10-jährige Hypozinsen erreichen psychologische Schmerzgrenze

comparis.ch zum Hypotheken-Barometer im zweiten Quartal 2015


Die Hypothekarzinsen sind weiterhin leicht am Steigen. Im zweiten Quartal dieses Jahres erreichten die Festhypotheken über 10 Jahre die psychologische Schmerzgrenze von 2 Prozent, wie das aktuelle Hypotheken-Barometer des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch zeigt. Nur gut verhandelt lassen sich Hypotheken mit zehnjährigen Laufzeiten noch um 1,5 Prozent abschliessen.

Zürich, 8. Juli 2015 – Die Hypozins-Kurve entfernt sich weiter von ihrem historischen Tiefstand Anfang Jahr. Im zweiten Quartal dieses Jahres sind die Zinsen für langfristige Laufzeiten weiter leicht gestiegen. Erstmals seit Herbst 2014 wurden sie wieder zu 2,0 Prozent verzinst. Dies zeigt das aktuelle Hypotheken-Barometer von comparis.ch. Der Banken-Experte des Internet-Vergleichsdienstes, Marc Parmentier, erklärt dazu: «Die Hypozinsen bei den zehnjährigen Laufzeiten haben die psychologische Schmerzgrenze erreicht.»

Trendwende bei Nachfrage
Ein Blick auf das aktuelle Hypotheken-Barometer zeigt im Einzelnen: Die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken stiegen im Laufe des zweiten Quartals von 1,9 auf 2,0 Prozent. Gut verhandelt und bei guter Bonität lassen sich zehnjährige Festhypotheken aber nach wie vor zu Zinssätzen um 1,5 Prozent abschliessen», merkt Banken-Experte Parmentier an. Für viele Eigenheimkäufer sowie Hauseigentümer, welche aktuell ihre Hypothek erneuern, bleiben die Bedingungen somit günstig. Die Richtzinsen für fünfjährige Festhypotheken lagen Ende des Quartals wie Ende letzten Quartals bei 1,3 Prozent. Die einjährigen Laufzeiten hielten sich bei 1,2 Prozent.

Grafik 1Quelle: comparis.ch

Auf Seiten der Nachfrage zeigte sich somit nicht unerwartet eine Trendwende. Bei den Festhypotheken ging die Nachfrage nach langfristigen Laufzeiten deutlich zurück, und zwar von 92 Prozent im ersten Quartal, auf nunmehr 81 Prozent im zweiten Quartal. Im gleichen Zeitraum legte die Nachfrage nach mittleren Laufzeiten von 7 auf knapp 16 Prozent zu, die nach kurzen Laufzeiten von 0,5 auf 3 Prozent.

Grafik 2Quelle: comparis.ch 


Politisch und regulatorisch blieb es in den vergangenen Monaten ruhig auf dem Hypothekarmarkt. Es gab keine Entscheide seitens der Zentralbanken, keine neuen Massnahmen zur Regulierung. Gebannt blicken die Akteure auf die Entwicklung in Griechenland. «Ein Ausstieg des südeuropäischen Landes aus dem Euro, der sogenannte Grexit, dürfte ebenfalls nicht spurlos am Hypothekarmarkt vorbeigehen», so Parmentier. Trotz der volatilen Entwicklungen der letzten Juni-Tage konnten aber noch keine markanten Ausschläge beobachtet werden. Die Erwartungen hinsichtlich der Entwicklungen in der Eurozone und deren Auswirkungen auf den Franken wurden offensichtlich im Finanzmarkt schon vorgängig berücksichtigt.

 

Datengrundlage von comparis.ch
Die Angaben zu den Zinssätzen basieren auf den Richtzinssätzen von rund 65 Kreditinstituten. Sie werden täglich aktualisiert und im Zinsüberblick publiziert. Für die nachgefragten Laufzeiten wurden die Finanzierungsgesuche ausgewertet, welche Kreditsuchende bei der Comparis-Schwesterfirma HypoPlus nach einer unabhängigen Beratung angaben. Die Erfahrung zeigt, dass in den meisten Fällen die Zinsen der Hypothekarofferten unter den offiziellen Richtsätzen liegen. Die Datengrundlage der Nachfrage wurde 2014 geändert. Daher ist kein direkter Vergleich zu den Werten der Vorjahre möglich. Das nächste Hypotheken-Barometer erscheint Anfang Oktober 2015.


 

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