Versicherung

Welche Autoversicherung brauche ich?

INFO
|
Bild: iStock / Ridofranz

Beim Abschluss einer Autoversicherung kommen oft Fragen auf: Ist es von Gesetzes wegen vorgeschrieben, eine Versicherung abzuschliessen? Was deckt die Vollkasko- und was die Teilkaskoversicherung? Und welche Zusatzbausteine sind wichtig? Comparis erklärt, wie Sie sich richtig versichern.

Wer in der Schweiz ein Auto einlösen will, braucht aus Rechtsgründen eine Motorfahrzeughaftpflichtversicherung. Der Abschluss einer Teil- oder Vollkaskoversicherung ist hingegen freiwillig. Dennoch lohnt sich für Besitzer von neueren Autos ein Abschluss einer Vollkaskodeckung. Ab dem vierten Betriebsjahr ist je nach Fahrzeugwert ein Wechsel auf eine günstigere Teilkaskodeckung angezeigt.

Doch welche Ereignisse sind mit den Basisdeckungen Voll- und Teilkasko überhaupt versichert? Und welche Zusatzbausteine können mit welcher Basisdeckung kombiniert werden? Comparis verschafft einen Überblick.

Die Basisdeckungen auf einen Blick

Versicherung Deckungsumfang Empfehlung
Motorfahrzeug-Haftpflicht:
Deckt Sach- und Personenschäden an Dritten
Für alle Motorfahrzeuge obligatorisch (ausgenommen Anhänger)
Teilkasko:
Deckt Schäden in Folge
  • Diebstahl
  • Elementarereignisse
  • Glasbruch
  • Feuer
  • Tierkollision
  • Marderbisse
  • Vandalismus (ausgenommen Zerkratzen)

Freiwillig; empfohlen für Fahrzeuge bis und mit siebtem Betriebsjahr; für Fahrzeuge mit Neuwert über 75’000 Franken unter Umständen länger
Vollkasko:
Schäden am eigenen Fahrzeug in Folge von Kollision
Freiwillig; empfohlen für Fahrzeuge mindestens bis und mit viertem Betriebsjahr: für Fahrzeuge mit Neuwert über 75’000 Franken unter Umständen länger

Die Zusatzbausteine auf einen Blick

Zusatzbaustein Deckungsumfang Empfehlung Vorausgesetzte Basisdeckung
Insassenunfall:
Verletzung eines Insassens
Autohalter die oft ausländische Passagiere an Bord haben
Motorfahrzeughaftpflichtversicherung
Parkschaden:
Schaden durch unbekannte Dritte am parkierten Fahrzeug
Neue Fahrzeuge bis und mit dem vierten Betriebsjahr
Oft nur in Kombination mit einer Vollkaskoversicherung möglich
Erweiterter Glasbruch:
Scheinwerfer, glasähnliche Teile (z.B. Blinker, Rückleuchten)
Bei Fahrzeugen mit Xenon-Scheinwerfern; Fahrzeuge mit vielen glasähnlichen Teilen
In Kombination mit Teilkasko
Mobilität / Assistance:
Serviceleistung im Pannenfall
Abschluss sinnvoll; jedoch abklären, ob nicht über Reiseversicherung oder TCS-Mitgliedschaft gedeckt
In der Regel in Kombination mit Teilkaso (ausser Mobiliar)
Nutzungsausfall:
Ersatzauto
Abklären, ob die Partnergarage der Versicherung kein Ersatzfahrzeug gratis offeriert
Für alle Basisdeckungen
Grobfahrlässigkeitsschutz:
Schutz vor Regress bzw. Kürzung bei grobfahrlässigem Verhalten
Empfehlenswert für alle Autofahrer
Für alle Basisdeckungen
Zeitwertzusatz:
Werterhaltung
Bis ins siebte Betriebsjahr empfehlenswert; danach je nach Versicherung nicht mehr möglich; Wird in der Regel standardmässig mitversichert
Mindestens Teilkasko
Bonusschutz:
Verhindert Prämienanstieg
Empfehlenswert bei Versicherern mit Bonusstufensystem
Für alle Basisdeckungen
Jetzt Versicherung vergleichen

 Haftpflichtversicherung

 

Die obligatorische Autohaftpflichtversicherung

Die Motorfahrzeughaftpflichtversicherung – auch Autohaftpflicht genannt – ist die einzige Basisdeckung obligatorisch. Sie deckt im Strassenverkehr verursachte Schäden gegenüber Dritten, so etwa Schäden an einem am Unfall beteiligten Fahrzeug, an Anlagen, Gebäuden oder auch an Personen. Die Deckungssumme beträgt in der Regel 100 Millionen Franken pro Ereignis. Die Leistungen der obligatorischen Motorfahrzeughaftpflicht sind gesetzlich festgelegt und unterscheiden sich von Versicherung zu Versicherung kaum. Dennoch können die Prämien stark variieren.

Teilkasko

Wann lohnt sich eine Teilkaskoversicherung?

Die freiwillige Teilkaskoversicherung übernimmt Schäden am eigenen Fahrzeug, die der Fahrer nicht selbst verursacht hat und die nicht auf das Verschulden von Dritten zurückzuführen sind. Während des Schadenhergangs darf das Fahrzeug nicht Betrieb sein. Eine Ausnahme bilden Wildunfälle. Weitere Teilkaskoereignisse sind Feuer, Glasbruch, Elementarschäden (Hagel, Steinschlag, Schneedruck, Erdrutsch, Hochwasser, Überschwemmung, Sturmwind, Schneerutsch), Diebstahl sowie die Folgen von Marderbissen. Ebenfalls als Teilkaskoereignisse gelten böswillige Beschädigungen durch Dritte (Vandalismus). Dabei gibt es einige Ausschlüsse – wie etwa das Zerkratzen des Fahrzeuges – die mit dem Zusatzbaustein «Parkschaden» in die Police eingeschlossen werden können. Details können Sie in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) der Versicherungsgesellschaft einsehen.

Ob sich der Abschluss einer Teilkaskoversicherung lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Steht das Fahrzeug oft im Freien, ist ein Abschluss einer Teilkaskoversicherung empfehlenswert. Daneben beeinflussen das Alter und der aktuelle Fahrzeugwert den Entscheid, ob Teilkasko oder nicht: Denn ab einem gewissen Betriebsjahr lohnt sich eine Reparatur aufgrund des Fahrzeugzeitwertes meist nicht mehr.

Wann lohnt sich eine Vollkaskoversicherung?

Die Vollkaskoversicherung ist eine Kombination aus Teilkasko- und Kollisionskaskodeckung. Letztere übernimmt selbst verursachte Schäden am eigenen Auto im Fahrbetrieb, etwa durch einen Auffahrunfall.

Eine Vollkaskoversicherung lohnt sich in der Regel für Fahrzeuge bis und mit dem vierten Betriebsjahr. Danach sollten Sie einen Wechsel auf eine die günstigere Teilkaskoversicherung in Erwägung ziehen. Denn das Bezahlen der hohen Prämie lohnt sich im Vergleich zum Fahrzeugwert oft nicht mehr. Nur wer ein besonders teures Auto fährt, sollte sich eine Vollkaskoversicherung länger leisten.

Gut zu wissen: Bei geleasten Fahrzeugen ist der Abschluss einer Vollkaskoversicherung in der Regel obligatorisch.

Welche Zusatzbausteine brauche ich?

Zu den Basisdeckungen Motorfahrzeughaftpflicht, Teil- und Vollkaso können weitere Deckungen abgeschlossen werden. Einige Zusatzbausteine sind für jeden Fahrzeughalter interessant und sollten zwingend in die Police integriert werden, andere machen nur für gewisse Lenkerprofile oder Fahrzeuge Sinn. Um im Schadenfall ein böses Erwachen zu vermeiden, sollten die Zusatzbausteine vor Vertragsunterzeichnung jedoch genau unter die Lupe genommen werden. Nachfolgend werden die einzelnen Bausteine näher erklärt.

Insassenunfall

Die Insassenunfallversicherung deckt Verletzungen von Lenker und Passagieren bei einem Unfall. Ein Abschluss ist jedoch oft überflüssig, da in der Schweiz erwerbstätige Personen obligatorisch gegen Unfälle versichert sind oder dies in der Krankenkasse eingeschlossen haben. Nur wer oft ausländische Passagiere an Bord hat, sollte einen Abschluss in Erwägung ziehen.

Parkschaden

Die Parkschadenversicherung deckt am parkierten Auto durch unbekannte Personen verursachte Schäden. Sie kann oft nur in Kombination mit einer Vollkaskoversicherung in die Police eingeschlossen werden. Der Baustein wird in der Regel von Versicherern nur bis zu einem gewissen Autoalter angeboten. Mehr zum Thema Parkschadenversicherung finden Sie hier.

Erweiterter Glasbruch

Glasschäden an Front-, Heck- und Seitenscheiben sind im Normalfall über die Teilkaskoversicherung gedeckt. Von dieser Deckung ausgenommen sind Scheinwerfer. Insbesondere für Autos mit Xenon-Scheinwerfern oder anderen glasähnlichen Teilen (wie z.B. die Abdeckung des Bremslichtes) macht ein Abschluss des Zusatzbausteines «Erweiterter Glasbruch» somit Sinn.

Mobilitätsversicherung (Assistance)

Die Mobilitätsdeckung – auch Assistance genannt – ist in der Regel Teil der Teilkaskoversicherung. Ein Abschluss lohnt sich in jedem Fall. Bleibt das Fahrzeug stehen, kann es schnell teuer werden. Vor dem Abschluss sollten Sie die Leistungen jedoch genau prüfen. Denn der Deckungsumfang variiert je nach Anbieter, so ist etwa die maximal versicherte Schadenssumme von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich.

Gut zu wissen: Wer über eine Reiseversicherung oder eine TCS-Mitgliedschaft verfügt, ist in vielen Fällen bereits Inhaber einer Mobilitätsversicherung. Mehr zum Thema Pannenhilfe finden Sie hier.

Grobfahrlässigkeitsschutz

Unter Grobfahrlässigkeit fallen grundsätzlich vermeidbare Verstösse im Strassenverkehr wie etwa das Überfahren eins Rotlichts. Der Versicherer kann bei einem Unfall im Zusammenhang mit grober Fahrlässigkeit einen Teil der Kosten vom Versicherten zurückfordern (Regress). Der Baustein Grobfahrlässigkeitsschutz schützt Sie vor einem solchen Regress.

Ein Abschluss dieses Zusatzes empfiehlt sich für alle Autofahrer. Wichtig: Vom Schutz ausgenommen sind Raserdelikte, Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie Sekundenschlaf.

Zeitwertzusatz

Neue Autos verlieren schnell an Wert. Schon im ersten Jahr kann der Zeitwert deutlich unter den Kaufpreis fallen. Der Abschluss einer Versicherung inklusive Zeitwertzusatz garantiert nach einem Diebstahl oder Totalschaden eine Entschädigung, die über dem aktuellen Fahrzeugwert liegt. In der Regel wird der Baustein Zeitwertzusatz beim Abschluss einer Autoversicherung standardmässig mitversichert. Die Höhe der Totalschadenentschädigung pro Jahr finden Sie in den AVBs der Versicherer.

Wer Prämien sparen möchte, kann je nach Versicherungsgesellschaft den Baustein Zeitwertzusatz aus der Police ausschliessen: Zu empfehlen ist dies jedoch nicht.

Unser Tipp: Vergleichen Sie vor Vertragsunterzeichnung die Zeitwertzusatztabellen der Versicherer. Die Leistungen variieren je nach Anbieter enorm und können im Schadenfall bis zu 1000 Franken ausmachen.

Bonusschutz

Die Autoversicherungsprämien berechnen sich bei vielen Versicherern unter anderem aufgrund des Bonusstufensystems. Je nach Lenkerprofil werden Versicherungsnehmer auf eine bestimmte Bonusstufe eingeteilt, welche die Prämienhöhe bestimmt. Je tiefer die Bonusstufe, desto tiefer die Prämie (Beispiel: Bonusstufe 35 Prozent heisst: Sie bezahlen 35 Prozent der berechneten Prämie). Im Schadenfall klettern Sie die Bonusstufenleiter hoch und die Prämie steigt an. Der Baustein Bonusschutz verhindert einen solchen Prämienanstieg. Allerdings sind Sie in der Regel mit Bonusschutz nur für einen Schaden pro Versicherungsjahr vor Hochstufung geschützt.

Unser Tipp: Begleichen Sie kleinere Schäden selbst – insbesondere dann, wenn die Schadenskosten den Selbstbehalt nur knapp übersteigen.

Gut zu wissen: Die Versicherer Dextra, Post Finance und Zurich bieten kein Bonussufensystem, sondern arbeiten mit fixen Prämien. Somit steigt bei diesen Anbietern die Prämie im Schadenfall nicht an.

Jetzt Versicherung vergleichen