Hypothek

Hypotheken-Barometer 4. Quartal 2017: Zeichen stehen auf Anstieg

ANALYSE
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Die Zinsen für Festhypotheken steigen. Bild: iStock

Die Zinsen für Festhypotheken bewegen sich zu Jahresbeginn etwa auf dem Niveau des Vorquartals. Derweil mehren sich die Anzeichen für einen Zinsanstieg. Dies zeigt ein Blick auf den Interest Rate Swap für zehnjährige Festhypotheken. Dieser ist seit Mitte Dezember stark angestiegen und deutet darauf hin, dass die Absicherungskosten weiter zunehmen. Die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten hat im vergangenen Quartal spürbar angezogen. Dies geht aus dem aktuellen Hypobarometer von comparis.ch hervor.

Zehnjährige Festhypotheken werden um 0,02 Prozentpunkte tiefer verzinst als im Vorquartal und liegen per Ende des vierten Quartals bei 1,45 Prozent. Leicht höher als im Vorquartal notieren die Richtzinsen für mittlere Laufzeiten: Lagen diese per Ende des dritten Quartals noch bei 1,07 Prozent, bewegen sie sich zu Jahresbeginn um 1,10 Prozent. Praktisch unverändert zeigt sich das Zinsniveau für kurze Laufzeiten. Dieses liegt per Quartalsende bei 0,96 Prozent und notiert somit nur 0,01 Prozentpunkt höher als im Vorquartal.

 

Anzeichen für Zinsanstieg mehren sich

Aufgrund der tiefen Zinsen scheint die Aufnahme einer Hypothek zum jetzigen Zeitpunkt günstig. «Die rosigen Konjunkturaussichten für die Schweiz und Europa sowie die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, sich langsam vom Anleihekaufprogramm zu verabschieden und die Zinsen voraussichtlich 2019 anzuheben, könnten auch die Schweizerische Nationalbank in absehbarer Zeit zu einem Zinsanstieg bewegen», erklärt Marc Parmentier, Banken-Experte bei comparis.ch.

Dies sehen offenbar auch die Hypothekarnehmer so. So zeigt der Interest Rate Swap für zehnjährige Festhypotheken seit Mitte Dezember steil nach oben. Ein Zeichen dafür, dass die Hypothekarnehmer steigende Zinsen erwarten.

Auch wenn Hypotheken aufgrund der tiefen Zinsen derzeit günstig zu haben sind, lohnt es sich, die Konditionen mit den Hypothekaranbietern zu verhandeln. «Bei Hypotheken geht es um viel Geld. Umso mehr zahlt es sich aus, sich nicht mit dem erstbesten Angebot zufriedenzugeben. Hypothekarkunden können heute zehnjährige Festhypotheken um 1,2 Prozent abschliessen, wenn sie gut verhandeln», so Parmentier.

 

Verlagerung hin zu mittleren Laufzeiten

Obwohl lange Laufzeiten bei den Hypothekarnehmern nach wie vor am stärksten gefragt sind, nimmt deren Anteil an der Nachfrage weiter ab. So notiert die Nachfrage nach langen Laufzeiten im Vorjahresvergleich (anteilmässig) fast zehn Prozentpunkte tiefer, und liegt aktuell bei knapp 79 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 88 Prozent. Der anteilmässige Nachfragerückgang erfolgte zugunsten der mittleren Laufzeiten, welche sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. So verfügen derzeit 18,5 Prozent der vergebenen Festhypotheken über eine mittlere Laufzeit. Dies entspricht einem Zuwachs von 7,5 Prozentpunkten gegenüber Vorjahr.

An Attraktivität eingebüsst haben kurze Laufzeiten. Die Nachfrage nach kurzen Laufzeiten, die im Verlaufe des vergangenen Jahres noch zugelegt hatte, hat im letzten Quartal einen leichten Rückgang erfahren. Drei Prozent der vergebenen Festhypotheken verfügen über eine Laufzeit von weniger als vier Jahren. Im Vorquartal lag der Anteil der kurzen Laufzeiten an der Gesamtnachfrage noch bei 3,7 Prozent.