hotel Mama spricht, sind die sehr hohen Kosten, die für eine eigene Wohnung – oder auch eine WG in Universitätsnähe – anfallen würden. Das können oder wollen sich die Befragten nicht leisten. Sie geniessen stattdessen lieber den Rundum-Service zuhause.

Tipps fürs Zusammenleben für Eltern und erwachsene Kinder

Billig und gemütlich ist es also im Hotel Mama. Aber auch, wenn das Zusammenleben grundsätzlich harmonisch abläuft, können beide Seiten – Eltern und Kinder – profitieren, wenn sie einige Ratschläge beherzigen.

Tipps für Eltern von Nesthockern:

  1. Der wohl meistzitierte Ratschlag von Experten lautet: Verlangen Sie Kostgeld für Wohnen und Essen. Selbst dann, wenn Sie es sich leisten können, für den Nesthocker aufzukommen. Denn es hilft dem jungen Erwachsenen, sich an die Lebenshaltungskosten zu gewöhnen. Kostgeldvorschläge gibt es von der Budgetberatung Schweiz.
  2. Setzen Sie Spielregeln für das Zusammenleben fest, unter anderem für die Hausarbeit. Auch hier gilt es, die jungen Erwachsenen zu verantwortungsvollen Mitmenschen zu erziehen. Das ist auch eine Frage des Respekts.
  3. Nicht immer wird alles rund laufen. Bei Konflikten: Bleiben Sie auf Augenhöhe. Das Verhältnis sollte im Allgemeinen eher in Richtung Wohngemeinschaft gehen als in der alten Eltern-Kind-Konstellation.

Tipps für Nesthocker:

  1. Länger bei den Eltern zu wohnen ist eine günstige und komfortable Lösung – warum also nicht? Wenn junge Erwachsene als gleichberechtigte Haushaltsmitglieder angesehen werden wollen – anstatt als Nesthocker, die nur die Vorzüge geniessen – sollten sie sich einbringen. Aber wie?
  2. Eine finanzielle Beteiligung an einer Wohngemeinschaft mit den Eltern ist nur fair. Nebenbei ist es absolut rechtens, denn die elterliche Pflicht zur Unterstützung endet, sobald die «Kinder» mit der Erstausbildung fertig sind. Steuern Sie also einen nach Ihren Möglichkeiten angemessenen Betrag für Wohnen, Essen und Haushaltsführung bei.
  3. Stellen Sie gemeinsam mit Ihren Eltern einige Regeln fürs Zusammenleben auf. Das kann die Mithilfe im Haushalt Ihrerseits ebenso betreffen wie das Einladen von Freunden oder Ruhezeiten.
  4. Manche Eltern gewöhnen sich nur langsam daran, dass ihr erwachsenes Kind sein eigenes Leben hat und nicht mehr für alles Rechenschaft ablegen muss und möchte. Suchen Sie das Gespräch und zeigen Sie auf, dass Sie – in Form Ihres finanziellen Beitrags und indem Sie Ihren Pflichten nachkommen – Verantwortung übernommen haben und dafür Vertrauen verdienen.

Wenn die eigenen vier Wände rufen

Irgendwann wird es dennoch soweit sein, dass man sich sein eigenes Reich schaffen möchte, um ganz auf eigenen Beinen zu stehen. Dann sind Online-Portale die erste Adresse für die Suche nach einer geeigneten Wohnung: Die Immobilien-Suchmaschine von comparis.ch vereint die grössten Schweizer Immobilienportale und liefert regelmässig News, Infos und Tipps rund ums Wohnen.