Zusammenleben

Comparis-Umfrage: Was Schweizer an ihren Nachbarn am meisten stört

STUDIE
|
Kinder und Lärm sind bei den Nachbarn nicht beliebt. Bild: iStock

Sei es wegen Lärm, Unfreundlichkeit oder Zigarettenrauch: Rund 64 Prozent der Schweizer nerven sich über ihre Nachbarn. Manche so sehr, dass ein Streit vor Gericht oder mit einem Umzug endet. Ein Überblick über die repräsentative Umfrage zum Thema Nachbarschaftsstreitigkeiten.

Für viele Schweizer ist das eigene Zuhause keine Oase der Ruhe: Fast ein Drittel nervt sich über die Lärmemissionen der Nachbarschaft (28 Prozent). Dazu gehören vor allem laute Gespräche, Kinderlärm, Getrampel, Streitlärm, zu laute Musik und Partylärm. Weitere Konfliktherde sind unfreundliche Nachbarn (16 Prozent), Zigarettenqualm (14 Prozent) und Konflikte rund um die gemeinsame Waschküche (13 Prozent). Überraschenderweise haben vor allem Jüngere etwas an ihrer Nachbarschaft auszusetzen.

Worüber sich Schweizerinnen und Schweizer mit ihren Nachbarn sonst noch streiten, sehen Sie in der Bildergalerie:

 

Wie es hingegen den Passanten in Zürich mit ihren Nachbarn ergeht, erfahren Sie in diesem Video.

Jeder Dritte hatte schon Streit in der Nachbarschaft

32 Prozent der Befragten hatte schon einmal Streit oder Meinungsverschiedenheiten mit einem Nachbarn oder einer Nachbarin. Wobei immerhin 12 Prozent davon angeben, dass sie sich mehrmals pro Jahr streiten, während 67 Prozent nur selten Zwist mit den Nachbarn haben. Unter den Streitbeteiligten sind mit 36 Prozent deutlich mehr Jüngere als Ältere über 55 Jahre (28 Prozent).

Viele unternehmen nichts gegen nervige Nachbarn

Wenn sich Herr und Frau Schweizer von ihren Nachbarn gestört fühlen, fragen 31 Prozent höflich nach, ob die Belästigung unterlassen werden kann. Andere 7 Prozent machen sich mit Klopfgeräuschen an die Wand oder die Decke bemerkbar. Kommt eine Störung mehrfach vor, sind 14 Prozent bereit, sich beim Vermieter zu beschweren. Ganze 27 Prozent tun aber gar nichts: Sie ärgern sich nur.

Tipp: Suchen Sie das ruhige Gespräch mit ihrem Nachbar oder ihrer Nachbarin, bevor Sie den Vermieter oder die Polizei informieren.

Der letzte Ausweg: ein Umzug

Manche sehen als letzten Ausweg für die Lösung eines Konfliktes nur noch den Wegzug: Jeder Sechste, der schon einmal Streit mit dem Nachbarn hatte, ist deswegen schon einmal umgezogen. «Wenn ein Nachbarschaftsstreit eskaliert und man sich Zuhause nicht mehr wohl fühlt, dann gibt es oft nur noch zwei Möglichkeiten: einen Umzug oder den Gang vors Gericht», sagt Nina Spielhofer, Mediensprecherin Immobilien & Wohnen bei comparis.ch. Tatsächlich geben 15 Prozent an, dass sich aus einem Nachbarschaftsstreit schon einmal ein handfester Rechtsstreit entwickelt hat.

Methodik

Die repräsentative Befragung wurde durch das Marktforschungsinstitut innofact im Auftrag von comparis.ch im September 2017 unter 1’029 Personen aus der ganzen Schweiz durchgeführt.