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Autoversicherung: So einfach und günstig versichern Sie Ihren fahrbaren Untersatz

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Die optimale Autoversicherung muss nicht teuer sein. Welche Zusatzversicherung lohnt sich wirklich? Bild: iStock / Ridofranz

Wer sein Auto versichern möchte, hat die Qual der Wahl. Versicherungen gibt es wie Sand am Meer. Doch wie findet man eine günstige Haftpflicht? Welche Zusatzversicherungen sind wichtig und wer zahlt bei Marderbissen? Comparis erklärt, wie man sich optimal versichert und dabei noch Geld spart. 

Schneller als es einem lieb ist, kann es auf der Strasse krachen. Auf den ersten Schreck folgt dann meist unmittelbar die Frage, wer für den Schaden aufkommt. Ob am eigenen oder am fremden Auto: Selbst Kratzer und Beulen gehen schnell in die Tausende. Ganz zu schweigen von Unfällen, bei denen Personen zu Schaden gekommen sind. Das Risiko für einen finanziell folgenschweren Unfall im Strassenverkehr ist gross. Aus diesem Grund ist jeder Autolenker vom Gesetzgeber verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschliessen. 

Die verschiedenen Versicherungen auf einem Blick

KOMPONENTE DECKUNGSUMFANG EMPFEHLUNG
Haftpflicht:

Pflicht
Schäden ggü. Dritten Obligatorisch, ausser für Anhänger
Teilkasko:

Freiwillig

Schäden durch:

  • Diebstahl
  • Elementarereignisse
  • Glasbruch
  • Feuer
  • Schneerutsch
  • Tierkollision
  • Marderbisse
  • Vandalismus (ausgenommen Zerkratzen)
Bei einem Fahrzeug bis und mit dem 7. Betriebsjahr
Vollkasko:

Freiwillig
Schäden in Folge von Kollision Bei einem Fahrzeug bis und mit dem 4. Betriebsjahr
Insassenunfall:

Freiwillig
Verletzung eines Insassens Nur, sofern viele mittransportierte Personen keine Unfalldeckung geniessen
Parkschaden:

Freiwillig
Schaden durch unbekannte Dritte am parkierten Fahrzeug Bei neuen Fahrzeugen
Erweiterter Glasbruch:

Freiwillig
Scheinwerfer, glasähnliche Gegenstände Bei Xenon-Scheinwerfern, bei Fahrzeugen mit vielen glasähnlichen Teilen
Mobilität / Assistance:

Freiwillig
Abschleppen Abwägen, ob notwendig – oftmals in TK integriert
Nutzungsausfall:

Freiwillig
Ersatzfahrzeug Es ist abzuklären, ob die Partnergarage der Versicherung kein Ersatzfahrzeug gratis offeriert
Grobfahrlässigkeitsschutz:

Freiwillig

Schutz vor Regress bzw. Kürzung bei grobfahrlässigem Verhalten

Sehr empfehlenswert, sofern nicht bereits automatisch integriert

Zeitwertzusatz:

Freiwillig

Werterhaltung

Bei jedem Neuwagen sehr empfehlenswert

Bonusschutz:

Freiwillig

Verhindert Prämienanstieg

Sehr empfehlenswert, sofern nicht bereits automatisch integriert

 Haftpflichtversicherung

 

1. Autohaftpflicht: Ohne sie geht (bzw. fährt) gar nichts

Die «Motorfahrzeug-Haftpflichtversicherung» ist die einzige obligatorische Autoversicherung. Sie deckt alle Schäden gegenüber Dritten, die man mit seinem Auto im Strassenverkehr verursacht, also z.B. am Fahrzeug eines Unfallgegners, an Anlagen, Gebäuden oder auch Personen. Die Deckungssumme beträgt bei den meisten Versicherungen in der Schweiz 100 Millionen Franken pro Ereignis. Die Leistungen der obligatorischen Haftpflicht sind gesetzlich festgelegt und unterscheiden sich je nach Versicherungsgesellschaft kaum. Die Prämien dagegen variieren, dies besonders bei den Zusatzversicherungen.

Der Grund: Autoversicherungen nehmen neue Kunden genau unter die Lupe und berechnen die Prämie individuell. Wie hoch sie ist, hängt u.a. von den folgenden Kriterien ab:

  • Geschlecht und Alter des häufigsten Lenkers (Frauen gelten als besseres Risiko und erhalten einen tieferen Tarif)
  • Wohnort (siehe dazu Comparis-Analyse: Prämien für Autoversicherungen schwanken von Kanton zu Kanton)
  • Nationalität (siehe dazu Comparis-Analyse: Autoversicherer bitten Ausländer kräftig zur Kasse)
  • Fahrpraxis und jährliche Kilometerleistung
  • Autotyp (Marke, Hubraum, PS)
  • Bisherige Verkehrsunfälle
  • etc.
  • Dies sind nur einige der Kriterien, anhand derer die Versicherungen die Prämien berechnen. Für die Konsumenten ist das nicht transparent. «Die Versicherer gewichten die Risiko-Kriterien in ihren Prämienberechnungen unterschiedlich. Das führt dazu, dass die Risiko-Aufschläge für bestimmte Personengruppen von Versicherungsgesellschaft zu Versicherungsgesellschaft stark variieren können», so Harry Meier, Mobilitätsexperte bei Comparis. 

    Teilkasko

     

    2. Teilkaskoversicherung: Marder ja, Schlüsselkratzer nein

    Die freiwillige Teilkaskoversicherung übernimmt Schäden am eigenen Fahrzeug, die der Fahrer nicht selbst verursacht hat. Dazu zählen Diebstahl, Feuer, Glasbruch, Elementarschäden (z.B. Hagel, Steinschlag, Schneerutsch) sowie Kollision mit Tieren oder auch die Folgen von Marderbissen. Eingeschlossen sind auch böswillige Beschädigungen durch Dritte (Vandalismus), nicht aber das Zerkratzen. Am besten, man schaut die Details in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der Versicherungsgesellschaft nach. Ob eine Teilkaskoversicherung sinnvoll ist, hängt v.a. vom Wert und Alter des Fahrzeugs ab. Denn: Ab einem gewissen Alter – ca. sieben Betriebsjahre – lohnt sich eine Reparatur meist nicht mehr. 

     

    3. Vollkaskoversicherung: das (teure) Rundum-sorglos Paket

    Wer die Teilkasko- mit einer Kollisionskaskoversicherung kombiniert, verfügt über einen Vollkaskoschutz. Die Kollisionskasko deckt Schäden am eigenen Fahrzeug ab, die man selbst – z.B. bei einem Auffahrunfall – verursacht hat. Ein derart umfassender Versicherungsschutz lohnt in der Regel nur für Autos bis zu einem Alter von vier Jahren, bei denen ein Totalschaden zu einem hohen Wertverlust führen würde. Deshalb sollte man nicht vergessen, die Vollkasko- später in eine Teilkaskoversicherung umzuwandeln. Wie hoch die Prämie für die Kaskoversicherung ist, hängt zum einen vom gewählten Selbstbehalt ab. Auch spielt u.a. eine Rolle, ob der Wagen in der Garage steht, wie alt er ist und ob er geleast wurde. (Bei geleasten Fahrzeugen ist die Kollisionskasko obligatorisch.) 

    Weitere Zusatzversicherungen: nicht jede ist nötig

    Insassenunfall

    Zahlt, wenn ein Insasse bei einem Unfall verletzt wird. Meistens überflüssig, da Erwerbstätige in der Schweiz obligatorisch gegen Unfälle versichert sind oder diese in der Krankenkasse eingeschlossen haben. Einzig bei ausländischen Mitfahrern kann sie sinnvoll sein.

    Parkschaden

    Zahlt für Schäden, die unbekannte Personen am parkierten Auto verursacht haben. Höchstens bei neuen Fahrzeugen interessant, sofern kein Garagenplatz vorhanden ist. Meistens nur bis zu einem gewissen Alter und zeitlich beschränkt versicherbar. (Mehr zum Thema Parkschadenversicherung)

    Erweiterter Glasbruch

    In der Teilkaskoversicherung ist Glasbruch obligatorisch enthalten. (Front-, Heck- und Seitenscheiben) Wenn die Scheinwerfer nicht inbegriffen sind, kann eine zusätzliche Versicherung Sinn machen; dies insbesondere bei Autos mit Xenon-Scheinwerfern oder anderen gläsernen oder glasähnlichen Teilen.

    Mobilitätsversicherung (Abschleppen)

    Nicht immer nötig, da häufig bereits in der Teilkasko integriert oder durch andere Versicherungen gedeckt, z.B. Reiseversicherung oder TCS-Mitgliedschaft. Der Deckungsumfang variiert stark von Anbieter zu Anbieter, so ist manchmal z.B. ein Ersatzwagen eingeschlossen. 

    Grobfahrlässigkeitsschutz

    Schützt bei einer Regelverletzung, die auch einem ansonsten korrekt fahrenden Autolenker schnell passieren kann, z.B. dem Überfahren eines Stoppschildes. Da Versicherungen bei grober Fahrlässigkeit kein Pardon kennen und die Folgen massiv ins Geld gehen können, ist dieser Zusatz empfehlenswert. Wichtig: Ausgenommen sind Raserdelikte, Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Sekundenschlaf.

    Zeitwertzusatz

    Neue Autos verlieren schnell an Wert. Schon im ersten Jahr kann der Zeitwert deutlich unter den Kaufpreis fallen. Ein Zeitwertzusatz garantiert nach einem Diebstahl oder Totalschaden eine Entschädigung, die über dem Zeitwert liegt. Bei Neuwagen sehr empfehlenswert.

    Bonusschutz

    Verhindert, dass man bei einem Schadensfall hochgestuft wird und fortan höhere Prämien bezahlt. Sofern nicht bereits integriert, sehr empfehlenswert. Gilt allerdings bei den meisten Anbietern nur für einen Schaden pro Versicherungsjahr.

    Bonus-Malus-System: weniger Schäden, tiefere Prämie

    Autofahrer, die längere Zeit keinen Unfall verursacht haben, profitieren in der Haftpflicht- und der Vollkaskoversicherung von tieferen Prämien. Je länger die zurückliegende unfallfreie Zeit, desto höher der Bonus. Mit jedem weiteren unfallfreien Jahr steigt der Bonus. Grundlage der Berechnung ist die 100-Prozent-Prämie der Autoversicherung. Verursacht man einen Schaden, sinkt der Bonus und die Versicherungsprämie steigt (Bonusverlust).

    Rechenbeispiel: Bei einer Grundprämie von 1000 Franken bedeutet eine Rückstufung von 30 auf 50 Prozent neu 500 statt bisher 300 Franken – also 67 Prozent mehr.

    Bonus-Tipp: Begleichen Sie kleinere Schäden selber. Dies v.a. dann, wenn die Kosten nur wenig über dem Selbstbehalt liegen. Wird der Schaden der Versicherung gemeldet, sinkt der Bonus und die Prämie steigt. Dies kann unterm Strich teurer sein als der Gesamtschaden.

    Aufgepasst: Verpassen Sie keine Sparmöglichkeit

    1. Wählen Sie kurze Vertragslaufzeiten

    Schliessen Sie nur Einjahresverträge ab, die sich jeweils automatisch um ein Jahr verlängern. So bleiben Sie flexibel und können von günstigeren Prämien profitieren. (Wichtig: Der Bonus bleibt bei einem Wechsel erhalten.)

    2. Übersehen Sie keine Gelegenheit zum Versicherungswechsel

    Der Wechsel zu einer günstigeren Versicherung ist nicht jederzeit möglich. Sie können den Versicherungsvertrag nur gemäss der Laufzeit ordentlich kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt meist drei Monate. Damit Sie den Termin nicht vergessen, können Sie sich bei Comparis eine Kündigungserinnerung einstellen.

    Eine Möglichkeit zu einer ausserterminlichen Kündigung besteht nur in folgenden Fällen:

  • bei einem Auto- oder Halterwechsel;
  • wenn sich die Grundprämie erhöht;
  • bei einem Schadensfall, den die Versicherung deckt;
  • bei Wegfall des Risikos, also wenn Sie z.B. Ihr Auto verkaufen, einen Totalschaden erleiden oder zukünftig darauf verzichten.
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    Wichtig: Auch in diesen Fällen muss man den Vertrag schriftlich kündigen. Bei Comparis finden Sie eine Vorlage des Kündigungsbriefs.

    3. Nehmen Sie die Wahl der Versicherung selbst in die Hand

    Broker raten zu den Anbietern, die ihnen die höchste Provision bieten. Autohändler wählen oft die bisherige Versicherungsgesellschaft oder bevorzugen eine Versicherung der Automarke oder der Garage. Letztere Option muss gar nicht schlecht sein, sollte aber unbedingt mit weiteren Offerten verglichen werden. Deswegen...

    4. Holen Sie möglichst viele Offerten ein

    Ein Vergleich lohnt sich immer – dies ganz besonders für Junglenker. Autofahrer, die noch nicht 25 Jahre alt sind, haben statistisch gesehen ein erhöhtes Unfallrisiko und zahlen daher höhere Versicherungsprämien.

    5. Vergleichen Sie die Offerten genau

    Kontrollieren Sie, ob die verschiedenen Angebote vergleichbare Leistungen umfassen. Oftmals lassen sich einzelne Deckungspakete nicht aufteilen. Schauen Sie genau auf die Details und überlegen Sie, welchen Schaden Sie versichern wollen. Auch muss niemand einen Selbstbehalt in der Haftpflichtversicherung akzeptieren, der älter als 25 Jahre ist und schon länger als drei Jahre Auto fährt. Ebenfalls wichtig: Selbstbehalt und Prämienersparnis ins Verhältnis setzen bzw. gut durchrechnen. Nur sinnvolle Zusatzversicherungen akzeptieren, Doppelversicherungen vermeiden.

    6. Verhandeln Sie und fragen Sie nach Rabatten

    Scheuen Sie nicht davor zurück, Ihren Versicherer mit einer günstigeren Prämie der Konkurrenz zu konfrontieren. Und: Manche Firmen gewähren ihren Mitarbeitern Rabatte. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arbeitgeber.

    7. Kennen Sie Prämien-Sparmodelle

    Öko-Rabatt: Viele Versicherungsgesellschaften gewähren Prämienrabatte für sogenannte E-Autos oder Greencars. Über die genaue Höhe entscheiden Antriebsart und Schadstoffausstoss. Bis zu 30 Prozent Nachlass sind bei Elektro-, Hybrid- oder Gasautos möglich. Auch Besitzer sparsamer Benzin- und Dieselfahrzeuge mit geringem CO2-Ausstoss können von Rabatten profitieren. (Siehe auch Günstiger unterwegs mit umweltfreundlichen Autos)

    Eingeschränkte Garagenwahl: Wer auf die freie Wahl der Garage verzichtet und die Reparaturen durch eine Vertragsgarage erledigen lässt, kann Geld sparen und z.B. von Gratisleistungen wie einem Ersatzfahrzeug profitieren. Die Rahmenverträge der Versicherungen mit diesen Betrieben verringern die Kosten der Versicherer. Dies kommt den Kunden zugute.

    Crash-Recorder: Ein Crash-Recorder (auch Unfalldatenschreiber oder Black Box) zeichnet alle Daten auf, die zur Rekonstruktion eines Unfalls nötig sind. Bei einem Auffahrunfall weiss man also genau, wer in wen reingefahren ist. So können Versicherte nach einem Unfall ihre Unschuld beweisen. Für den z.T. kostenlosen Einbau des Gerätes gewähren viele Versicherungen Prämienrabatte. Allerdings: Wer selber einen Unfall verursacht hat, liefert die Beweise dafür gleich mit. Auch das eigene Fehlverhalten lässt sich natürlich lückenlos rekonstruieren. 

    Pay How You Drive: Bei diesem Sparmodell richtet sich die Prämienhöhe nach dem Fahrstil. Es werden die gefahrenen Kilometer wie auch die Fahrweise (z.B. Geschwindigkeit, Beschleunigungs-, Kurven- und Bremsverhalten) erfasst und an die Versicherung übermittelt. Bei einem «guten» Fahrverhalten gewährt diese einen Prämienrabatt. (Siehe auch Tiefere Versicherungsprämie dank «Pay How You Drive»)

     

    Es hat gekracht: Jetzt bloss nichts falsch machen

    Schaden sofort melden

    Wer einen Unfall hatte, sollte ihn direkt der Versicherung melden. Auf keinen Fall sollte man den Schaden ohne Rücksprache reparieren lassen. Denn: Häufig wollen die Versicherungen zuerst einen Experten vorbeischicken, bevor sie über das weitere Vorgehen entscheiden. Oft übernimmt sogar die Garage die Anmeldung bei der Versicherung, sofern diese darüber informiert wurde, dass es sich um einen Unfallschaden handelt. 

    Schaden selbst zahlen oder Bonus verlieren

    In manchen Fällen kann es sich lohnen, die Reparaturen aus eigener Tasche zu bezahlen. Dann nämlich, wenn der Selbstbehalt und der Bonusverlust höher sind als der Gesamtschaden. Also immer genau nachrechnen, was die günstigere Variante ist.

    Auch der Service muss stimmen

    Trotz ähnlicher Leistungen variieren die Prämien für Autoversicherungen stark. Wer sich auskennt und vergleicht, kann richtig viel Geld sparen. Dennoch sollten Kunden weder das Kleingedruckte in den Versicherungsbedingungen noch die Servicequalität der Versicherung ausser Acht lassen. Schliesslich ist es nicht unerheblich, wie schnell und unbürokratisch ein Schadensfall abgewickelt wird. Comparis erhebt jährlich die Kundenzufriedenheit der Versicherten. Welche Autoversicherungen bei der letzten Umfrage besonders gut abschnitten haben, erfahren Sie hier.

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