Hypothek

Kaufnebenkosten: Welche Kosten habe ich beim Hauskauf?

INFO
|
Kaufnebenkosten können – je nach Kanton – bis zu 5 Prozent des Kaufpreises betragen. Bild: iStock / a-wrangler

20 Prozent Eigenkapital reichen nicht, um den Traum der eigenen vier Wände zu verwirklichen. Zusätzlich fallen Kaufnebenkosten an. Diese können schnell mehrere tausend Franken ausmachen.

Eigenheimkäufer müssen in der Regel 20 Prozent des Kaufpreises selber aufbringen, um bei einem Kreditinstitut eine Hypothek zu bekommen. Das sind bei einer Million Franken teuren Liegenschaft 200'000 Franken – doch damit ist es noch nicht geschafft. 

Denn bei einem Immobilienkauf fallen je nach Kanton und Gemeinde unterschiedliche hohe Steuern und Gebühren an – sogenannte Kaufnebenkosten. Diese werden üblicherweise (mit Ausnahme des Schuldbriefes) je zur Hälfte von Käufer und Verkäufer geschultert. Dennoch sollte im Kaufvertrag festgehalten werden, wer welche Kosten trägt. 

Handänderungssteuer bei Besitzerwechsel

Die Handänderungssteuer wird beim Besitzerwechsel einer Immobilie fällig. Die Mehrheit der Kantone besteuert die Transaktion auf Basis des Kaufpreises. Beispiel: Der Kanton Neuenburg zieht für eine Handänderung bei einem Verkehrswert von einer Millionen Franken bis zu 33'000 Franken ein. Der Kanton Zürich besteuert die Transaktion derweil nicht. (Quelle: derbund.ch)

Notariatskosten, Grundbuchgebühren und Schuldbriefabgaben

Zusätzlich zu den möglichen Handänderungskosten kommen Notariatskosten für die öffentliche Beurkundung des Kaufvertrags. Die Notargebühren sind von Kanton zu Kanton ebenfalls verschieden. Sie liegen im Promillebereich des Verkaufspreises. In den meisten Kantonen werden sie zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt.

Die Grundbuchkosten fallen mit dem Eintrag an und bewegen sich ebenfalls im Promillebereich des Verkaufspreises. Je nach Kanton werden diese Kosten nach Zeitaufwand bemessen (z.B. ZG) oder aber mit einem Gebührensatz, der vom Kaufpreis abhängt. Typischerweise werden die Grundbuchkosten hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. 

Allenfalls kommen noch Abgaben für die Errichtung eines Schuldbriefes dazu. Auch hier langen die Kantone unterschiedlich stark zu – die Kostenspanne liegt zwischen wenigen hundert bis mehreren tausend Franken. Der Eintrag des Schuldbriefs wird meist mit einer Gebühr im Promillebereich der Hypothekarschuld belastet. Übernimmt der Käufer einen bereits bestehenden Schuldbrief, löst das keine zusätzlichen Kosten aus.

Nebenkosten von bis zu 5 Prozent des Kaufpreises

Insgesamt können die Kaufnebenkosten je nach Kanton bis zu 5 Prozent des Kaufpreises betragen. Diesen Betrag muss der Käufer vorrätig haben. Er kann nicht mit Mitteln aus dem Hypothekarkredit finanziert werden. 

Checkliste

  • Klären Sie rechtzeitig die Kaufnebenkosten in Ihrem Kanton ab. So werden Sie nicht von hohen Abgaben und Gebühren überrascht.
  • Planen Sie bewusst eine Reserve zur Deckung der Kaufnebenkosten ein.
  • Nach dem Immobilienerwerb fallen allenfalls zusätzliche Kosten für eine Anpassung der Innenausstattung oder sogar Renovationen an. Planen Sie auch dafür genug liquide Mittel ein, falls diese Kosten nicht über die Hypothek gedeckt sind.

 

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Hypothek vorzeitig ablösen – was Sie beachten sollten
Das Wichtigste zur Eigenheimfinanzierung
Hypothek mit mehreren Tranchen: Was Sie beachten sollten