Hypotheken: Zinsen nach freiem Fall leicht am Steigen

comparis.ch zum Hypotheken-Barometer im ersten Quartal 2015


Der freie Fall der Hypothekarzinsen in der Schweiz ist vorerst gebremst. Nach einer weiteren Talfahrt im Januar stiegen die Hypothekarzinsen bis Ende März leicht an. Dies zeigt das aktuelle Hypotheken-Barometer des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch. Gut verhandelt liessen sich früh im ersten Quartal 2015 Hypothekenabschlüsse um 1 Prozent bei zehnjährigen Laufzeiten erzielen.

Zürich, 8. April 2015 – Ein Entscheid der Schweizer Nationalbank sorgte Mitte Januar dafür, dass die bereits tiefen Hypothekarzinsen nochmals einen Taucher machten. Mit der Aufhebung des Franken-Mindestkurses zum Euro senkte die Schweizerische Nationalbank (SNB) als weitere Massnahme zur Schwächung des Schweizer Frankens den Zinssatz für Bankguthaben auf minus 0,75 Prozent. So liessen sich zehnjährige Laufzeiten in den ersten Wochen nach dem SNB-Entscheid – gute Bonität und geschicktes Verhandeln vorausgesetzt – unter einem Prozent abschliessen. Der durchschnittliche Richtzinssatz für zehnjährige Festhypotheken sank auf 1,5 Prozent. Danach stiegen die Zinsen wieder bis Ende März.

Langfristige Hypotheken weiter unter der «psychologischen Schmerzgrenze»
Ein Blick auf das aktuelle Hypotheken-Barometer von comparis.ch zeigt im Einzelnen: Die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken kletterten innerhalb des ersten Quartals von 1,8 Prozent auf 1,9 Prozent. «Wer vergleicht und gut verhandelt, kann zehnjährige Laufzeiten aktuell zu einem Zinssatz um 1,5 Prozent abschliessen», sagt der Banken-Experte von comparis.ch, Marc Parmentier. Die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken befinden sich Ende des Quartals wieder auf ihrem tiefen Stand von 1,3 Prozent. Damit liegen sie nur geringfügig über dem Niveau der einjährigen Laufzeiten, deren Zinssatz von 1,3 auf 1,2 Prozent zurückging.

Grafik 1Quelle: comparis.ch


Parmentier fasst zusammen: «Die Hypothekarzinsen der Laufzeiten bis 10 Jahre bewegen sich trotz des Anstiegs weiter unter der psychologischen Schmerzgrenze von 2 Prozent. Sie bleiben historisch tief und die Bedingungen für Eigenheimkäufer und Hauseigentümer, welche aktuell ihre Hypothek erneuern, sind weiterhin  extrem günstig.»

Negativzinsen bewirkten Anstieg der längerfristigen Hypozinsen
Auf Seiten der Nachfrage verstärkte sich im ersten Quartal 2015 der Trend hin zu langfristigen Laufzeiten bei Festhypotheken. Wurden Ende 2014 bei 85 Prozent der Festhypotheken lange Laufzeiten nachgefragt, so kletterte dieser Anteil im Laufe der ersten drei Monate 2015 auf 92 Prozent. Dementsprechend sank der Anteil der mittel- und kurzfristigen Laufzeiten auf 7 bzw. ein halbes Prozent im ersten Quartal. 

Grafik 2Quelle: comparis.ch



Versicherungen und Pensionskassen attraktiver als Banken
Allgemein zeigt sich, dass – Stand Ende März 2015 – bei Versicherungen und Pensionskassen günstigere Abschlüsse möglich sind als bei Banken. Bei den erstgenannten Instituten reicht die Spannweite der Zinsen für zehnjährige Festhypotheken von 1,3 bis 1,7 Prozent, bei Banken von 1,6 bis 2,0 Prozent. «Die Banken senkten ihre Hypozinsen nicht, sondern erhöhten sie sogar. Wegen der im Januar von der Nationalbank erhobenen Negativzinsen haben sie erhöhte Absicherungskosten für die Refinanzierung. Versicherungen und Pensionskassen hingegen sahen sich nicht zu diesem Schritt gezwungen, da sie sich nicht am Markt refinanzieren und mit ihren langfristigen Verpflichtungen weniger von Zinsänderungen betroffen sind», erläutert Banken-Experte Parmentier.

Datengrundlage von comparis.ch
Die Angaben zu den Zinssätzen basieren auf den Richtzinssätzen von rund 65 Kreditinstituten. Sie werden täglich aktualisiert und im Zinsüberblick publiziert. Für die nachgefragten Laufzeiten wurden die Finanzierungsgesuche ausgewertet, welche Kreditsuchende bei der Comparis-Schwesterfirma HypoPlus nach einer unabhängigen Beratung angaben. Die Erfahrung zeigt, dass in den meisten Fällen die Zinsen der Hypothekarofferten unter den offiziellen Richtsätzen liegen. Die Datengrundlage der Nachfrage wurde 2014 geändert. Daher ist kein direkter Vergleich zu den Werten der Vorjahre möglich. Das nächste Hypotheken-Barometer erscheint Anfang Juli 2015.

 

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