Immobilienbewertung: Comparis nimmt Stellung zum "Beobachter"-Artikel

Die Comparis-Note für Immobilien basiert auf wissenschaftlich entwickelten und transparent kommunizierten Kriterien.

Unter dem Titel „Immobilieninserate - Comparis-Noten machen Ärger“ hat der „Beobachter“ am 03.02.2017 einen Artikel auf seiner Website veröffentlicht, der den Umstand, dass und wie Comparis die auf seinem Online-Immobilienmarktplatz veröffentlichten Inserate bewertet, kritisiert. Anhand des Fallbeispiels einer Nutzerin und flankiert durch Aussagen einer Vertreterin des Schweizer Hauseigentümerverbands (HEV) wird der Eindruck erweckt, die Comparis-Benotung sei „marktverzerrend“ und eine Löschung von Bewertungen werde durch Comparis unnötig erschwert.

Hierzu nimmt Comparis wie folgt Stellung:

  • Im Artikel ist neben dem geschilderten Fallbeispiel von „mehreren Anfragen“ die Rede, die im Beobachter-Beratungszentrum eingegangen seien. Beim HEV spreche man von 20 bis 25 Fällen. Hier lohnt sich ein Blick auf die Relationen: Allein im im 4. Quartal 2016 gab es 144'774 bewertete Inserate (mit Comparis-Note) auf comparis.ch. In diesem Zeitraum gab es demgegenüber nur 15 Löschgesuche – das heisst, nur bei jeder zehntausendsten Bewertung.
  • Davon haben 4 schlussendlich die dafür erforderlichen Unterlagen eingereicht. In allen diesen 4 Fällen hat Comparis die Note anstandslos gelöscht. Dies zeigt klar, dass es sich um absolute Einzelfälle handelt, die hier zu einem „Problem“ aufgeblasen werden.
  • Interessanterweise übernimmt der „Beobachter“ die Argumentation des HEV, dass auf Basis dieser Einzelfälle die gesamte Bewertung in Frage gestellt werden soll, obwohl sie jeden Monat Millionen von Konsumenten zusätzliche Unterstützung bei der Wohnungssuche und gute Argumente bei der Diskussion für einen besseren Mietzins liefert.

Comparis hält weiters fest:

  • Bewertungen wie die Noten gehören zu Comparis-Vergleichen wie Preise und Prämien. Im Sinne der Markttransparenz sind Bewertungen wertvolle Entscheidungshilfen für Comparis-Nutzer und dürfen demzufolge nicht durch subjektives Unbehagen beliebig gelöscht werden.
  • Daher benötigt Comparis eine allfällige Begründung des jeweiligen Löschgesuchs, um sicherzustellen, dass dies tatsächlich nur in begründeten Fällen erfolgt.
  • Um Missbrauch auszuschliessen, muss Comparis darüber hinaus auch verifizieren, ob der Antragsteller eine berechtigte Person, sprich Eigentümer des Objekts oder z.B. Makler im Auftrag des Eigentümers handelt.
  • Seit Comparis diese Praxis umsetzt und die genannten Nachweise erhält, wurde in allen Fällen den Löschgesuchen nachgekommen und es gab positive Rückmeldungen von Eigentümern, die das Vorgehen begrüssen und unterstützen. Für die absolute Mehrheit der Nutzer (mehr als 99%) sind die Comparis-Noten eine echte Verbesserung, die Transparenz schafft.
  • Das Bewertungssystem beruht auf einem statistischen Modell des ETH-Forschers Andreas Keller. Comparis hat dazu die online angebotenen Immobilien analysiert und umfangreiche Daten erhoben. Anhand dieser Daten wird der inserierte Kauf- oder Mietpreis einer Immobilie individuell beurteilt. Diese Beurteilung ermöglicht den Nutzern, die Attraktivität des Angebots einzuschätzen. Die Note ist keine Empfehlung für den Nutzer und ersetzt kein Gutachten, sondern kann lediglich als eines von mehreren Entscheidungskriterien zu Rate gezogen werden, um den Verkäufer zu kontaktieren oder eine Immobilie zu besichtigen.
  • Proaktiv lässt Comparis Ausreisser nicht in die Bewertung einfliessen. Eine Liegenschaft wird dann nicht bewertet, wenn zu wenige Inserate mit vergleichbaren Objekten auffindbar sind oder wenn der Preis im Vergleich zum Richtpreis viel zu hoch oder viel zu tief ist.
  • Comparis vertritt den Standpunkt, dass die Immobilieninserate publiziert und die Objekte benotet werden dürfen. Die Immobilien sind gleichzeitig auf anderen öffentlichen Plattformen im Internet ausgeschrieben und es besteht ein überwiegendes privates und öffentliches Interesse daran, diese Angebote einer Bewertung zu unterziehen und dem potenziellen Mieter oder Käufer zusätzliche Beurteilungskriterien anzubieten (beispielsweise die Comparis-Note oder den Preisverlauf).
  • Auch in rechtlicher Hinsicht ist am Vorgehen von Comparis nichts auszusetzen: Die angezeigten Informationen und die Benotung basieren auf den von den Inserenten selbst publizierten Angaben. Nachgewiesene Fehler werden korrigiert, die Benotung erfolgt nach wissenschaftlich entwickelten, transparent kommunizierten Kriterien, und wer Daten über sich löschen lassen will, kann dies tun, wenn er seine Identität nachweist. Dies entspricht den gesetzlichen Vorgaben, wie auch der Eidg. Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte im Bericht des „Beobachters“ ausdrücklich bestätigt hat und damit frühere Abklärungen auch von Comparis bestätigt. Die Benotung ist im Übrigen nichts Neues, sondern seit 12 Jahren mit Erfolg im Einsatz; es gibt so gut wie keine Beschwerden. Es liegt aber in der Natur der Sache, dass Vermieter mit schlechten Noten diese kritisieren, und ebenso, dass es ein Benotungssystem nie allen recht machen kann. Dass ändert nichts daran, dass es Comparis erlaubt ist, ihre Meinung über die Attraktivität der einzelnen Immobilien zu äussern. Sie kann sich dabei unter anderem auf ein überwiegendes privates und öffentliches Interesse stützen. Die Comparis-Note hindert keinen Benutzer daran, sich eine eigene Meinung über ein bestimmtes Objekt zu machen, da alle Angaben aus den Inseraten auch bei Comparis anzeigt werden.