Günstigere Preise – vor allem für Vielnutzer

comparis.ch zur Preisentwicklung auf dem Mobilfunkmarkt


Die grossen Telecom-Anbieter haben in letzter Zeit ihre Handy-Preise gesenkt und mit mehreren Flatrate-Modellen den Markt aufgewirbelt. Für Vielnutzer sind die Preise der günstigsten Angebote innert einem Jahr stark gesunken. Wer sein Handy wenig oder durchschnittlich nutzt, zahlt praktisch gleich viel wie vor einem Jahr. Das zeigt der Telecom-Index von comparis.ch, der auf den jeweils günstigsten Angeboten beruht.

Zürich, 13. November 2012 – Wer mit seinem Handy viel telefoniert und surft, kann heute von deutlich günstigeren Tarifen als noch vor einem Jahr profitieren. Bis zu 46 Prozent weniger kosten die insgesamt günstigsten Angebote. Beschränkt sich der Vergleich auf die drei grossen Anbieter Swisscom, Sunrise und Orange innerhalb ihrer Produktpalette, finden sich sogar Reduktionen von bis zu 61 Prozent. Dies zeigt der Telecom-Index, den der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch alle sechs Monate publiziert. Berechnet wird dabei, welche Angebote für drei typische Nutzerprofile jeweils mit und ohne Internet am günstigsten sind und wie sich die Preise entwickeln. Bei den Profilen handelt es sich um Wenignutzer, Durchschnittsnutzer und Vielnutzer.

Die drei Grossen bewegen sich
Die Preisoffensive der Swisscom mit den neuen «Infinity»-Abonnements hat Bewegung in den Markt gebracht. Bei diesen Flatrate-Angeboten gilt jeweils ein einheitlicher Preis – unabhängig von Gesprächsdauer, Anzahl SMS und Datenmenge. Die Angebote unterscheiden sich bezüglich der Geschwindigkeit, mit welcher Daten übertragen werden. Kaum hatte Swisscom im Juni diese Angebote lanciert, reduzierte Sunrise in einem ersten Schritt die Grundgebühren gewisser Abos und brachte kurz darauf das Angebot «Sunrise 24» auf den Markt. Auch Orange zog nach: Vor kurzem wurde die Grundgebühr für zwei von fünf «Orange Me»-Abos gesenkt.

Und was bringen den Kunden diese Preissenkungen tatsächlich? Profitieren können Abo-Kunden und dabei in erster Linie die Vielnutzer, die mit dem Smartphone auch Internet-Dienste nutzen (Tabelle 1). Ein Vielnutzer, der vor einem Jahr bei Swisscom das günstigste Abo gewählt hatte, bezahlte damals jeden Monat 167 Franken. Heute sind es noch 75 Franken, also ganze 92 Franken oder 55 Prozent weniger. Die Übertragung ist zwar auf 1 MBit/s reduziert, doch reicht diese Geschwindigkeit fürs E-Mailen, Surfen oder Videoschauen aus. Orange geht mit der Preisreduktion weniger weit. Das günstigste Orange-Angebot für Vielnutzer kostete vor einem Jahr 112 Franken und war das preislich attraktivste unter den drei grossen Anbietern. Dieser Preis ist heute 20 Franken oder 18 Prozent tiefer und beträgt 92 Franken. Das Orange-Angebot ist verglichen mit den andern beiden grossen Anbietern am wenigsten kostengünstig. Auch bei Sunrise ist das günstigste Angebot für deutlich weniger Geld zu haben, nämlich für 78 Franken bzw. 61 Prozent weniger. Vor einem Jahr kostete es 127 Franken, heute 49 Franken. Sunrise ist damit für Vielnutzer unter den drei grossen Anbietern am günstigsten.

Sunrise verärgert Kunden
Doch mit dem neuen Produkt will Sunrise bloss Neukunden anwerben. Bisherigen Sunrise-Kunden wird der Wechsel zu diesem günstigsten Angebot erschwert. Wer seine Nummer behalten will, muss zunächst zu einem anderen Anbieter wechseln, um kurz darauf zu Sunrise zurückzukehren und das neue Angebot abzuschliessen. «Sunrise legt ihren Kunden absichtlich einen Stein in den Weg. Es ist eine Unverschämtheit, dass Sunrise ihre eigenen Kunden verärgert», sagt Ralf Beyeler, Telecom-Experte von comparis.ch.

Zudem darf man sich von all den genannten Preissenkungen nicht blenden lassen. Derart grosse Preisreduktionen gibt es nur für Vielnutzer. Doch nur wenige nutzen ihr Handy in dem Ausmass. Weitaus zahlreicher sind die Wenig- und die Durchschnittsnutzer, und in diesen Profilen fallen die Preissenkungen weniger ausgeprägt aus bzw. sind die Preise unverändert geblieben im Vergleich zum Vorjahr. Diese Beobachtung trifft besonders auf Swisscom zu. «Die Preisoffensive der Swisscom bringt den meisten Handynutzern ziemlich wenig», sagt Ralf Beyeler von comparis.ch.

Die grosse Mehrheit profitiert nicht
Auf dem gesamten Mobilfunkmarkt, wo auch die übrigen, kleineren Anbieter sowie sämtliche Prepaid-Produkte berücksichtigt sind, hat sich für die Wenig- und die Durchschnittsnutzer in Sachen Preisen ebenfalls praktisch nichts getan (Tabelle 2). Die Preise der günstigsten Angebote sind mehr oder weniger gleich geblieben. Einzig Vielnutzern mit Abo stehen deutlich günstigere Angebote zur Verfügung als noch vor einem Jahr. Die Preise für dieses Profil sind um 39 Prozent (ohne Internet) bzw. um 46 Prozent (mit Internet) günstiger geworden. Diese Reduktion liegt in erster Linie am Sunrise-Angebot, das nun als einziges von einem der drei grossen Konkurrenten unter den insgesamt günstigsten Angeboten vertreten ist.

Berechnungsgrundlagen für den Telecom-Index von comparis.ch  

  • Profil Wenignutzer: telefoniert 60 Min. und verschickt 30 SMS pro Monat; Profil Durchschnittsnutzer: telefoniert 120 Min. und verschickt 40 SMS pro Monat; Profil Vielnutzer: telefoniert 480 Min. und verschickt 80 SMS pro Monat.
  • Bei den Profilen mit Internet-Nutzung sind zusätzlich 100 MB im Monat einberechnet.
  • Aufgeführt sind das jeweils günstigste Abo- und Prepaid-Angebot.
  • Durchschnittliche Anrufdauer: 1,9 Minuten (gemäss Fernmeldestatistik des Bundesamtes für Kommunikation). Verteilung der Anrufe: 40% Schweizer Festnetz (davon 70% ins Swisscom-Festnetz), 30% Swisscom-Mobilnetz, 10% Sunrise-Mobilnetz, 10% Orange-Mobilnetz und 10% zusätzlich ins eigene Mobilnetz.
  • Daten-Optionen sind berücksichtigt; alle anderen Optionen nicht. Promotionsangebote sind nicht in die Berechnung eingeflossen.
  • Effekte durch die Taktung sind berücksichtigt. Pro Anruf wird eine halbe Taktungseinheit zusätzlich berechnet.
 

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