Freiheit statt Tempo-Rausch


Schwere Lederkluft und Motorensound, Temporausch und der Kick in der Kurve: Warum steigen die Schweizer aufs Motorrad? Eine repräsentative Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch gibt darauf Antworten – und räumt mit manch einem Klischee auf.

Zürich, 17. März 2015 – Sie sind geliebt wie gehasst: Motorradfahrer. Die einen stören sich an lärmenden Motoren und riskanten Überholmanövern. Die anderen lieben die schnittigen Maschinen und das Fahrgefühl mit dem Töff. Aber wer sind die Fahrer und was sind ihre Beweggründe zum Fahren? Im Auftrag von comparis.ch wurden 1000 Personen befragt, die ein Motorrad, einen Roller oder ein Mofa besitzen oder früher mal eines besassen (siehe Methoden-Kasten).

Motorrad-, Roller- oder Mofafahrer sind hauptsächlich männlich (72 Prozent), immerhin 28 Prozent sind Frauen. Sabine Östlund von comparis.ch: «Töff fahren ist nach wie vor eine Männerdomäne. Allerdings geben immer mehr Frauen mittlerweile selber Gas.» Wer dachte, Männer würden vor allem wegen des Motorensounds oder des Geschwindigkeitsrausches fahren, ist einem Klischee auf den Leim gegangen. 

Spass-Maschine oder Gebrauchsgegenstand?
Motorradfahrer und Roller- oder Mofafahrer unterscheiden sich stark in ihren Beweggründen.
Wer Motorrad fährt, macht dies zum reinen Vergnügen. So steht das Freiheitsgefühl bei ihnen an erster Stelle (36 Prozent), gefolgt vom Spass (34 Prozent). Erst mit deutlichem Abstand folgen Motive wie Geschwindigkeitsrausch oder intensives Fahrgefühl (jeweils 10 Prozent). Noch davor wird der Genuss der Landschaft und der Natur genannt (13 Prozent).

Wer hingegen Roller oder Mofa fährt, macht das vor allem aus praktischen Gründen. So finden Fahrer von weniger stark motorisierten Maschinen, dass ihr Fahrzeug das geeignete Fortbewegungsmittel für die Stadt (31 Prozent) oder für das Land (21 Prozent) sei (siehe Grafik).

Auto und Familie ersetzen Töff
Von den Befragten, die heute kein Motorrad mehr fahren, haben die meisten aufgehört, weil sie eine Familie gegründet haben (29 Prozent) oder es ihnen zu gefährlich geworden ist (19 Prozent). Auch eine schlechte Gesundheit oder das Alter werden als Gründe zum Aufhören genannt (16 Prozent). Bei den Roller-, und Mofafahrern ist der mit Abstand häufigste Grund nicht mehr zu fahren, dass sie jetzt ein Auto haben (38 Prozent).

Zu Konflikten im engsten Umfeld kommt es übrigens wegen des Töffs nur selten. Lediglich 8 Prozent der Befragten gaben an, dass es mit Partner, Eltern, Kindern oder Freunden wegen des Motorrad-Hobbys zu Streit kam. Sabine Östlund erläutert: «Töff-Fahren ist ein teures und zeitaufwändiges Hobby. Allerdings gibt es kaum Konflikte wegen Geld oder Zeit, sondern wegen der Gefahren dieses Hobbies.»

Die Umfrage zeigt, dass die Schweizer keine Schön-Wetter-Fahrer sind, denn von den Motorrad-Fahrern sind immerhin 36 Prozent das ganze Jahr unterwegs, bei den Roller, - und Mofafahrern sind es sogar 56 Prozent.  

Methode
Im Auftrag von comparis.ch befragte das Marktforschungsinstitut GfK telefonisch 1000 Personen zwischen 15 und 74 Jahren, die ein Motorrad, eine Vespa, einen Roller oder ein Mofa besitzen oder besassen und damit mindestens gelegentlich fahren oder gefahren sind. Die Umfrage wurde Ende Februar in der Deutschschweiz und der Romandie durchgeführt und ist repräsentativ für diese Zielgruppe.

Häufigste Gründe zum Fahren

 

n=1000, Quelle: comparis.ch

 

 

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