Mittwoch, 19. September 2012 - Krankenkasse
Seit 1. Januar 2012 gilt die neue Spitalfinanzierung. Stationäre Spitalleistungen werden neu per Fallpauschale abgerechnet. Grundsätzlich werden mit der neuen Finanzierung mehr Leistungen durch die Grundversicherung und die Kantone bezahlt, darum müssten die Prämien für die Zusatzversicherung, beispielsweise für die Deckung Halbprivat und Privat, sinken. Zudem hat man als Patient eine grössere Wahlfreiheit: Neu sind auch Behandlungen ausserhalb des Wohnkantons möglich, wenn sich das Spital auf einer Spitalliste befindet. Bis Ende letzten Jahres hat man dafür den Zusatz «Allgemeine Abteilung ganze Schweiz» benötigt. Wer Preisdifferenzen zwischen den Spitälern des Wohnkantons und dem ausserkantonalen Spital nicht selber bezahlen will, braucht diese Zusatzversicherung weiterhin.
Allerdings: Nur wenige Versicherer haben bisher die Prämien angepasst, wie eine Comparis-Umfrage bei den grössten Schweizer Krankenkassen zeigt. Von den 22 angefragten Kassen hat nur gerade Wincare angegeben, die Prämien für die Halbprivate-und Private-Spital-Zusatzversicherung zu senken. Sanitas lanciert ab dem 1. Januar 2013 neue Spital-Zusatzversicherungen, «deren Prämien in der Regel tiefer sind». Zudem haben Concordia und Sympany bereits auf Anfang 2012 hin die Prämien für das Produkt «Allgemeine Abteilung ganze Schweiz» gesenkt und die Versicherten der Helsana-Gruppe erhalten wie dieses auch nächstes Jahr eine «freiwillige Vergünstigung» auf Spital-Zusatzversicherungen. Vier Krankenkassen haben keine Angabe zur Prämienentwicklung gemacht.
Wer keine Prämienreduktion erhalten hat, kann den Wechsel der Zusatzversicherung prüfen. Ein Wechsel ist allerdings komplizierter als in der Grundversicherung: Die Kündigung muss bei vielen Kassen bis Ende September erfolgen. Und die Kassen können eine Aufnahme verweigern. Darum sollte man die bisherige Zusatzversicherung erst kündigen, wenn die Bestätigung einer vorbehaltslosen Aufnahme durch die neue Kasse vorliegt.
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